Echtholzdielen – Reinigung und Pflege

Nachdem ich euch hier gezeigt hatte, wie wir unseren Boden behandelt haben, bekam ich einige Rückmeldungen, dass die Anleitung sehr hilfreich sei und die Resonanz zum Boden im Allgemeinen ist durchweg positiv.
Es gibt aber wohl noch einen Punkt, über den sich viele, die ernsthaft in Erwägung ziehen diesen Boden selbst zu verlegen, noch Sorgen machen: Die Reinigung und Pflege.

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Nach einigen Monaten intensiver Nutzung, die Waldmöwe und ich verbringen quasi den ganzen Tag auf dem Boden, kann ich dazu nun eine erste Einschätzung liefern.
Ich habe ein paar Flecken ‘gesammelt’ und kann euch versichern: bisher ging alles weg! Ich habe bewusst einen Babybrei-Fleck über ein paar Tage einwirken lassen, die Waldmöwe hat ihre bunten Bauklötze sehr rücksichtslos auf den Boden gehämmert und mit Hingabe ihr Essen auf dem Boden verteilt.

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Ich reinige den Boden im Erdgeschoss einmal im Monat komplett. Das hat aber weniger mit Verschmutzung zu tun, als vielmehr mit der Eigenschaft des Holzes, bei extrem trockener Luft zu ‘schrumpfen’. Da wir im Erdgeschoss fast den ganzen Tag den Ofen brennen lassen, ist die Luft sehr trocken und die Fugen verbreitern sich dadurch sichtbar. Deshalb wische ich einmal im Monat sehr feucht durch, um dem Boden Feuchtigkeit zu geben. Das Wischwasser wird mit der Seife* angemischt, die auch bei der Vorbehandlung zum Seifen verwendet wird. Am besten funktioniert das Ganze mit einem richtigen Oldschool Wischmopp, wie dieser hier von Vileda*. Bei dem kann man nämlich die Zottel auswringen, indem man an der Stange dreht und muss sich nicht ständig bücken. Außerdem nehmen die Zottel viel Wasser auf.
Im 1. OG habe ich bisher noch nicht gewischt, da wir hier im Moment nicht stark heizen und weder gegessen, noch gespielt wird. Wenn die Waldmöwe dann aber in ihr Zimmer einzieht, in dem auch ein Ofen steht, werde ich dort genauso vorgehen, wie unten.

Die Möbel bleiben beim Wischen natürlich an Ort und Stelle, ich bin schließlich nicht Pippi Langstrumpf, die mit einer Hand einen Schrank hochhebt und mit der anderen darunter sauber macht. Der Boden bleibt unter den Möbeln dann natürlich etwas heller, aber wenn man diese irgendwann woanders hinstellt, gleicht sich das schnell an den Rest an.

Nun kommt es ja häufig zu akuten Flecken, die nicht bis zur monatlichen Reinigung warten können. Um diese zu beseitigen, benötigt man Wasser und einen Lappen. Jawohl, das war´s. Bei Flecken wie Brei oder anderem Essen, Asche usw. reicht es aus, sie feucht wegzuwischen, solange sie noch frisch sind. Sind die Flecken älter (die Waldmöwe spuckt gerne mal unbemerkt in unauffällige Ecken) oder sehr hartnäckig, nimmt man statt des Lappens einfach einen normalen Topfschwamm. Die raue Seite nass machen, leicht darüber rubbeln, Fleck weg.
Auf den Bildern seht ihr den Vorher-Nacher-Vergleich. Beim Naher-Bild ist das Holz noch feucht, deshalb ist es dunkler (geduldig warten ist nicht so meine Stärke). Sobald es trocken ist, sieht man absolut gar nichts mehr.

Es ist tatsächlich so einfach und darum liebe ich den Boden umso mehr!

Ich habe inzwischen drei Artikel zu diesem Thema verfasst, die eigentlich alle Fragen beantworten sollten. Sollte doch eine Frage auftauchen, die in keinem der Artikel beantwortet wird, schreibt bitte einen Kommentar, damit alle Leser etwas von der Antwort haben. Ich biete keine individuelle Beratung per Email an! Mehr als die Infos, die ich hier auf dem Blog weiter gebe, habe ich nicht.

Infos zur Reinigung und Pflege findet ihr hier: Erfahrungsbericht nach einigen Monaten
Die Antwort auf die meistgestellten Fragen könnt ihr hier nachlesen: FAQ

*Affiliatelink (wenn ihr die Artikel über diesen Link bestellt, bekomme ich eine kleine Provision, ihr zahlt aber nicht mehr dafür)

17 Kommentare

    • Auf Kratzer mache ich Wasser drauf. Wenn das nicht hilft, ein nasses Tuch hinlegen und das Warme Bügeleisen drauf. Funktioniert natürlich nicht bei jedem Macken, aber mir ist es auch nicht so wichtig, keine Kratzer zu haben. Das gehört zum Holzboden halt dazu.

  1. Hallo, eine tolle Seite. Haben mit großem Interesse deine Anleitung für den Boden gelesen. jetzt müsstest Du ja noch mal ein Jahr weiter mit dem Boden sein. Kannst du uns eventuell mal ein Foto schicken, wie er jetzt aussieht. Wir finden den nämlich super, haben aber mit drei Kindern Angst, dass er nach ein paar Jahren schäbig aussieht…
    Danke und viele Grüße aus Bochum,

    Samuel und Kerstin

  2. Hey,ich bin auch über eure Seite gestolpert da wir im Moment ein Häuschen von 1953 sanieren und wir fast in jedem Raum alte Dielen haben uns diese aufgearbeitet werden.
    Da wir auch lieber die hellere Variante mögen werde ich mir die Version wie ihr eure Böden behandelt habt genau merken.
    Wir haben auch zwei Kinder (7Jahre & 6 Monate ).ich hoffe der Boden muss nicht zu sehr leiden.
    Ich freue mich schon total wenn wir endlich einziehen können und mein Traum vom Holzfußboden wahr wird….. : )

  3. Hallo Pepper,Ich kann nur sagen es ist ein Traum von Fußboden! ?
    Eine Frage habe ich, ist es Lerche Rauhspund gewesen oder wie ist die genaue Bezeichnung der Dielen/ Bretter?
    LG Sabrina

  4. digtantologi

    Vor vielen Jahren war ich mal mit einem Dänen in – man wird es kaum erraten – Dänemark verhandelt und -genau! Wir haben die Dielen damals genauso behandelt. Durch das wiederkehrende Saubermachen mit der Seife wird der Boden mit der Zeit immer widerstandsfähiger, das Holz wird sozusagen gesättigt. Hatte ich ganz vergessen, dass wir das damals so gemacht haben (-bin ich wirklich schon so alt?) und wird jetzt die Entscheidung, wie wir im neuerworbenen, sehr renovierungsbedürftigem Haus mit dem Parkett umzugehen haben, erleichtern. Tak skal du have! Danke dafür 🙂

  5. Hallo ich habe mit Interesse deinen Bericht gelesen wir haben unseren Boden geseift. Nur kommen wir nicht mit dem Geruch klar ich schmecke die Seife über die Nase und mein Partner hustet. Geht der Seifengeruch irgendwann weg? Wir haben den Boden nach Beschreibung dreimal eingeseift, das war vor 5 Tagen. Er sieht schön hell aus aber wei gesagt wir haben ein Probelm mit dem Seifengeruch. Über eure Erfahrung hierzu würden wir uns freuen

    • Also bei uns riecht die Seife nie, auch bei der konzentrierten Anfangsbehandlung gab es bei uns nie eine Starke Geruchsentwicklung. Vielleicht war sie nicht mehr gut? Seife kann auch ranzig werden.

    • Christian

      Liebe Susanne,
      mit welcher Seife hast Du denn den Boden behandelt?
      Lieben Gruß
      Christian

  6. Wir würden gerne Parkett verlegen, haben einen Hund, der natürlich Haare verliert, d.h ich muss saugen. Sagst du den Boden?
    Liebe Grüße

  7. Isabella von Niederhäusern

    Hallo! So ein cooler Artikel! Ich bin dänin und liebe die schönen Holzböden aus dem Norden!
    Wir leben in der Schweiz und haben soeben die Zusage für ein wunderschönes “Schwedenhaus” aus 1965 erhalten!
    Dieser Boden ist ein “must”! Nun eine Frage. Wir würden gerne eine Bodenheizung verlegen. Hast du damit auch Erfahrung?
    Vielen herzlichen Dank und liebe Grüsse,
    Isabella

    • Hallo Isabella, wir haben keine. Ob das bei euch machbar ist, kann dir nur jemand von einer Heizungsfirma sagen, die wissen, was da heutzutage möglich ist.

  8. Stella Theisen

    Hallo Pepper,
    wir haben ein wunderschönes altes Bauernhaus gekauft und nun kann endlich der Dielenboden rein! Schon vor 2 Jahren habe ich deinen Artikel gefunden und von so einem tollen Holzboden geträumt.
    Nun meine Frage: bleibt die Helligkeit über mehrere Jahre bestehen oder musstet ihr schon “nachlaugen”.. geht das überhaupt?
    Und wir haben unsere Dielen verschraubt. Reicht es auf einer Seite eine Diele weg zu lassen? Ich habe ein bisschen Sorge um die Diele in den Türen, wenn sich das Holz dehnt. Da wir aber immer nur von einer Seite die Dielen verschrauben kann ich nicht an allen Rändern eine weg lassen. Verstehst du was ich meine? Braucht der Boden nur Platz zu einer Seite um sich auszudehnen?
    Danke für deine Hilfe!!
    Liebe Grüße
    Stella

    • Hallo Stella,

      erstmal Glückwunsch zum Haus!

      Also nachlaugen über die alte Lauge-Seife Schicht geht nicht. Abschleifen und das ganze Prozedere nochmal neu starten geht natürlich schon. Der Boden verfärbt sich natürlich trotzdem ein bisschen mit der Zeit, bekommt aber nicht diesen dunklen Honigton. Bei uns ist das eher so ein kalkig verwaschenes Weiß. Nach wie vor ist der Boden sehr hell.

      Wenn der Boden an einer Seite Platz hat, müsste das reichen. Allerdings weiß ich nicht, wie verschraubte Dielen reagieren. Unser Boden ist schwimmend verlegt und wird quasi nicht gezwungen, an einer Stelle zu bleiben. Wenn er allerdings verschraubt ist, könnte es eventuell passieren, dass das Holz sich wölbt oder reißt. Ich würde das vorher an ein oder zwei Dielen testen.

      Gruß
      Pepper

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!