Ein Tag in Antwerpen

Auch dieses Jahr waren wir wieder für eine Woche in Zeeland und dieses Mal haben wir die Gelegenheit für einen Zwischenstopp in Antwerpen genutzt. Der eigentliche Grund dafür war, dass ich letztes Jahr eigentlich schon den Couleur Locale Store in Knokke besuchen wollte. Einen Tag vor Jasmins Hochzeit saßen wir schon im Auto, um uns auf den Weg nach Belgien zu machen, da überzeugte mich mein Mann in letzter Minute davon, dass es eigentlich viel zu stressig sei, am Tag vor der Hochzeit noch die drei Stunden Fahrt zu investieren, wo wir die doch eigentlich eher in die letzten Vorbereitungen stecken sollten. Ich war natürlich kreuzunglücklich, aber er hatte ja Recht. Zum Trost versprach er mir, dass wir nächstes Jahr auf der Fahrt nach Zeeland in Antwerpen Halt machen, denn dort gibt es auch einen kleinen Couleur Locale Store.

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Ein Jahr später war es also endlich so weit. Wir hatten für eine Nacht ein Zimmer in einem winzigen Bed & Breakfast gebucht, dem „Urban Dreams“. Die Einrichtung ist ziemlich skurril, aber irgendwie witzig und originell. In dem großen Raum im Erdgeschoss befindet sich eine kleine Teeküche mit mehreren Sitzgelegenheiten und direkt am Ende eines der drei Zimmer. Wir haben dieses Zimmer bekommen, weil die Treppe zu den anderen beiden Zimmern recht steil und damit für ein Kleinkind eher ungeeignet ist. Außerdem konnten wir so abends noch in der Küche lesen, als die Waldmöwe schon schlief.

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Das Zimmer ist ziemlich klein, aber wir haben uns ja sowieso nur nachts dort aufgehalten, das war also auch zu dritt kein Problem. Das Frühstück war auch in Ordnung und es gab in der Teeküche durchgehend Kaffee, Süßigkeiten und Wasser. Freies WLAN gab es natürlich auch.
Das „Urban Dreams“ liegt direkt an der Schelde und man ist in wenigen Minuten zu Fuß in der Innenstadt.
Das B&B gehört zum Hotel „Antigone“, das direkt um die Ecke liegt und bietet auch Parkplätze an, die man aber vorab reservieren muss. Ich hatte zwar im Internet die Info gefunden, dass man an der Schelde irgendwo umsonst parken kann, aber wir wollten lieber auf Nummer sicher gehen und haben für 20€ pro Nacht einen Parkplatz direkt am Hotel gemietet. Das war dann auch wirklich gut so, wir mussten nämlich ständig zum Auto, weil wir alles Mögliche dort in den „Zeeland-Reisetaschen“ vergessen hatten.

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Nach unserer Ankunft machten wir uns gleich auf den Weg Richtung Innenstadt mit Ziel „Couleur Locale“. Der Laden liegt direkt an der Kathedrale, wir mussten nicht lange suchen. Aber welch eine Enttäuschung! Er war geschlossen! Ich wusste zwar, dass der Laden bald zu macht, aber nicht, dass sich deswegen die Öffnungszeiten geändert hatten. Es war Donnerstag und der Laden hat nur noch Samstag und Sonntag geöffnet. Ich war echt deprimiert! Ich muss einen ziemlich jämmerlichen Eindruck gemacht haben, denn Michael bot mir an, dass wir dieses Mal dann doch tatsächlich nach Knokke fahren, von Zeeland aus. Das milderte den Frust schonmal deutlich!
Das Bedauern über den geschlossenen Laden verflog allmählich, als wir weiter gingen und gleich schräg gegenüber einen anderen tollen Laden fanden: „Madame Bovary“. Eine Mischung aus Schmuck, Ethno Accessoires und hübschem Klimbim. Michael und ich haben uns spontan Freundschaftsbänder für uns dort gekauft und die Waldmöwe bekam eine kleine Gummikatze. Jedes Jahr, wenn wir in Zeeland sind, kaufen wir solche kleinen Tierchen für den Setzkasten.

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Die Waldmöwe wollte die Katze nicht mehr aus der Hand legen und trotz gut gemeinter Elternratschläge ging es mit geballter Kinderfaust weiter in die Innenstadt.
Wir kamen an einem Moochie-Shop vorbei und spontan beschloss ich, dass dies eine gute Gelegenheit wäre, der Waldmöwe Frozen Yoghurt vorzustellen. Sie hat sich Erdbeeren und Smarties als Topping ausgesucht und während mein Mann erst mal den Shock über den 5€ teuren FroJo verarbeiten musste, schleckten die Waldmöwe und die weiße Katze genüßlich an dem Süßkram herum.

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Nach dem kurzen Zwischenstopp ging es direkt in den nächsten tollen Laden, ich würde sogar mal behaupten, der schönste, den wir in Antwerpen betreten haben: „The other shop“. Ein Buchladen mit ausgewählten Wohnaccessoires und Geschenken, der optisch einfach perfekt gestaltet ist. Auch die Auswahl der Bücher ist hervorragend und ich war so geflasht von diesem tollen Shop, dass ich gar nichts gekauft habe, obwohl mich das ein oder andere Buch sehr interessiert hat.

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Ich hatte mir eigentlich vorab einen Plan zurecht gelegt und bei einigen Bloggerkollegen, wie Katrin und Ricarda ein paar Tipps gesammelt, aber die habe ich dann im Büro vergessen. Zuerst habe ich mich ein wenig geärgert, weil ich mir ganz genau alle Adressen aufgeschrieben hatte, aber im Nachhinein war es gar nicht schlimm, dass wir mehr oder weniger planlos herumgeschlendert sind. So haben wir einiges entdeckt, das wir auf meiner festgelegten Route wahrscheinlich gar nicht gefunden hätten.

Dazu gehören zum Beispiel das „Kabinet Unique“, das wir auf dem Weg in die Klosterstraat entdeckt haben. Hier habe ich mir einen Kaputzenschal aus Wolle gekauft. Ich konnte mich kaum entscheiden, so viele tolle Modelle gab es. Am Ende ist es aber doch wieder Altrosa geworden.

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Das „NUR“, einen Laden mit Beni Ourain Teppichen und marokkanischen Produkten, haben wir auch zufällig entdeckt. Ich habe mit der Inhaberin ein wenig über Teppiche geplaudert, sie auf niederländisch und ich auf deutsch und jeder hat die Sprache des anderen zwar verstanden, konnte sie aber selbst nicht sprechen. Das war echt witzig!

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Nicht weit entfernt vom „NUR“, wollte die Waldmöwe Trauben in einem Laden kaufen, der Obst draußen stehen hatte. Beim Betreten habe ich dann begeistert festgestellt, dass das „Robuust“ ein total schöner, verpackungsfreier Laden ist. Die Waldmöwe hat sich dort dann selbst eine Handvoll Bio-Trauben gekauft.

In der Klosterstraat befinden sich reihenweise Antiquitätenläden, die wirklich tolle Sachen anbieten, aber die Preise sind natürlich auch entsprechend hoch. Hier kann man die Atmosphäre alter Schätze genießen, aber keine Schnäppchen machen. Das sind eher hochwertige Läden, keine Flohmarktlädchen, wo man mal herumkruschteln kann.
Als wir schon fast umkehren wollten, haben wir ziemlich am Ende der Straße endlich noch den „Play Store“ gefunden. Hier findet ihr alles, was ihr aus der Blogger- und Instagramwelt zum Thema coole Kindersachen kennt. Die Waldmöwe war ganz außer sich, als sie die große Auswahl an Lederschläppchen gesehen hat. Und das wurde der kleinen weißen Katze zum Verhängnis. Die hat sie beim Schuhe-Gucken nämlich irgendwo abgelegt und vergessen. Weg war sie! Das haben wir natürlich erst viel später bemerkt und die Waldmöwe hat ihr erste Lektion in Sachen „nicht alles, was verloren geht, wird neu gekauft“ gelernt.
Stofftiere hat die Waldmöwe ja so einige, aber trotzdem kann sie nie widerstehen, wenn sie irgendwo eins sieht, das ihr gefällt. Zuerst hatte sie es auf einen Pinguin von Maileg abgesehen, bis mein Mann mit einem komischen Dino um die Ecke kam. Eine lange Diskussion über die Vorzüge von Pinguinen und Dinos begann und die Dame an der Kasse wurde schon ein wenig ungeduldig, denn es war schon Zeit, den Laden zu schließen. Mein Mann ging aus dem Kampf als Sieger hervor, denn die Waldmöwe wollte den Dino nicht mehr aus der Hand legen. Nachdem dieses Geschöpf, das nun den Namen Lassel-Massel trägt und einiger anderer Klimbim bezahlt war, durfte die Dame also endlich die Tür abschließen.

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Zum Abschluss des Tages hatten wir ziemlich Hunger und keine Ahnung, wohin damit. Irgendwie sind wir in einem Falaffel-Shop namens „Falaffeltov“ gelandet, weil der eine Tafelwand über dem Tresen hatte. Ich bin so berechenbar… Jedenfalls war das für uns beide das erste Mal und wir fanden es super lecker. Die Waldmöwe nicht, aber das hat nichts zu heißen.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück sind wir dann nochmal ein paar Stündchen durch die Straßen geschlendert. Ich wollte unbedingt ins „Le pain quotidien“, weil ich diese tolle Bäckerei unbedingt mal mit eigenen Augen sehen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht, der Laden ist ein Traum! Wir haben nur Kaffee getrunken, weil wir ja gerade erst gefrühstückt hatten, aber mir ging´s ja eh hauptsächlich ums Ambiente.

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Ganz in der Nähe des „Le pain quotidien“ befindet sich der Vrijdagmarkt, aber statt wie erwartet einen Flohmarkt vorzufinden, fand dort so was wie eine Auktion statt. Das war dann irgendwie doch nichts für uns und ich habe lieber die tollen Holztüren mit Wisteriabewuchs bestaunt. Das ist ja genau meine Vorstellung von einem tollen Eingang und da ich an der Bepflanzung schon arbeite, fehlt mir jetzt nur noch so eine Tür. So eine mit Glaseinsatz wär toll, dann könnte ich da unseren Namen und so drauf kleben.

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Auf dem Rückweg zum B & B sind wir, auch wieder zufällig, weil ich auf die Toilette musste, in einem tollen Café namens „Glow“ gelandet, wo ich endlich mal an so einer Fenster-Theke sitzen konnte. Der Eiskaffee sieht übrigens nicht nur mega aus, er war auch super lecker!

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Mir hat Antwerpen sehr gut gefallen, nicht nur wegen der tollen Läden, sondern auch wegen der entspannten Atmosphäre. Wir waren ja vorletztes Jahr in Brügge, wo es mir nicht so gut gefallen hat, wie hier. Vielleicht liegt es daran, dass Antwerpen irgendwie stylischer und trendiger ist. Überall gab es tolle Backsteinwände, alte Holztüren und kunstvolle Fliesen, kombiniert mit Tafelwänden und handgemachtem Design – so viele schöne Details, die mich einfach irgendwie glücklich machen. Und den Wunsch nach einer Backsteinwand in der Küche immer größer werden lassen…
Die Stadt mit unserer Tochter zu erkunden war viel unkomplizierter, als erwartet. Wir hatten den Buggy dabei, damit sie nicht so viel laufen muss und haben versucht, zwischendurch immer wieder Sachen zu machen, an denen sie Spaß hat, wie zum Beispiel den Frozen Yoghurt oder den „Play Store“. Klar war sie zwischendurch auch ein bisschen gelangweilt, aber sie ist von Natur aus ein sehr verständnisvolles, gehorsames Kind, sodass wir wirklich einen sehr entspannten Stadtbesuch genießen konnten.
Vielleicht klappt das nächstes Jahr in Amsterdam genau so gut. Aber das kommt natürlich auch auf den Charakter unseres Sohnes an 😉

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3 Kommentare

  1. oh – hast Du sehr schön zusammengefasst! Wir waren ja auch 10 Tage dort – und werden sicher bald wieder kommen. Bis dahin gibts neue tolle Läden. Juhu.

  2. Ich habe mich 2015 in Antwerpen verliebt. Wollte schon immer mal dahin und es war einfach klasse und unvergesslich. Fürs nächste Mal habe ich durch Dich jetzt wieder neue Tipps. Vielen Dank dafür 👍🏻😊

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!