Offen ist nicht immer besser!

Als wir vor drei Jahren unser Haus gekauft und renoviert haben, war das gesamte Erdgeschoss ein einziger offener Raum. Küche, Flur, Esszimmer und Wohnbereich gingen nahtlos ineinander über. Lediglich die Abstellkammer und die Toilette waren durch eine Tür abgetrennt.
Bilder davon habe ich euch in dem Artikel über das Wohnzimmer-Makeover schon gezeigt.

Im Laufe der Jahre, während man ein Haus bewohnt und besser kennen lernt, stellt man irgendwann auch mal fest, dass man bestimmte Dinge schon von Anfang an hätte anders machen sollen. Manchmal kann man gar nicht so recht greifen, was es eigentlich genau ist, das einen stört.
Ich habe ziemlich lange gebraucht, um bewusst wahrzunehmen, dass die komplette Offenheit des Raumes das Problem ist. Nicht wegen Privatsphäre oder Essensgerüchen oder Ähnlichem. Sondern deshalb, weil durch das Fehlen von Abgrenzung viele Möglichkeiten verloren gehen.
Wäre mir das schon bei der Renovierung aufgefallen, hätten wir den Durchgang vom Flur zum Wohnzimmer gleich mit einer niedrigen Wand und einem Industriefenster geschlossen. Nun liegt ja der Boden und irgendwann werde ich auch die Decke herunter reißen. Ja, Schatz, irgendwann mach ich das. Das macht das Errichten von endgültigen Mauern und aufwändigen Glaslösungen auf jeden Fall schwieriger. Von Betonboden zu Betondecke wäre das sauber gewesen, aber von Holzbodenbelag zu Holzdecke ist das nichts. Aber schließen wollte ich diesen Durchgang auf jeden Fall. Denn genutzt haben wir ihn als solchen eigentlich nicht, da wir ja noch den großen Durchbruch daneben haben. Viel nützlicher wäre für uns nämlich, wenn das Wohnzimmer durch eine Schließung vergrößert würde. Bisher stand ja alles, was in den Durchgang hinein stand irgendwie im Weg. Wäre die Wand geschlossen, könnte man auch ein viel größeres Sofa davor stellen.

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Wir haben also mit möglichst einfachen und günstigen Mitteln das Loch dicht gemacht. Die Wand besteht nur aus Pressspanplatten, die auf einer Seite weiß und auf der anderen mit Tafelfarbe gestrichen wurden. So haben die Kinder jetzt eine komplette, glatte Tafelwand, auf der ich auch Themen oder Jahreszeiten bezogene Sketches und Letterings anbringen kann.

Der Flur ist nun richtig vom Wohnzimmer abgetrennt und die Vitrine passt genau in die entstandene Nische.

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Beistelltisch OTTO heimatbaum.com

Auf der anderen Seite des Durchbruchs wollte ich die kleine Fläche hinter dem Ofen besser nutzen. Dort konnte man nichts abstellen und der Blick auf die Rückseite des Ofens machte auch nicht besonders viel her. Also haben wir auch hier aus günstigen Brettern, die ich weiß lackiert habe, eine Nische gebaut, in der die beiden Holzschränkchen, die ich über ebay Kleinanzeigen gefunden habe perfekt hinein passen. Diese sind genau so breit, dass sie den Ofen verdecken und bieten jede Menge Stauraum für Bastelsachen, Spielsachen und Haushaltskram, wie Streichhölzer, Kerzen usw.
Der Durchgang ist somit optisch etwas kleiner geworden, praktisch ist er aber noch genau so groß wie vorher, da man ja an der Stelle, an der sich nun die Nische befindet, ohnehin nicht durchlaufen konnte.

Um sicher zu gehen, dass es mit der Abstrahlung des Ofens keine Probleme gibt, habe ich natürlich auf der Seite des Herstellers nach dem erforderlichen Mindestabstand geschaut und den können wir Dank der minimalen Abstrahlung nach hinten sehr gut einhalten.

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Den alten Kaugummiautomaten habe ich bestimmt schon vor etwa fünf Jahren gekauft. Damals war er noch rot und ziemlich herunter gekommen. Irgendwie hab ich es nie geschafft, mich so richtig zu entscheiden, wie ich ihn lackieren soll, weshalb er jahrelang in einer Kiste verschwand. Vor ein paar Monaten habe ich mir dann endlich einen Ruck gegeben – und mich für Rosa entschieden. Warum kann ich gar nicht so genau sagen, vielleicht, weil es so gut zu Leder und den mit Avocado gefärbten Küchentüchern passt, vielleicht auch, weil es eine passende Farbe für Süssigkeiten ist. Oder vielleicht einfach deshalb, weil ich am Ende irgendwie immer bei rosa lande.
Gefüllt ist er mit runden Kaubonbons, die genau durch die Öffnung passen. Ich musste das Innenleben ein wenig verändern, sodass man nun manchmal auch Bonbons bekommt, ohne, dass man Geld einwirft, aber dafür muss man dann schon ein bisschen rumprobieren und die Waldmöwe hat das noch nicht so ganz raus. Sie bekommt jetzt 10 Cent Taschengeld, die sie dann dort einwerfen kann. Manchmal kommen vier Bonbons auf einmal heraus, dann verkündet sie ganz stolz: „Ich habe heute Glückstag!“ und legt die Süßigkeiten in eine kleine Dose.

Momentan steht er noch etwas provisorisch auf Beistelltischen, mal hier mal da, bis wir den richtigen Platz gefunden haben. Aber ich denke, wir werden ihn wohl an der Innenseite des Durchbruchs an der Säule befestigen.

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Falls ihr gerade ein Haus renoviert, empfehle ich euch, immer zu prüfen, ob der offene Raum wirklich nützlich ist, oder ob man durch die ein oder andere Wand vielleicht doch den Platz besser nutzen kann. Ich bin mit unser Lösung nun ganz zufrieden, auch wenn sie nicht das tolle Loft-Fenster beinhaltet, das ich eigentlich gerne hätte. Das Wichtigste ist, dass wir immer noch einen sehr großzügigen offenen Raum haben, diesen aber nun besser nutzen können und die Wohnbereiche deutlicher voneinander abgegrenzt sind.

Bezugsquellen:

Kaugummiautomat, Sessel, Holzschränke, Vitrine, Teppich, Tisch, Turnbank, Bistro-Schriftzug, Kaffeemühle: gebraucht über Kleinanzeigen, ebay, Flohmarkt

Awele Spielbrett: Couleur Locale
Vitra Beistelltisch: Design Bestseller
Holz-Beistelltisch: Otto
Spiegelfliesen: Ikea
Kissen: Urlaubs-Souvenir

 

11 Kommentare

  1. Wow, was man nicht alles aus hässlichen Fliesen und komischer Wandfarbe machen kann. Sehr, sehr schön, ich liebe den neu gestalten Raum.

  2. Oh, das war wohl der falsche Kommentar unter diesen Artikel 😉 Der gehört eigentlich zu Wohnzimmer-Makeover 🙂

  3. sach mal…aus gegebenen Anlaß in meiner Partnerschaft möchte ich dich mal echt was persönliches fragen….du hast ja wahnsinnig viele & wunderbare Ideen, für deren Umsetzung du die Hilfe und das das „Mitgehen“ deines Mannes brauchst….wenn man euer Werken verfolgt, müsstet ihr quasi immer mit irgendwelchen Bau/Renovierungs/Gestaltungs-Maßnahmen beschäftigt sein….Und jetzt: Ist das ein totales Hobby von ihm das Basteln und Werkeln? und ist das immer auch alles in seinem Sinne….ich meine, teilt er deinen Geschmack und deine Liebe zur Veränderung oder wie schaffst du es, ihn zu alldem zu motivieren….? Ich bin halt einfach baff, was ihr alles umsetzt und würde auch gerne mehr…aber da stoße ich doch schon an die „Grenzen des Machbaren“ auf Seiten meines Mannes…

    • Hej, da hast du Recht, mit irgendeinem Projekt sind wir eigentlich immer beschäftigt. Als sein Hobby würde ich das eher nicht bezeichnen, obwohl er da schon sehr geschickt ist. Meistens findet er meine Ideen auch gut und sinnvoll – schwierig wird es erst, wenn ich die Sachen dann schon bald wieder ändern möchte, weil mir was Neues eingefallen ist. Eigentlich mag er das nämlich nicht so gern, dass sich ständig alles ändert. Da hat er schon sehr viel Geduld mit mir und dass er da nicht schon öfter mal ausgerastet ist, wenn ich ein kürzlich gebautes Regal wieder abbaue, liegt das wahrscheinlich einfach daran, dass er ein ziemlich entspannter Typ ist, der mich noch dazu ziemlich liebt 🙂

  4. Huhu liebe Pepper,
    ist dir auch aufgefallen, dass deine beiden Holzschränkchen insgesamt genau 24 Schubladen haben?
    Das ist also auch noch ein integrierter Adventskalender 😉 Wie praktisch so kurz vor Weihnachten…

    Liebe Grüße aus Hoffenheim
    Alex

    • Das ist mir noch nicht aufgefallen, ist ja witzig! Aber den ganzen Krempel auszuräumen ist mir zu viel Arbeit. Die Idee ist aber echt cool!

  5. Liebe Pepper,

    hab vielen Dank für deinen Beitrag, der hat mir gerade ganz viele Ideen beschert – wir haben nämlich einen wirklich großen, aber ziemlich offenen Wohn-Ess-Arbeits-Raum, den ich sehr gern verändern möchte.
    Eine Frage habe ich zu den „Holzwänden“, die jetzt die Rückseite des Ofens verdecken: Wie hast du die Seitenteile befestigt?
    Wir wohnen momentan zur Miete und im ganzen Wohnbereich ist Parkett verlegt, sodass wir da nicht einfach in den Boden bohren können. Gibt es noch eine andere Möglichkeit?

    Viele liebe Grüße,
    die Waldgängerin

  6. Ich kenne das mit den offenen Räumen nur zu gut. Wir haben das so im Dachgeschoss. Es ist zwar echt schön auf einer Fläche von ca. 60 qm das komplette Gebälk anzusehen, trotzdem würde ich mir manchmal eine Raumabtrennung wünschen, da auf dieser Fläche unser Wohnzimmer + 2 Arbeitszimmer untergebracht sind. Gerade mein Arbeitszimmer ist nicht immer das Ordentlichste und das bringt dann irgendwie in den kompletten Raum Unruhe rein. Durch die Dachschrägen lässt sich der Raum auch nicht so einfach aufteilen. Wir haben das so gut wie möglich mit Pflanzen und unserem TV abgetrennt. Zum Glück steht in der Mitte des Raumes auch noch ein Kamin und ein paar Holzpfosten, trotzdem suche ich da noch nach irgendeiner Lösung.

    Eure Wand mit der Tafelfarbe find ich übrigens superschön!

    Viele Grüße, Yvonne

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