Die Imperiale Brust und das Muttermilch Dessert

Ich muss ehrlich sagen, vom Stillen bin ich so gar nicht begeistert.
Zwar klappt es inzwischen so einigermaßen, aber es ist schon noch ziemlich anstrengend. Weniger die Dauer und Häufigkeit als die ganzen Kleinigkeiten drumherum.
Wir beide, also die kleine Waldmöwe und ich, bevorzugen die rechte Seite. Da klappt´s einfach irgendwie besser. Die linke Seite, die Imperiale Brust, macht ständig Probleme. Sie ist immer größer und schmerzt, die Kleine liegt nie so richtig gut und sie läuft aus wie ein Springbrunnen. Die dunkle Seite der Milch.
Die Brust, die gerade nicht gestillt wird, läuft während dem Stillen so stark aus, dass ich anfangs unzählige Spucktücher vollgemilcht habe. Bis mir eines Tages der glorreiche Einfall kam, einfach einen Becher darunter zu klemmen. Also habe ich Joghurt gekauft. Dabei habe ich nicht auf den Geschmack geachtet, sondern nur auf die Form des Bechers. Zuhause ist mir dann erst aufgefallen, was da drauf steht.”Buttermilch Dessert”. Aus dem B wird ein M und schon ist der Becher seiner neuen Bestimmung angepasst.

muttermilch dessert

Auf Erdbeergeschmack muss die Kleine aber leider verzichten, da sie nach täglichem Erdbeerverzehr meinerseits einen wunden Po bekommen hat. Mutterliebe sticht Erdbeerliebe, also habe ich dem Erdbeerkonsum abgeschworen und dem Popöchen geht es jetzt deutlich besser.

Mal sehen, wie lange das noch dauert, bis sich das ganze Milchmengendilemma angepasst hat und ich nicht mehr aussehe, wie eine Milchkuh mit zwei Eutern. Laut meiner Hebamme sollen Pfefferminz-und Salbeitee die Milchproduktion hemmen. Bisher merke ich davon noch nichts, aber vielleicht kommt das ja noch.
Ich hatte mich schon darauf gefreut, für die Unannehmlichkeiten beim Stillen wenigstens mit rasantem Gewichtsverlust belohnt zu werden. Da wurde ich allerdings bisher enttäuscht. Nach der Geburt habe ich mit dem ganzen Wasser auf einen Schlag 10 Kilo verloren. Dabei ist es allerdings bis heute geblieben. Da tut sich echt gar nichts, was ungemein frustrierend ist, wenn man einen Schrank voll wunderschöner Klamotten hat von denen einem nur noch zwei Hosen passen. Von den Oberteilen könnte ich zwar einige anziehen, aber da ich mich alle drei Stunden in das Land, wo Milch und Honig fließen verwandle, ziehe ich nur die unbeliebten Schlabbershirts an.
Nachdem der Versuch, waschbare Stilleinlagen zu verwenden nicht sehr erfolgreich war (nachdem auch drei Einlagen auf einmal meine Shirts nicht trocken gehalten haben, habe ich aufgegeben), verwende ich nun Wegwerfeinlagen von Nuk und Silikoneinlagen, die wie ein Druckverband funktionieren. Sehr gewöhnungsbedürftig, aber effektiv. Aber ein kleines Restrisiko bleibt, deshalb schlummern die Seidenshirts weiter in den Tiefen meines Schrankes.

Ich weiß, es sind ja jetzt erst gute drei Wochen um, und das dauert vielleicht alles eine Weile, aber Geduld gehört eindeutig nicht zu meinen Charaktereigenschaften.
Ich vermisse meine Jeans. Sehr.

So. Das war jetzt eindeutig kein Artikel für meine männlichen Leser. Es sei denn, sie wollen sich etwas mehr Verständnis für die Leiden der Mütter dieser Welt aneignen.
Die Mütter unter meinen Lesern haben vielleicht irgendwelche Tipps für mich, immer her damit. Was hat bei euch geholfen, was ist euer Trick 17 zum Thema Stillen?

Möge die Milch mit euch sein!

8 Kommentare

  1. Huhu, probiere mal die Lansinoh Einlagen, gibts bei DM. Die schließen die Feuchtigkeit ein und halte wesentlich besser. Die DM und NUK musste ich gefühlt stündlich wechseln.

    Von Pfefferminz und Salbei habe ich erst getrunken als ich nach 10 Monaten Abgestillt habe. Kenne das in dem Zusammenhang nur so.

    Musste sogar nachts StillBH und Einlagen tragen, weil sonst alles Nass wurde.

    Bzgl. Kleidung, ja das ist frustrierend. Hab noch lange Schwangerschaftshosen getragen.

    LG

  2. Geduld, es reguliert sich… Sowohl die Milch (ich brauchte irgendwann nichtmal Stilleinlagen mehr, das wäre anfangs unvollstellbar gewesen) als auch das Gewicht. Das ging nach ein paar Monaten runter, vorher hatte ich einfach nur Hunger, unbändig.

  3. Mit Stillproblemen hatte ich zum Glück nicht zu kämpfen, aber da mir meine Hebamme empfohlen hatte, die Überproduktion unter der warmen Dusche auszustreichen (oder beim einseitigen Stillen an der anderen Seite aufzufangen für Fläschchen), wäre das vielleicht eine Möglichkeit? Wo nicht so viel drin ist, kann nicht so viel auslaufen. Ansonsten reguliert sich die Brust eigentlich normalerweise nach ein paar Wochen je nach Nachfrage.

    Wenn du wieder ein bisschen fitter bist, dann gehst du einfach ganz viel und stramm mit dem Kinderwagen oder dem Wurm im Tragetuch spazieren – dann passen die Hosen auch bald wieder.

    Herzlich, Katja

  4. Ich nehme auch nur die Einlagen von Lansinoh, die waschbaren aus Wolle-Seide suppten dauernd durch, verrutschten ständig und machen darüber hinaus auch noch so hässliche Buckel im BH.
    Ich hatte einen ziemlich schwierigen Start mit dem Stillen, in den ersten 3 Wochen dachte ich täglich, ich stille ab. Jedem, der dann sagte, nur Geduld, das wird schon, bladibla, hätte ich einen über die Rübe ziehen können. Dummerweise hatten sie recht, irgendwann platzte der Knoten und seit der Muckel 5 Wochen alt ist, läuft es super und die Milchmenge hat sich eingependelt. Und immerhin ist Stillen fast die einzige Möglichkeit, um ihn auch tagsüber ein kleines Weilchen zum schlafen zu bringen – außerdem einer der wenigen Momente, in denen ich ihn nicht über der Schulter bzw auf dem Arm habe. 😉

    Und die Klamotten-Geschichte… Kauf dir ein paar schicke Stillkleider oder -Oberteile, z.B. von Milker Nursing oder Boobs oder Queen Mom. Und gehen die Jeans mit dem Haargummi-Trick zu? Ich hatte in der Schwangerschaft so einen Bund-“Erweiterer“, der war danach auch ganz praktisch. Hieß glaub ich BellyGuard. Und falls es dich tröstet: Mich haben die ersten Wochen Stillen und die damit verbundenen Probleme so dermaßen ausgelaugt, dass ich aussah wie der Tod auf Latschen. Nix mit strahlender Neu-Mama oder Sexy Mama. Die andere Seite ist auch nicht besser. 🙂

    Ich drück dir die Daumen, dass es bald super läuft!

    Liebe Grüße
    Katharina

  5. Singerka

    Liebe Pepper,
    so wie schon die Mädels geschrieben haben – Geduld 🙂 noch ein paar Wochen und es wird alles anders aussehen und reguliert sich von sich selbst. Milch und dein Gewicht 🙂
    Es ist nicht einfach aber glaub mir, nach 3-4 Wochen wirst du dich freuen, dass du genug Milch hast 🙂
    Vielleicht solltest du direkt vorm Stillen die Imperiale Brust (oder auch beide Brüste) ein bisschen abpumpen? Meiner Meinung nach ist das für Kinder angenehmen wenn die Brüste nicht zu voll sind. Meine Kinder waren zufrieden 😉
    Ich drücke die Daumen!
    LG

    • Abpumpen würde ich bei zu viel Milch eher nicht empfehlen. Das regt noch mehr an. Es sei denn du frierst zb. ein für Fläschchen.

  6. Also, bei Lotta und mir lief das auch nicht von Anfang an super mit dem Stillen, muss ich sagen. Obwohl es bei mir nie zur Debatte stand, ob ich weiter mache oder nicht – am Anfang tat es einfach weh, bis wir es drauf hatten, dass sie alles richtig in den Mund nimmt, gut liegt dabei und so weiter. Zwischendurch taten meine Brustwarzen so weh, dass ich immer komplett verkrampft war beim Stillen und mich wirklich zusammenreißen musste, um nicht zu heulen. Aber meine Hebamme hat uns das super erklärt und nach ein paar Woche (so lange dauert es leider wirklich) war Stillen das einfachste und selbstverständlichste der Welt. Ich find es immer noch einfach praktisch, mich hätte es viel mehr genervt, Nachts aufzustehen, um Lotta eine Flasche zu machen. So konnte sie neben mir liegen, trinken und wir beide einfach wieder einschlafen.
    Ich hatte auch echt megamäßig große Brüste, viel Milch und einmal bin ich Nachts davon aufgewacht, dass alles um mich rum so nass war – da war leider die Stilleinlage verrutscht und das gesamte Bett um mich herum nass.
    Nicht schön. Tagsüber ist das zum Glück nie passiert, aber ich hatte auch immer die Lansinoh-Stilleinlagen, die fand ich am Besten und auch Nachts immer einen Still-BH ohne Bügel. Wenn die Milch zu viel wurde oder meine Brust zu weh getan hat, hat eine warme Dusche und leichtes Ausstreichen bei mir auch gut geholfen, abpumpen würd ich auch lassen, das regt eher noch mehr an.
    Ich war vom Stillen übrigens so richtig angepisst, als mir die Haare ausgefallen sind, da war Lotta ungefähr 5 Monate alt. Da hatte ich richtig kahle Stellen und hab mich so beschissen gefühlt, da waren mir die Klamotten fast egal.

    Das mit dem Stillen und dem Abnehmen ging mir übrigens genau wie dir. Ich hatte erst wieder mein Ausgangsgewicht, als mir jetzt in der Schwangerschaft mit dem Neuen so schlecht war, dass ich kaum essen konnte.
    Aber viel Spazieren gehen hilft, dann kommt ja auch die Rückbildungsgymnastik, Yoga mit Kind ist auch super! Und es ist ja auch nicht gesund, so superschnell alles wieder abzunehmen, die Fettsäuren, die da abgebaut werden, gehen, glaub ich, in die Milch über und das ist nicht so gut (oh man, hab ich alles mal gelernt, diese Schwangerschaftsdemenz).

    Also, auch wenn man das so im Nachhinein immer leicht sagen kann – halte durch, hab Geduld, die ersten Wochen sind hart (aber doch auch wunderschön zwischendurch, oder) – aber wenn es gar nicht geht, dann lass es einfach. Ich würde zwar immer dazu raten, durchzuhalten, weil ich finde, dass es sich lohnt, aber das ist einfach nicht für jeden der richtige Weg. Du machst das schon, du und die kleine Waldmöwe und ihr als Familie, ihr schafft das! Vertrau auf dich und dein Gefühl, auch, was alles andere angeht.
    Fühl dich gedrückt (Nicht zu fest, das ist unangenehm, ich weiß…;-)) und liebste Grüße!

    • Ich habe die (nervenaufreibenden)Stillversuche bei meinem ersten Sohn aufgegeben. Für mich die richtige Entscheidungen. Das Kind ist mit Flasche prächtig groß geworden (genau heute 18 geworden) beim zweiten Kind habe ich gesagt: Es klappt gleich oder einfach wieder Flasche- und prompt klappte es gut- ich denke einfach, weil ich es nicht erzwingen wollte und ich mich vom Gedanken des “Allheiligen Stillen” freigemacht hatte.
      Ich drück Dir/ Euch die Daumen, dass Ihr den richtigen Weg für Euch findet
      Ute

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!