Neuseeland // Flucht vor den Nazgul – Bruchtal und Wellington

27. März 2013

Nach dem spontanen Umweg gestern begeben wir uns heute wieder auf die ursprüngliche Route.
Zuerst wollen wir heute Bruchtal besichtigen. Nach der Schlappe mit Lothlorien bin ich aber ziemlich skeptisch, ob wir es überhaupt finden. Aber man stelle sich vor, es war tatsächlich ausgeschildert!
Bruchtal befindet sich im Kaitoke Regional Park und ist eigentlich ziemlich einfach zu erreichen. Es gibt einen Parkplatz, auf dem wir den Camper abstellen, dann folgen wir den Schildern.
Wir erreichen eine mit elbischen Schnitzereien verzierte Holzsäule. Dahinter eine spärliche Baumgruppe, durch die ein Kiespfad führt. Das ist Bruchtal. Mehr ist da nicht. Kein Tal, keine Wasserfälle, keine liebliche Harfenmusik. Ok, mit lieblicher Harfenmusik habe ich nicht fest gerechnet, aber mit einem Tal eigentlich schon.
Fakt ist aber, dass Bruchtal wohl die größte Schummelei des ganzen Films ist. Das Tal mit den Wasserfällen wurde auf der Südinsel gedreht und diese Baumgruppe wurde dann am PC in den Vordergrund eingefügt.

wellington Bruchtal

Ziemlich enttäuscht fahren wir weiter zum nächsten Drehort, dem Rohan River und dann weiter zum Totara Park, in dem sich die Gärten von Isengart befinden sollen. Als wir den Park erreichen sieht dort allerdings nichts nach Garten aus, sondern nach stundenlanger Wanderung durch den Wald mit fragwürdigem Ergebnis. Wir beschließen, dass uns Isengart das Risiko nicht wert ist und fahren weiter zum Fluß Anduin. Aber auch hier sind wir etwas ratlos. Die Gegend lässt nicht wirklich mit dem Film assozieren. Statt dessen sehe ich aber vom Kiesufer aus in der Flußmitte etwas glitzern. Mein inzwischen Paua-Muschel-geschärftes Auge weiß sofort Bescheid – da liegt eine! Heldenhaft watet mein Mann in weißen Boxershorts durchs Wasser um sie herauszufischen.

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Erfüllt vom Muschelglück erreichen wir schließlich Wellington. Wir stellen den Camper auf einem öffentlichen Parkplatz ab und erkunden die Stadt zu Fuß. Zu Mittag gibt es mal wieder Fish and Chips. In der Cuba Street entecke ich einen Antik-Buchladen, in dem jeder Millimeter mit Buch vollgestopft ist. Unter ein paar deutschen Büchern haben wir „Sieben Jahre in Tibet“ gefunden und gekauft.

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Da wir noch einiges vorhaben, können wir uns nicht lange in Wellington aufhalten. Wir fahren zum Mount Victoria Lookout, wo sich der Drehort für die Flucht vor den Nazgul befindet. Da sich der Berg aber mitten in der Stadt befindet, scheint das irgendwie unwahrscheinlich. Aber tatsächlich – der Park, der sich am Hang des Mount Victoria befindet sieht genau so aus, wie der Wald von Hobbiton. Würde die kamera im Film umschwenken und aus dem Wald hinaus filmen, würde man die Stadt sehen.
Ein bisschen Kunstnebel hier und da und die Szene ist perfekt. Wenigstens dieses eine Mal ist das der Fall.

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Der Tag geht langsam zu Ende, deshalb wird es Zeit, Wellington zu verlassen und den DOC Campingplatz in den Otaki Forks zu suchen. Hier wurden Teile des Auenlandes gedreht.
Wir erreichen den Platz an einem Fluß in der Dämmerung. Ein kurzes Bad im eiskalten Wasser und dann schnell in den Camper bevor die Moskitos uns leersaugen.

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2 Kommentare

  1. hach, neuseeland…. ich krieg grad wieder sehnsuchsvollen herzschmerz….
    ich hoffe, es geht dir und deiner kleinen familie gut!
    alles liebe
    die frau s.

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!