Minimalismus und Blog – passt das? {Minimalismus}

Grundsätzlich passt das natürlich schon, es gibt sogar sehr viele Blogs, die sich ausschließlich mit diesem Thema befassen und ich denke, dass sie sogar hoch frequentiert sind, denn die Grenze zwischen Minimalismus und den Megatrends „Achtsamkeit“, Yoga und Feng Shui ist weich und fließend.

Aber Heimatbaum wird natürlich kein Blog über Minimalismus werden. Zumindest nicht jetzt sofort. Wer kann schon wissen, was noch kommt?
Das Thema wird aber natürlich sehr präsent sein, da sich das Streben nach Weniger natürlich in großem Maße auf das Wohnen auswirken wird. Ich werde hier weiterhin über Interior schreiben, aber wahrscheinlich ein wenig anders als zuvor.

kitchen in july 2016 heimatbaum.com

Wie kann das aber funktionieren, wenn man als Interior Blogger die Leser immer wieder neu inspirieren will und dafür auch hin und wieder neue Produkte zeigen möchte?
Die meisten meiner Kooperationen, bei denen mir Produkte zur Verfügung gestellt werden, entstehen auf meine Initiative hin. Die meisten Shops schreibe ich selbst an, das heißt, ich habe mir im Vorfeld schon Gedanken darüber gemacht, ob ich etwas brauche und was genau. Es liegt dann natürlich an mir, einzuschätzen, ob ich die Sachen tatsächlich dauerhaft nutzen werde und ob es Sinn macht, diese zu besitzen. Ein gutes Beispiel dafür ist Couleur Locale. Ich bin über Pinterest auf Ruth´s Shop gestoßen, auf der Suche nach einem ganz bestimmten Korb. Die Produkte, die Ruth mir für meine Stylings zur Verfügung gestellt hat, sind ein fester Bestandteil meines Stils geworden und beinahe auf jedem meiner Instagrambilder findet sich ein Gegenstand aus ihrem Shop, weil ich sie täglich benutze. Ich habe sie nach einer Kooperation gefragt, weil ich mir sicher war, dass diese Produkte eine Bereicherung für meinen Wohnstil darstellen und nach etwas mehr als einem Jahr kann ich nun sagen, dass sich diese Einschätzung als absolut richtig erwiesen hat.
Es gibt natürlich auch andere Fälle, in denen ich von etwas sehr begeistert war, was sich dann aber im Laufe der Zeit wieder gelegt hat und die Produkte für mich überflüssig wurden.

scethno basket heimatbaum.com-3

Für zukünftige Neuanschaffungen werde ich verstärkt über verschiedene Aspekte nachdenken. Das erfordert natürlich Disziplin und wird nicht immer funktionieren, denn eine Schwäche für schöne Dinge habe ich ja nach wie vor. Aber ich werde in allen Fällen versuchen, für einen neu hinzu kommenden Gegenstand einen alten weg zu geben. „One in, one out“ nennt sich das. Somit bleibe ich zumindest am Anfang auf dem gleichen Level, denn es macht ja keinen Sinn, in allen Bereichen auszumisten, wenn man dann immer wieder Neues hinzufügt. Zumindest nicht, wenn man sich das Ziel gesetzt hat, seinen materiellen Besitz zu reduzieren.
Wenn das gut funktioniert, werde ich auf „One in, two out“ erhöhen.
Außerdem werde ich zukünftig bei jedem Kauf eine kleine Checkliste durchgehen.

Brauche ich diesen Gegenstand, weil er eine bestimmte Funktion hat?
Habe ich etwas Derartiges schon? 
Ist der neue Gegenstand in irgendeiner Hinsicht besser, als der, den ich schon besitze?
Möchte ich den Gegenstand nur haben, weil er mir optisch gefällt?
Beruht dieses Gefallen auf einem aktuellen Trend?
Wo werde ich den Gegenstand aufbewahren?
Was werde ich dafür abgeben?

Ich bin gespannt, wie sich diese Fragen in der Praxis bewähren werden und bestimmt werden auch noch weitere hinzu kommen. Die logische Konsequenz von bewussterem, reduziertem Konsum ist ja auch, dass man sich über die Produktion, die Herkunft und die Nachhaltigkeit mehr Gedanken macht. Aber das ist eine andere Geschichte…

Ein weiterer Bestandteil der Änderungen wird sein, dass ich wieder mehr selbst machen möchte. Es ist immer verlockend, etwas zu kaufen, um es sofort und möglichst einfach zu bekommen. Stelle ich aber etwas selbst her, werde ich dem Gegenstand viel mehr Wertschätzung entgegenbringen. Außerdem werde ich mir mit Sicherheit mehr Gedanken darüber machen, ob ich den Gegenstand wirklich haben möchte, wenn ich den Arbeits- und Zeitaufwand dagegen stelle.

Wer noch mehr Input zum Thema Minimalismus sucht, findet auf unten stehenden Blogs nützliche Tipps und Anregungen. Ich kenne sie selbst noch nicht so lange und werde mich da auch noch weiter einlesen.

the minimalists 
un-fancy 
becomingminimalist

7 Kommentare

  1. Minimimalismus und Konsum sind natürlich zwei Dinge, die auf den ersten Blick nur schwer vereinbar sind. Ich finde deinen Gedanken super, hier wirklich verstärkt auf die Dinge zu setzen, die man braucht und die man wirklich gerne mag. Das ist auf jeden Fall der richtige Anfang!
    Liebe Grüße
    Leonie von INDECORATE

  2. Liebe Pepper, es ist wirklich verrückt, dass bei mir derzeit EXAKT das gleiche abläuft. Ich werde zum Beispiel noch wählerischer bei meinen Kooperationen sein. Und wohl überhaupt etwas weniger bloggen, weil ich auch meinen Internetkonsum und mein vor-dem-Computer-gesitze reduzieren will. Ich habe in letzter Zeit einfach zu sehr das Gefühl, vom echten Leben zu viel zu verpassen. Ich will in 20, 40, 60 Jahren nicht sagen: ich hätte damals mehr leben können, als vor dem PC zu sitzen. Oder mich um meinen viel zu großen Haushalt zu kümmern. Mein Ziel beim Ausmisten ist derzeit, so viel loszuwerden, dass, wenn wir irgendwann ein Haus kaufen, wir mit einem kleinen auskommen. Von mir aus vielleicht sogar mit einem sehr kleinen, aber da macht mein Mann wohl nicht mit. 😀 Im Moment habe ich schon so viel weggegeben, dass ein paar Möbel (Regale/Schränke) zum Teil leer sind. Ich bin also auf dem richtigen Weg. 😉 LG Karina

  3. Es gibt auch tolle, deutsche Blogs zum Thema: Apfelmaedchen.de – auch deren Videos und ein sympathisches Webinar vom Beginn des Jahres, sowie Mamadenkt.de oder malmini.de, wobei der Blog gerade etwas ruht.
    Vielleicht ist etwas für dich dabei!

  4. Danke für die tolle Inspiration! Die Idee mit ‚One in, one out‘ ist gar nicht schlecht. Könnte man zum Beispiel auch für den Kleiderschrank beherzigen.

  5. Hallo, Pepper!
    Minimalismus und Bloggen geht ganz wunderbar zusammen, finde ich. Wir haben den Schritt im Sommer letzten Jahres gewagt und ihn nicht bereut. Natürlich bedeutet das nicht, dass wir wie die Asketen leben und wir kaufen uns immer noch gerne ab und zu etwas. Darum geht es ja auch gar nicht – sondern darum, (wieder) ein Gefühl für den Wert der Dinge zu bekommen. Ich möchte mich zum Beispiel irgendwann liebend gerne so einrichten wie du das tust – und bin aktuell noch meilenweit entfernt davon und weiß, dass ich dafür die ein oder andere Neuanschaffung oder Upcycling-Idee umsetzen muss (studentischer Haushalt und so). Aber deswegen renne ich nicht gleich los und kaufe Tonnen an Dekokram, sondern ich mache mir Gedanken: Was will ich eigentlich? Was sieht auch in einer neuen Wohnung noch genauso toll aus? Woran habe ich lange Freude? Vor allem Letzteres ist so wichtig – auch wenn man das nicht immer so gut vorhersehen kann. Danke für deine Tonnen an Inspiration, ich lerne wirklich viel hier, und einen wunderbaren Weg in Richtung Minimalismus! 🙂

  6. En Thema, mit dem sich immer mehr Menschen auseinander setzen. Minimalismus und Konsum sollte man allerdings immer auseinander halten, auch wenn es schwer fällt.

    • Das sehe ich anders – Minimalismus und Konsum gehören für mich untrennbar zusammen. Wenn ich minimalistischer leben will, komme ich nicht daran vorbei, mein Konsumverhalten daran anzupassen. Es handelt sich zwar um unterschiedliche Bereiche, aber das Eine hat immer Auswirkungen auf das Andere.

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!