Neuseeland // Die Pfade der Toten – Putangirua Pinnacles

26. März 2013

Der Plan ist, heute bis Wellington zu fahren, aber beim Herumblättern in der DOC-Broschüre entdecke ich plötzlich einen Namen, der mir bekannt vorkommt. Putangirua Pinnacles. Das hab ich schon mal irgendwo gelesen. Nein, das hab ich sogar selber schon mal geschrieben. Und zwar auf meine Drehortliste. Und hier, ganz unten auf Jon´s Karte ist es auch markiert.
Hier wurde die Szene gedreht, in der Aragorn, Legolas und Gimli in „Die Rückkehr des Königs“ die Armee der Toten aufsucht.
Aber auch vor dem Filmdreh waren die Pinnacles schon eine Sehenswürdigkeit in Neuseeland. Und das bedeutet, dass sie mit Sicherheit ausgeschildert sind und wir nicht stundenlang vergeblich suchen müssen wie gestern.
Wir beschließen spontan, unseren eigentlichen Plan zu ändern und diesen erheblichen Umweg zu machen, denn dieser Drehort liegt fast am südlichsten Punkt der Nordinsel. Pluspunkt: auch hier gibt es wieder einen DOC Campingplatz, der nur 6$ kostet. Von dort aus führt ein Wanderweg zu den Pinnacles. Das ist ja geradezu perfekt. Allerdings merken wir schnell, dass der Weg sich in einer Schotterwüste, durchzogen von kleinen Bächen verliert.
Zwischendurch frage ich mich, ob jemand den ganzen Schutt hier vielleicht abgeladen hat. Das kann doch nicht einfach so hier herumliegen?
Kann es doch. Und es wird immer mehr. Wir finden einen Wegweiser, der allerdings im gebüsch versteckt ist und irgendwie auch keinen Sinn macht. Uns beschleicht der Verdacht, dass sich die Landschaft hier kontinuierlich verändert und somit alle Wege und Schilder inzwischen hinfällig sind.
Wir kämpfen uns mühsam den Geröllberg hinauf und plötzlich erreichen wir den „Eingang“ zu den Pinnacles. Immer mehr zackige Felsskulpturen ragen neben uns auf.

Pitangirua Pinnacles

Pitangirua Pinnacles_2

DCIM100GOPROGruslig ist es schon irgendwie. Aber so ganz wie im Film sieht das hier nicht aus. Im Film reiten die drei einen schmalen Pfad entlang. Hier ist aber nur eine breite Schotterpiste. Aber wenn man bedenkt, wie lange der Dreh nun schon zurück liegt, ist klar, dass sich hier seitdem alles verändert hat.
Der Weg endet in einer Sackgasse.

Pitangirua Pinnacles_1
Wirklich eine interessante Sache, diese Pinnacles. Wenn man sich die Gebilde genauer anschaut, sehen sie aus wie Schottersteine, die mit Schlamm vermischt und aufgetürmt wurden. Bei jedem Regen wird Schlamm ausgewaschen und die Türme beginnen zu bröckeln und einzustürzen.

DCIM100GOPRO

DCIM100GOPROWir kraxeln wieder zurück zum Camper und sind total platt. Die Anstrengung der Reise macht sich immer mehr bemerkbar. Eigentlich haben wir zu gar nichts Lust und wollen nur herum liegen. Aber wir haben gesehen, dass es wohl eine Aussichtsplattform giebt, von der aus man die bizarren Formationen von oben betrachten kann.
Und ich kenn mich ja, wenn wir uns das nicht anschauen wird es mich mein Leben lang ärgern. Also raffen wir uns erneut auf und stampfen einen Pfad hinauf.
Es hat sich gelohnt. Die Aussicht ist toll.

Pitangirua Pinnacles_3

Pitangirua Pinnacles_4

Pitangirua Pinnacles_5Wieder einmal finde ich es erstaunlich, dass Peter Jackson zu jedem noch so eigenartigen Fantasieort aus Tolkiens Buch einen wirklich existierenden Ort gefunden hat. Und noch dazu alle in Neuseeland.

Wenn wir nur mehr Zeit und Geld hätten, um uns alle anzuschauen!

Den Campingplatz haben wir heute Nacht ganz für uns alleine, Sonnenuntergang inklusive.

Pitangirua Pinnacles_9

2 Kommentare

  1. Uah das sieht wirklich gruselig aus. Und wenn man dann noch ganz allein da ist. 🙂 Bewundernswert was es alles so gibt und ein dickes Danke dass du uns das alles zeigst! 🙂

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!