Follow your nature

Kennt ihr das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit? Als ich in der 8. Klasse war, sind wir dort hin gefahren, um uns bezüglich unserer Berufswahl beraten zu lassen. Man konnte dort mithilfe eines Computerprogrammes einen Fragebogen über die eigenen Stärken und Schwächen ausfüllen und am Ende bekam man dann den idealen Ausbildungsberuf präsentiert.
Mein Ergebnis lautete „Holzspielzeugmacherin“.
Im Ernst?! Ich wusste damals nicht, ob ich lachen oder mich aufregen sollte. Während die anderen Ergebnisse wie Polizist, Erzieherin oder Einzelhandelskauffrau bekamen, wurde mir ein Beruf empfohlen, von dessen Existenz ich bisher noch nicht einmal wusste.
Das ist nun 16 Jahre her. Inzwischen weiß ich, dass ich auf diesen Computer hätte hören sollen. Denn der wusste anscheinend viel besser als ich, was „mein Ding“ ist. Natürlich ist alles gut so, wie es gekommen ist, sonst hätte ich ja meinen Mann nicht getroffen und das alles. Aber aus rein beruflicher Sicht bereue ich es schon, dass ich keine Holzspielzeugmacherin geworden bin. Ich liebe es, mit Holz zu arbeiten und Dinge daraus zu formen. Was ich alles machen könnte, wenn ich die nötigen Werkzeuge und Fähigkeiten hätte…

Ende letzten Jahres habe ich beschlossen, wieder mehr selbst zu machen und die Dinge, die mich interessieren und mir Spaß machen einfach mal auszuprobieren, auch wenn ich es eigentlich nicht richtig kann. Aber wie soll ich es lernen, wenn ich es nie versuche? Also habe ich einfach mal losgelegt, genäht, gestickt und geschnitzt. Wie erwartet, hat mir das Schnitzen am meisten Spaß gemacht. Ich habe einen Löffel und ein Schneidebrett hergestellt und halte nun bei jedem Spaziergang nach Ästen und Holzstücken Ausschau, aus denen sich vielleicht etwas schnitzen lässt. Schon als Kind habe ich Michel aus Lönneberga bewundert, weil er so tolle Sachen geschnitzt hat. Die Figuren sind kantig und grob, alles andere als perfekt. Aber eben deshalb sind sie genau richtig.
Einen Löffel wollte ich schon immer mal schnitzen und jetzt habe ich mir endlich mal das passende Werkzeug gekauft und es einfach mal ausprobiert. Natürlich gibt es da noch einiges zu verbessern, aber für´s erste Mal bin ich ganz zufrieden.

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Ich bin von Natur aus eine Macherin. Ich muss mit den Händen arbeiten. Fragt mich nicht, warum ich jetzt einen Job habe, bei dem ich ständig am PC sitze… ich weiß es auch nicht.
Jedenfalls will ich immer mehr dahin zurück – zu meiner Natur, zum Machen.
Zum Geburtstag hat mir mein Mann einen Keramikworkshop geschenkt, der im März stattfinden wird und ich freue mich riesig darauf! Ich kann es kaum erwarten, Neues zu lernen und tolle Sachen herzustellen. Dinge, denen man ansieht, dass sie von Hand gemacht und einzigartig sind.

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Außerdem will ich wieder regelmäßig zeichnen und malen, um endlich meine Skizzenbücher zu füllen. Auch wenn am Ende nicht immer das herauskommt, was zu Beginn in meinem Kopf war – meist kommt es ja gar nicht auf das Ergebnis selbst an, sondern auf den entspannenden Entstehungsprozess.

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Bei meiner Blogreihe „Verrückter Vreitag“ geht es auch genau darum – einfach mal machen, worauf man Lust hat, egal, ob dabei etwas Sinnvolles herauskommt. Es muss nicht immer alles Sinn machen, es muss nicht immer alles normal und schön sein. Wir sollten öfter ganz ungezwungen wir selbst sein.

Es gibt ein ganz wunderbares Zitat von Oscar Wilde – „Sei du selbst – alle anderen gibt es schon!“

Wie bist du? Was ist deine Natur? Wenn dir niemand sagt, was du tun sollst, was Trend ist, was normal ist, wie man sein sollte – wer bist du dann?

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Mit diesem Bild nehme ich am Wettbewerb des Casual Fashion Labels Marc O´Polo auf Instagram teil. Um teilzunehmen, ladet bis zum 16. März ein Bild von eurem persönlichen „Follow your nature“ – Moment hoch und verwendet die Hashtags #followyournature, #marcopolo und @marcopolo.
Gewinnen könnt ihr einen Aufenthalt im Londoner Stadtteil Shoreditch mit vielen Extras! Hier findet ihr alle Infos dazu.

Dieser Beitrag wurde gesponsort von Marc O´Polo.

11 Kommentare

  1. Danke für Deinen Beitrag; er beflügelt mich für den heutigen Tag (und viell.darüber hinaus)!
    Er spricht mir sozusagen aus der Seele.
    In diesem Sinne: es muss nicht immer alles Sinn haben/machen.
    Es gibt noch ein schönes Zitat:Wege entstehen durch das Gehen!

  2. Liebe Pepper,
    ich glaube, das ist so ziemlich der schönste Beitrag, den ich in letzter Zeit irgendwo gelesen habe.
    Wenn wir nur alle den Mut und auch die Gelegenheit hätten, das zu tun, woran wir wirklich Freude empfinden, was uns wichtig ist und vor allem – was gut für uns ist.
    Glücklicherweise hatte ich als Buchhändlerin einen Beruf, der mir wirklich Freude bereitete und ich sah es selten als „Arbeit“ an, dort den Tag zu verbringen. Mittlerweile habe ich zwei komplett andere Jobs – von denen ich nie dachte, das sie zu mir „passen“. Aber gerade meine kreative Arbeit und mein kleiner Shop machen mich einfach zufrieden.
    Ich wünsche Dir (und mir), dass wir weiterhin unserer „Natur“ folgen … das kann nur gut sein!
    Liebe Grüße
    Vanessa

  3. Ach Pepper, wie schön. Es ist so wichtig, Dinge zu tun, die man liebt. Leider bleibt immer zu wenig Zeit für all die Dinge, die man machen möchte und die einen glücklich machen. Aber man darf sie nicht vergessen. Ich finde es klasse, dass dein Mann dir einen Keramikworkshop geschenkt hat! Und deine beiden Löffel gefallen mir ausgesprochen gut. <3

  4. Was für ein wunderbarer Beitrag – und er passt so gut zu meiner momentanen Situation.
    Momentan bin ich dabei in meinem Berufsleben nochmals ganz von vorne anzufangen. Das heißt konkret, ich habe meinen Arbeitsplatz gekündigt (noch bis Ende Juni arbeite ich) und bin auf der Suche nach einem neuen Beruf, der zu mir passen könnte. Momentan bin ich auch wieder viel auf solchen ‚Welcher Beruf passt mir?“ & „Was sind meine Stärken?“- Seiten unterwegs, die mir alle unterstellen, ich hätte außergewöhnlich viel Kreativität und wäre super geeignet für Schauspielerin und Sängerin.
    Kreativität hab ich tatsächlich. Als ich damals einen Beruf gesucht habe, haben alle gesagt: ‚Geh in die Altenpflege, da haste Kreativität genug.‘ Recht hatten sie, aber leider kam die Kreativität nur insofern zu Tage, wenn es an die Frage ging, wie ich möglichst viele Bewohner in möglichst kurzer Zeit wasche, versorge und noch ein bisschen menschlich behandle. Nicht das, was ich unter Kreativität verstehe.
    Und nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe, meine ich mich dunkel zu erinnern, dass auch bei meinem BiZ-Besuch bereits schon Schauspielerin und Maskenbildnerin erschien… vielleicht war das damals schon der Wink mit dem Zaunpfahl.
    Da mir im Moment alle Türen offen stehen, bin ich versucht, es einfach zu versuchen. Und mich bei irgendeiner Schauspielschule zu bewerben.
    Ich habe ziemlich Angst vor der Zeit, was kommen wird und welche Türen sich öffnen werden. Da bin ich ehrlich. Und gleichzeitig denke ich mir – was habe ich zu verlieren?

    Ich weiß es nicht.

    Liebe Grüße,
    Linda

  5. Liebe Pepper,

    ein schöner Beitrag!
    Und genau das ist es, was ich mittlerweile mache! Ich selbst sein…
    Egal, ob es trendy oder in ist… Es macht so viel Spaß, man selbst zu sein 😉
    Und es gibt so viel, was ich noch gerne machen/ versuchen mag, lernen möchte…
    Fast reicht dafür gar nicht die Zeit 😉 Ich sollte mir mal eine Prioritätenliste erstellen…
    Also nächste versuche ich mich mal mit „Wolle“…
    Einen Töpferkurs habe ich schon besucht, einen Malkurs, Stöcke mit dem Mini geschnitzt…
    Hach, das ist jedes Mal so unfassbar bereichernd!

    Liebe Grüße zu dir! Julia

  6. Ein wirklich inspirierender Beitrag und beruhigend zu hören, dass es da vielen ähnlich geht!! Ich bewundere alle diejenigen, die diesen tollen Schritt wagen und das machen, was für sie bestimmt ist! Und darf ich fragen, was du derzeit arbeitest?
    Liebe Grüße, Elli

  7. Liebe Pepper, welch wunderbare Inspirationsquelle und gern gehegtes (Alltags-)Ritual:
    Dein naturverbundenes warmherziges und kreatives Heimatbaum“life“ digital mitzuerleben. Macht mir so viel Freude und inspiriert mich zu neuen Interiortaten-yippiyeaHH!
    Und wenn Du bald mal in Hamburg bist, kann ich Dir das Café Tide ans Herz legen, dort gibt es nicht nur allerfeinsten Kaffee mit Hofmilch, sondern auch tolle (Treib)holzideen…und ein paar Ecken weiter einen zauberhaften Naturspielladen in der Eulenstrasse mit kleinen und großen Feinheiten für die Waldmöwe…
    Apropos Ritual, mein Sohn ist ein Frühlings(geburtstags)kind und jedes Jahr vor dem großen Tag gibts die ganz große Spielzeuginventur, was wird noch geliebt, bespielt und gelesen und aus was ist der Bub mittlerweile schon „rausgewachsen“; bei zwei der „entwachsenen“ Bücher habe ich spontan an Dich und die Waldmöwe gedacht, weiß auch nicht warum, aber beim Lesen Deiner heutigen Zeilen konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen…bei dem einen Bilderbuch geht es um echten Mut und bei dem anderen gibt es geschnitzte Illustrationen! Das Bilderbuch-Orakel spricht wohl soetwas wie “ Habe Mut, follow your nature und vertrau den Schnitz-Visionen des Berufsinformationszentrums und London wird mit Dir sein…oder so ähnlich;-)

  8. Liebe Pepper, ich kann dir das so gut nachfühlen! Ich fange in einem Monat eine neue Stelle an, auf einer psychiatrischen Tagesklinik und kann dort eine Ton-Gruppe leiten, die werden mir alles beibringen, die haben dort einen Brennofen und alle nötigen Utensilien und ich kann mein Glück gar nicht fassen! In den letzten Monaten dachte ich immer wieder drüber nach, mit Ton arbeiten zu wollen… ich bin in erster Linie ein kinästhetischer, in zweiter ein visueller Typ (kam auch bei einem Test raus), und dass ich dort die Chance habe, alles über das Töpfern zu lernen und herumzumatschen und das mit meiner großen Leidenschaft, der Psychologie zu verbinden… macht mich glücklich! Es ist so schön und aufregend und befriedigend die eigene Natur zu entdecken und ihr zu folgen!
    Ich kommentiere nur sehr selten und möchte dir auch noch da lassen, dass es so inspirierend ist was du mit uns teilst! Es ist schön, hier mitzulesen, und ich freu mich von Herzen mit dir, über diese tollen Dinge, die du machst bzw. machen wirst!

  9. Guten Morgen Pepper, kürzlich bin ich im Couch-Mag auf eine New Yorker Künsterlin aufmerksam geworden, die aus alten Holz, Bilder und Schnitzarbeiten fertigt. Ich folge ihr jetzt auf Instagram, fantastisch, was sie zaubert. Ich dachte, dass interessiert dich vielleicht auch. Schau mal nach Ariele Alasko.

    Schöne Restwoche! Antje

    • Hallo Antje, das ist lieb von dir, danke! Ich folge Ariele auch schon seit etwa zwei Jahren ? Ich würde so gern etwas von ihr kaufen, aber sie versendet nicht nach Deutschland.

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!