Die Stadt der schönen Schnörkel und schrecklichen Straßenbeläge

{Dieser Artikel enthält unbeauftragte Werbung}

Im Frühjahr war ich zu einem ganz besonderen Event eingeladen: dem Garden & Home Blog Award. Dieser Award wird von der Agentur Prachtstern organisiert und verliehen und ist inzwischen eine bekannte Größe in der Blogszene, in der ich mich bewege. Man trifft dort viele bekannte Gesichter, darunter sind inzwischen schon ein paar Blog – und Instagram Freunde und deshalb ist das Event an sich schon ein Highlight für uns Blogger. Aber die Mädels von Prachtstern lassen auch sonst so richtig krachen und so war dieses Wochenende in Münster vom coolen Factory Hotel über zahlreiche Workshops und tollen Locations ein voller Erfolg. Für mich sogar noch mehr, denn ich habe den Award in der Kategorie “Bester Blog Home & Living” gewonnen, eine Auszeichnung, über die ich mich sehr, sehr freue!

Ich habe heute ein paar Bilder vom Wochenende in Münster für euch, die allerdings alle von den professionellen Fotografen der Agentur gemacht wurden. Ich war zu sehr damit beschäftigt, alles zu bestaunen und Boomerang-Videos für Instagram zu machen 😉 Außerdem seht ihr mich dann zur Abwechslung auch mal vor der Kamera. Wenn ihr alle Bilder und den Film sehen möchtet, dann schaut einfach mal auf der Seite des GHBA vorbei: Garden & Home Blog Award

 

Einen Award zu gewinnen ist ja an sich schon eine tolle Sache, aber der Oberknaller beim Garden & Home Blog Award ist, dass die Gewinner aller Kategorien zusammen verreisen! Dieses Jahr war Paris das Ziel und da ich noch nie dort war und aber unbedingt einmal hin wollte, habe ich mich noch mehr gefreut, als eh schon! Ich hatte überhaupt keine Erwartungen an die Stadt und hab mich einfach überraschen lassen. Und überrascht hat mich Paris in vielerlei Hinsicht. Zum einen, wie wunderwunderschön all die alten Gebäude sind und wie schön einfach jedes Haus dort aussieht. Und zum anderen, wie lieblos die Pariser ihre Straßen reparieren. Wie kann eine so schöne Stadt so häßliche Straßen haben?

Eine Agentur vor Ort hatte für uns ein Program mit allem Drum Herum geplant, inklusive Essen und alles. Der Zeitplan war also ziemlich fest, weshalb ich es nicht geschafft habe, einen Flohmarkt zu besuchen. Ich muss wohl nochmal hin 🙂 Auch die überdachten Passagen waren sehr interessant, nur leider haben die Geschäfte gerade zugemacht, als wir an ganz vielen tollen Kunst-Geschäften vorbei gekommen sind. Der eine Laden war genau mein Ding und ich bin mir sicher, ich hätte da ein paar Bilder gekauft. Wobei Nadine und ich dann auf jeden Fall den ICE nach Hause verpasst hätten, aber dazu später mehr.

Wir haben alle im Hotel Antoine gewohnt, das sehr klein ist, aber in einer interessanten Gegend liegt. Es gab viele hübsche Gässchen und Geschäfte ringsum, die Christin und ich gleich nach unserer Ankunft erkundeten. Es gab einen Comic-Laden mit ganz vielen Lieblingscomics aus meiner Kindheit, da hätte ich mich stundenlang aufhalten können, aber wir wollten ja die Stadt sehen und Fotos machen. Von Gässchen wie aus Filmen bis zu abgerockten Industriegebäuden war alles dabei und bis der Rest der Truppe eintraf hatten wir schon einige tolle Motive eingefangen.
Am Nachmittag bekamen wir dann eine Führung durch die überdachten Passagen und die Geschichten dazu waren unheimlich interessant. Ich finde es so spannend, sich vorzustellen, wie die Leute damals dort entlang flaniert sind. Über was sie geredet haben, was sie trugen, und was damals gerade so los war. In Paris ist so viel bedeutendes passiert. Wirklich erstaunlich, welche herausragende Rolle diese Stadt in der Geschichte gespielt hat.



Am nächsten Tag habe ich zum ersten Mal den Eifelturm gesehen und war hin und weg. Erstaunlich, dass man sich für ein soclhes Stahlungetüm begeistern kann, aber ich finde ihn schön. Wir machten eine Bootstour auf der Seine, was wirklich absolut empfehlenswert ist, da man auf diesem Weg unheimlich viel sieht. Unter anderem auch Notre Dame, an der seit dem Feuer schon viel gearbeitet wurde. Aber sie sieht schon wirklich schlimm aus.





Nach dem Lunch im Tour Montparnasse (im 56. STock!) besuchten wir das Fragonard Parfüm Museum, welches wirklich ausgesprochen ästhetisch ist. Ich habe vor Jahren das Parfüm gelesen, weshalb ich die Geschichte des Parfüms schon ein bisschen kenne und es war toll, die original alten Flakons und Etiketten zu sehen. Witzig war, dass die junge Dame, die uns alles zeigte genau so aussah, wie die Mädchen im Buch, von denen Grenouille so besessen ist. Ob ihr das  selbst schon mal aufgefallen ist?


Nach dem Besuch im Museum hatten wir einen Macarons-Workshop in der Galerie Lafayette. Das war wirklich sehr interessant, auch wenn ich zuhause nie wieder Macarons backen werde, weil es so unglaublich aufwändig ist. Danach hatten wir ein bisschen freie Zeit und die Gruppe teilte sich auf. Ich war die Einzige, die sich anstellen wollte, um die Kuppel des Gebäudes von dem 16m hohen Glassteg zu fotografieren, weshalb ich dann alleine unterwegs war. Auf Shopping in der Galerie hatte ich keine Lust und zum Glück fiel mir ein, dass unser Guide irgendwann mal erwähnt hatte, wir sollten bei Gelegenheit die Dachterrasse der Galerie aufsuchen. Das tat ich dann auch und was soll ich sagen – ich erlebte da oben den schönsten Moment des Wochenendes!


Ich bin wirklich kein gefühlsbetonter Mensch (mein Mann und meine Mutter werden jetzt zustimmend nicken) und eigentlich bin ich auch eher ein Naturmensch, der Städten nicht so viel abgewinnen kann. Aber das Gefühl, das ich da über den Dächern von Paris hatte, das hatte ich noch nie. Und das, obwohl ich schon in Neuseeland und Norwegen war.
Es wurde langsam dunkel, als ich oben ankam und neben dem Eifelturm ging hinter den Wolken die Sonne unter. Am Ende der Terrasse standen nur ganz wenige Menschen und von dort aus konnte ich Montmartre sehen. Die Atmosphäre dort oben war irgendwie magisch. Als wäre die Seele aller Ereignisse der letzten Jahrhunderte in den Dächern hängen geblieben. Von hier oben kann man die Seele der Stadt sehen.
Nachdem ich ein paar Fotos gemacht hatte bot ich verschiedenen deutschen Touristen an, Bilder von ihnen vor dem Panorama zu machen und dann stand ich eine zeitlang einfach da und bewunderte den Anblick. Noch nie habe ich für eine Stadt und ihre Vergangenheit so viel Ehrfurcht und Respekt verspürt.
Als ich wieder zuhause war und mein zweijähriger Sohn ein Bild sah, das ich von den Dächern gemacht hatte,  fing er plötzlich an zu weinen und sagte: “Pris – auch hin!” Als hätte er diese Magie auch gespürt.



So, das war jetzt wahrscheinlich das Kitschigste, was ich jemals geschrieben habe! Aber so war´s halt.

Am Sonntag hatten wir einen Parfüm Workshop, das war so spannend! Wir mussten wirklich alles selbst machen, von der Auswahl der Essenzen bis hin zur deren Abstimmung aufeinander. Es war natürlich auch eine große Herausforderung, da wir uns ja nicht auskannten und als Laie die Essenzen zu kombinieren ist echt nicht einfach. Wir mussten unsere Favoriten dann auf Teststäbchen bringen und diese zusammen vor die Nase halten und austauschen, schnuppern, austauschen, schnuppern… Anfangs roch mein Parfüm wie ein Saunaufguss, da ich mich zwischen drei Holznoten nicht entscheiden konnte. Dann entwickelte es sich langsam zu einem Männerparfüm, das ich mit einem Hauch Rose dann doch noch ein bisschen feminisiert habe. Aber im Grunde ist es schon sehr männlich, weshalb ich es “Bärtiger Hippster im Wald” genannt habe. Ein Parfüm muss drei Wochen reifen und wenn man den Reifeprozess beenden will, muss man es eine Nacht in die Gefriertruhe legen. Ich schnüffle jeden Tag an meiner Flasche, weil es echt gut riecht. Am Anfang riecht es fast wie Aftershave, aber dann blumig-orientalisch. Ich habe natürlich auch mal nachgeschaut, was in meinem Parfüm drin ist, das ich seit Jahren benutze und witziger Weise fand ich fast alle Zutaten als reine Essenz furchtbar. Aber zusammen sind sie einfach unschlagbar. Wirklich erstaunlich!

Nach dem Lunch ging es dann auch schon wieder nach Hause. Da wir Zugfahrerinnen noch Zeit hatten, machten wir noch einen Spaziergang durch die Straßen bevor wir ein Taxi zum Bahnhof nahmen. Dort standen Nadine und ich dann ewig am falschen Gleis und bemerkten das erst drei Minuten, bevor unser Zug abfuhr und zwar 22 Gleise weiter, am anderen Ende des Bahnhofs. Wir sind SO gerannt! Und als wir dann am Gleis ankamen, stand vor unserem Zug noch ein ICE und wir mussten noch nach hinten rennen – wir haben es wirklich in aller letzte Sekunde geschafft! Ich stand dann erstmal unter Schock und konnte 3 Stunden nur Musik hören…

Das Wochenende war echt schön, wir hatten so viele tolle Gespräche und haben viele spannende Sachen gemacht! Ich bin wirklich dankbar, dass ich dabei sein durfte! Und vielleicht komme ich irgendwann tatsächlich wieder nach Paris und schaue mir Montmartre und die Flohmärkte an!

Zum Schluss habe ich sogar noch was für euch: jeder Gewinner des Awards darf ein Jahresabbo des Hygge Magazins verlosen. Dafür müsst ihr nur auf meinem Instagram Account unter diesem Bild kommentieren und schon macht ihr mit! Ich wünsche euch viel Glück!

1 Kommentare

  1. Irène Christen

    Wow…super schöne Fotos. Und sehr interessanter Text. Macht mich richtig “gluschtig” hin zu reisen.

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!