Weniger Zeitschriften, Bücher und Papierkram {Minimalismus}

Im letzten Minimalismus-Artikel haben wir das Bad ausgemistet und heute wagen wir uns mal an einen Bereich, der vielen von euch bestimmt genauso schwer fällt, wie mir.
Ich liebe Bücher in ihrer althergebrachten Form und besitze deshalb auch keinen E-Reader. Aber so gern ich auch lese und mit Büchern dekoriere – sie nehmen unheimlich viel Platz weg und die meisten liest man ja doch nur einmal.

Eine Zeitlang habe ich Bücher nur zum Fotografieren von Stylings aufbewahrt, aber auch von dieser Art des Sammelns will ich mich in Zukunft distanzieren.

Hier also wieder ein paar Impulse zum Aussortieren von Büchern, Zeitschriften und Papierkram, die euch hoffentlich bei der zweiten Minimalismus-Aufgabe helfen.

Raglan-19

Bücher

Schaut euch eure Bücher durch und sortiert spontan die aus, die ihr nicht besonders gut fandet. Dann kocht ihr euch einen Tee oder Kaffee und schaut die verbleibenden Bücher nochmal durch. Welche werdet ihr voraussichtlich nicht noch einmal lesen, obwohl sie ganz ok waren? Nehmt auch diese aus dem Regal. Schaut euch alle übrigen Bücher noch einmal an und sucht die aus, die ihr euch vornehmt, in nächster Zeit zu lesen und stellt diese zusammen. Dann wählt die Bücher aus, die ihr eigentlich nicht mehr braucht, die ihr aber geschenkt bekommen habt und deshalb unsicher seit, ob ihr sie weg geben sollt. Was hindert euch daran? Wenn es ein Pflichtgefühl ist, sprecht die Person, die es euch geschenkt hat doch einfach mal an und fragt sie, ob es in Ordnung ist, wenn ihr das Buch weiter gebt.
Am Ende sollten idealerweise nur noch Bücher im Regal stehen, die ihr tatsächlich gut findet und wieder lesen wollt. Bei mir sind das hauptsächlich Klassiker, wie Tolkien, Orwell und Brecht und diverse Nachschlagewerke und Handwerksbücher.
Wenn ihr die Möglichkeit habt, bewahrt alle Bücher am selben Platz auf, außer Kochbücher natürlich. Vergesst diese nicht beim Aussortieren! Oft mag man eigentlich nur ein oder zwei Rezepte aus einem Buch. Ich habe zum Beispiel ein Backbuch, aus dem ich immer nur einen Kuchen backe. Das Rezept schreibe ich mir deshalb in ein Notizbuch mit meinen Lieblingsrezepten und sortiere das Buch aus. In diesem Buch befinden sich nur Rezepte, die sich bewährt haben und die ich wirklich immer wieder brauche.
Auch die Kinderbücher sollten immer mal wieder durchgesehen und aussortiert werden, da sich ja mit fortschreitendem Alter auch die Interessen der Kinder ändern.
Bücher können in öffentlichen Tauschregalen abgegeben werden. Wenn es bei euch keines gibt, dann stellt doch einfach selbst mal eins auf, so habe ich es gemacht. Oder fragt bei eurem Arbeitgeber nach, ob ihr dort vielleicht eins einrichten könnt.

Zeitschriften
Ich arbeite in der Druckbranche und bin darauf angewiesen, dass viele Magazine gedruckt werden, deshalb ist mein folgender Tipp eher halbherzig gemeint, aber ich will ihn euch nicht vorenthalten.
In vielen Büchereien werden auch verschiedene Zeitschriften zum Verleih angeboten. Damit spart man sich die Kosten für ein Abo und die Arbeit, die Magazine irgendwann wieder entsorgen zu müssen.
Es gibt natürlich Magazine, die sind zeitlos oder behandeln ein bestimmtes Thema, das man immer wieder nachschlagen möchte, diese Ausgaben kann man sich ja dann auch gezielt kaufen. Wenn meine Mutter, meine Schwester oder ich uns eine Zeitschrift kaufen, tauschen wir sie auch immer unter einander aus.
Von Zeit zu Zeit schaue ich mir dann die Zeitschriften durch, die sich angesammelt haben und entscheide, ob ich sie entsorge. Ich blättere sie nochmal durch und reiße alle Seiten heraus, die mich inspirieren. Diese hefte ich dann in einem Ordner ab, der so über die Zeit zu einem Spiegel meines Geschmacks wird.
Die aussortierten Magazine lassen sich gut über ebay Kleinanzeigen verschenken.

Kataloge
Wenn euch in einem Katalog etwas gefällt, bestellt es und werft den Katalog weg. Immer. In einem halben Jahr gibt es sowieso wieder einen neuen.

Papierkram
Es gibt wenig, das unangenehmer ist, als den ganzen Papierkram zu sortieren. Mir fällt das ganz besonders schwer und ich bekomme es einfach nicht hin, jeden Gehaltsnachweis und jeden Rentenbescheid sofort nach Erhalt im richtigen Ordner abzuheften. Dabei würde das so viel Zeit sparen. Mindestens einmal im Jahr muss ich mich dann doch dazu aufraffen, nämlich dann, wenn wir unsere Steuererklärung machen. Dann entsorge ich alle Rechnungen, die älter sind, als ein Jahr. Die meisten Rechnungen werfe ich auch direkt weg, wenn ich sie bezahlt habe.
Kontoauszüge gibt es ja inzwischen auch online, die haben sich auch immer angesammelt.
Ich bin gerade dabei, alle Kisten und Ordner eindeutiger zu beschriften, das sollte auch das abheften erleichtern, hoffe ich zumindest.

Briefe und Postkarten kommen in eine Kiste mit Erinnerungen, leere Postkarten haben eine eigene Kiste. Ich sollte echt mehr Postkarten verschicken, damit das endlich mal weniger werden. Vielleicht wäre das ein Thema für die nächste Challenge? Jeden Tag eine Postkarte verschicken…

CDs
Langsam aber sicher neigt sich die Ära der Plastikscheibe dem absoluten Ende zu. Ich habe nie viele CDs besessen, die meisten davon habe ich geschenkt bekommen und einige sind gebrannt. Genau so alt, wie die CDs sind auch der darauf zu hörende Musikgeschmack und so lassen sich die meisten ohne Umschweife entsorgen. Es gibt nur zwei CDs, die mir so wichtig sind, dass ich sie behalte, obwohl ich nicht mal einen CD-Player habe: der Soundtrack zu Rocky IV und die O.C. Supertones.
Solltet ihr noch Kassetten oder VHS-Kassetten haben, solltet ihr euch die Frage stellen, ob ihr überhaupt noch ein Medium besitzt, mit dem ihr sie abspielen könnt und wenn nicht, ob ihr euch ein solches jemals wieder anschaffen werdet. Sollte das nicht der Fall sein, wird es Zeit, Abschied zu nehmen.

Zeitreise Kassette-4

Eure Aufgabe für die nächste Woche oder einen längeren Zeitraum, wie es euch am besten passt: nehmt euch euer Bücherregal vor, wie oben beschrieben und sortiert mindestens 5 Bücher aus. Bei den Zeitschriften gilt: alles weg, was ihr euch sowieso nicht mehr anschaut.

Ich freue mich über eure Erfahrungen bei dieser Aufgabe und wenn ihr eure Ergebnisse auf Instagram mit mir teilen möchtet, könnt ihr dafür den Hashtag #livemorewithlesschallenge verwenden. ich würde mich freuen, wenn wir uns so gegenseitig motivieren und unterstützen könnten!

9 Kommentare

  1. Guten Morgen. Wir sind auch gerade beim „Ausmisten“ unserer Wohnung. Weniger aus Platznot sondern vielmehr um etwas mehr Raum zu haben, Platz für neue Ideen und mehr Kreativität. Dabei sind gerade die Medien ein großes Diskussionsthema zwischen mir und meinem Mann. Vor langer Zeit habe ich mit dem digitalisieren unserer CD’s und DVD’s begonnen und bin der Meinung, dass nun die Meisten davon beim nächsten Flohmarkt einen neuen Besitzer finden sollten. Mein Mann hingegen kann sich nur schwer davon trennen und noch drückt er sich davor etwas auszusortieren.
    Mit den Büchern halten wir es etwas anders. Von denen trennen wir uns gar nicht. Viele kaufen wir sowieso nur gebraucht und für uns sind sie ein Stück weit auch die Seele unserer Wohnung.

    Ein schönes Wochenende noch und
    liebe Grüße, Doreen.

  2. Gummibaerchen1

    Also Bücher ( pepper jetzt bitte nicht genau lesen ) hab ich nicht mehr viele da ich ein e- book habe, lese ja auch in der Woche 1- 2 Bücher ,müsste ja sonst anbauen . Bei Kataloge mache ich es auch so gleich weg . Wenn ich doch was brauche kann ich ja im Internet nachsehen. Hmm ihr habt es echt nicht leicht in der Druckerbranche es gibt ja fast alles digital sogar die Werbung von Aldi und co . Aber so eine tolle Zeitschrift von Land idee oder Landliebe ist doch schöner auf Papier zu haben . Bei den Rezepten ärgere ich mich als weil ich dann nicht mehr weiss in welchem jetzt das tolle Rezepte war und suche dann ewig rum .?

  3. Liebe Pepper,
    du schreibst mir mit deinen Minimalismustipps aus der Seele. Ich hänge auch an meinen Büchern und Zeitschriften, habe es aber kürzlich auch geschafft, mich von einigen zu trennen. Auch ich habe nach diesem Gesichtspunkt aussortiert, ob ich sie noch jemals wieder lesen werde. Dieses ehrliche In-sich-gehen hilft mir beim Ausmisten generell: Greife/Ziehe ich dieses Stück jemals wieder an? Nun ist Ehrlichkeit gefragt. Bei NEIN trenne ich mich.
    Alles Liebe, Sandra

  4. Einfach eine Mail an die Unternehmen schreiben, dass sich euch aus ihrem Verteiler nehmen und bitte keine Kataloge mehr zusenden sollen. Das wäre mein Tipp. DAS schont RESSOURCEN!!!

    • Wie schon im Text erwähnt, will ich das aber ganz bewusst nicht. Ich bekomme keine Kataloge, die ich nicht lesen möchte. Und manche Kataloge will ich einfach als Printmedium lesen und nicht online.

  5. Ich glaube, ich miste sogar lieber das Spielezimmer aus als meine Bücher… Aber ich denke, dass ich eigentlich die in der zweiten Reihe weggeben kann. Bei den Zeitschriften mach ich es so wie du und Kataloge halten sich bei mir in Grenzen.
    BTW Kennst du Five Iron Frenzy und Braive Saint Saturn… Könnte dir gefallen wegen den OC Supertones 🙂 glg Uli

    • Bei uns leider nicht, die Auswahl ist eher klein und ich habe schon alles durch, was mich interessiert, auch die Kinderbücher haben wir alle durch.

  6. uff, wunden Punkt getroffen !

    Bei meinen letzten beiden Umzügen habe ich mich von knapp der Hälfte meiner Bücher getrennt.
    Inzwischen sind natürlich wieder welche dazu gekommen – der verfügbare Platz allerdings sehr geschrumpft.
    Sehr sehr schwierig ist für mich das Entsorgen von schönen Zeitschriften.
    Da sich die Blätter schlecht heften lassen und teilweise nicht in die Plastikhüllen passen gibt es kleine stapelbare Kartons (noch : Lieferkartons für Gewürze) in die die Seiten passen und so gibt es den Stapel : Wohnen, Kochen, Garten, Kreativ, Reise (obwohl Verreisen nicht mehr drin ist) Wünsche und Wichtig …..
    Sieht allerdings momentan nicht wirklich schön aus und nimmt ZUVIEL Platz weg …
    Werde Deinen Beitrag als Schubser nutzen und den Stapel neben meinem Lesesessel kurzentschlossen aussortieren…

    Danke

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!