Neuseeland // Ein Besuch bei Bilbo Beutlin

21. März 2013

Die Vorfreude ist groß. Heute geht es nach Hobbiton!
Doch zunächst machen wir Bekanntschaft mit dem neuseeländischen Pannenservice. Auf dem Weg nach Matamata leuchten nämlich plötzlich verschiedene Lämpchen am Amaturenbrett und ein durchgehender Piepton überzeugt uns davon, dass es vielleicht besser wäre, anzuhalten. Also steuern wir eine Tankstelle an. Die Mitarbeiter können uns leider nicht helfen, aber wir dürfen das Telefon benutzen um beim AA anzurufen. Nach wenigen Minuten kommt auch schon ein Servicetechniker angefahren. Er schraubt an der Batterie herum, es handelt sich wohl um eine Art Wackelkontakt. Das Ganze ist für uns zum Glück kostenlos, immerhin haben wir ja die rundumsorglos Versicherung gebucht.
Innerhalb kurzer Zeit ist das Problem gelöst und wir können bis Matamata durchfahren. Zunächst halten wir beim örtlichen Infocenter, das aussieht, wie der Grüne Drache. Hier erfahren wir endlich, was eine Führung durch Hobbiton kostet: 75$ pro Person. Schnäppchen ist anders, aber wir reden hier vom Original Filmset aus Herr der Ringe und der Hobbit. Wir müssen dort einfach hin.
Zufällig bekommen wir mit, dass gleich der Bus zur Farm losfährt. In, ähm…jetzt! Wir kaufen die Karten, Michael rennt zum Auto um den Rucksack zu holen und ich halte die Busfahrerin hin. Und dann gehts los!
Die Busfahrerin erzählt ein Bisschen, wie Peter Jackson die Alexander Farm entdeckt hat und wie das damals alles ablief. Dort angekommen, warten wir auf den Shuttleservice nach Hobbiton. Der Eintrittspreis ist übrigens der gleiche, wenn man die Karten direkt hier auf der Farm kauft, die Busfahrt hierher ist also umsonst und sehr viel bequemer, als selbst mit dem Camper den Weg zu suchen.
Der Einlass zum Filmset erfolgt nur in Gruppen und mit einem Führer. Auf eigene Faust kann man dort gar nicht hinein. Leider erwischen wir mal wieder eine sehr große Gruppe.
Hobbiton liegt im Inneren der Farm, dort bringt uns jetzt der Shuttlebus hin.
Und dann betreten wir den Ort, an dem Frodo und Sam zu Hause sind.
Bei Betrachten der folgenden Bilder muss diese Musik gehört werden:

Hobbit Höhle in Matamata 7
Wir stehen vor Hobbithöhlen, die genau so aussehen, wie im Film. In den Gärten blühen Blumen, Schmetterlinge fliegen in Schwärmen herum. An den Obstbäumen hängen Äpfel und Birnen. Wäsche ist zum Trocknen aufgehängt. Ich schaue mich erwartungsvoll um. Die Hobbits müssen jeden Moment aus ihren Höhlen springen.
Es gibt immer zwei von den Höhlen: eine Große, damit die Hobbitdarsteller davor kleiner aussehen und eine kleine, damit es so aussieht, als wäre Gandalf deutlich größer.

Hobbit Höhle in Matamata 6_1

Hobbitholes_1

Hobbit Höhle in Matamata 4
Der Weg führt weiter den Hügel hinauf, Richtung Beutelsend. Überall gibt es Details zu entdecken, eine Vogelscheuche, einen Schubkarren, Schüsseln, Töpfe…
Unser Guide erzählt vom Aufbau des Sets. Das Holz der Höhlen und Zäune wurde mit einer grünen Pampe bespritzt um es älter und flechtenbewachsen aussehen zu lassen. Alles wurde genau so umgesetzt, wie es im Buch beschrieben ist.

Hobbit Höhle in Matamata 5

Hobbit Höhle in Matamata 3
Wir erreichen Beutelsend. Auf dem Weg, den wir gerade nach oben gelaufen sind, macht sich Bilbo nach seiner Abschiedsrede an seinem Geburtstag aus dem Staub. Gandalf sieht ihm hinterher und sieht genau das, was ich jetzt sehe (Ich hab extra gewartet, bis der Typ mit den hochgezogenen Tennissocken aus meinem Blickfeld verschwunden ist).

Beutelsend in Matamata _3
Wir stehen vor Bilbos und Frodos Heim. Hier ist das Gartentor mit dem Schild, das Frodo in “der Hobbit” aufgehängt hat und dort steht die Bank, auf der Bilbo sitzt und raucht, als Gandalf eintrifft. Ich kann das Pfeifenkraut fast riechen. Ich stehe jetzt da, wo Gandalf im Film stand, als er sich mit Bilbo unterhielt.

Beutelsend

Bilbos Bank

Schaf vor Beutelsend
Unser Guide drängt zum Weitergehen. Wir sehen die Wiese, auf der die große Geburtstagsparty stattfindet. Der imposante Partybaum steht dort wirklich. Der stand da auch vorher schon. Es ist erstaunlich, dass es einen Ort gibt, der so aussieht, wie Tolkien ihn beschrieben hat. Und was fast noch erstaunlicher ist: dass Peter Jackson ihn gefunden hat.

Party Baum Hobbiton
Weiter geht es zu Mühle und dann über die Brücke zum Grünen Drachen. Dort bekommt jeder Gast ein Gratisgetränk. Während die Gruppe im Pub verschwindet, setze ich mich auf die Brückenmauer und freue mich wie ein Kind darüber, dass ich auf der Brücke sitze, die jeder aus dem Film kennt. Ich schließe die Augen und höre, wie Gandalf mit seinem Karren über die Brücke holpert. Wenn ich jetzt den Arm ausstrecke, kann ich ihn berühren.

Old Mill Hobbiton

Alte Mühle in Hobbiton

See in Hobbiton
Der Grüne Drache ist das einzige Gebäude, das hier am Set auch von Innen komplett ausgebaut ist. Hinter den Türen der Hobitthölen befindet sich nichts, die Innenräume sind im Filmstudio aufgebaut. Die Szenen im Grünen Drachen allerdings wurden hier gedreht.

Blick auf den Grünen Drachen

Der Grüne Drache in Hobbiton

Der Grüne Drachen in Hobbiton

Wimpelkette am Grünen Drachen

Nachdem wir unser Ginger Ale getrunken haben geht es leider weiter. Die Tour ist zu Ende. ich würde gerne noch hier bleiben und noch mehr Bilder machen. Ich bin so überwältigt von den Eindrücken und begeistert, wie liebevoll hier alles aufgebaut ist.
Es hat sich wirklich gelohnt, hierher zu kommen. Wenn wir die Filme wieder anschauen werden wir sagen: genau da bin ich auch schon gestanden. Das Gartentor habe ich auch angefasst. Und da, wo jetzt Frodo, Sam, Merry und Pipin ihr Bier trinken, nachdem sie Mittelerde gerettet haben, haben wir schon ein Ginger Ale getrunken.
Und erinnert ihr euch an die Szene aus “Die Rückkehr des Königs” in der Sam ganz am Ende nach Hause kommt und seine Frau im Garten steht? Wir stehen hier vor Sams Haus und ich habe das Gefühl, dass er gleich um die Ecke kommt und uns begrüßt.

Sams Haus Hobbiton

Hobbit Höhle in Matamata 2

Sowas kann man wahrscheinlich nur als Herr der Ringe Fan und Filmfreak verstehen. Gibt es einen Drehort, den ihr gerne mal sehen würdet?

Wir werden zurück nach Matamata gebracht und fahren von dort weiter nach Rotorua. Da es schon spät ist, erkundigen wir uns nach Campingplätzen in der Umgebung und spazieren dann noch ein bisschen herum. Zufällig entdecken wir eine Art Straßenfest, hier gibt es alles mögliche zu essen, Chinesisch, Schottisch, Deutsch…
Nach dem Essen suchen wir den Campingplatz, der an einem See liegen soll. Wieder einmal gibt es nirgends Hinweisschilder. Wir fragen zwei Jugendliche, die uns zum Glück weiterhelfen können. Wie sich herausstellt, ist der Campingplatz nämlich eigentlich nur ein Parkplatz am See Okareka, auf dem man über Nacht parken darf.
Der Platz befindet sich 11 km außerhalb von Rotorua und kostet 8 $/Person.

Nach den obligatorischen Ravioli mit Bohnen legen wir uns schlafen und träumen vom ruhigen Leben in Hobbiton, ohne Abenteuer und unerwarteten Zwischenfällen…

 

Wie der Himmel anderswo aussieht, könnt ihr wie jeden Samstag bei Katja sehen.

10 Kommentare

  1. Hach, toll. Und ich hab da in den Bildern ein paar Hobbits erspäht, ganz ehrlich! Und dieses Filmset steht auf meiner Liste ganz schön weit oben. Also eigentlich Neuseeland seit dem Film, naja egal, ich muss da mal hin. Tolle Bilder. Schönes Wochenende, Tobia

  2. obwohl ich mit hobbits und deRgleichen nicht viel anfangen kann …. welch wundeRsameR oRt. ein schöneR platz. sehR schön.
    liebe wochenendgRüße. käthe.

  3. Oh, wie wunderbar – das ist ja wie im Märchen. Und in Deinem Fall trifft es ja dann auch zu. Die Fotos und Dein Bericht ist sehr interessant. Da wäre man am liebsten mit durchgeschlendert. Vielleicht sollte man Beutelsend erweitern und die kleinen Höhlen als Feriendomizil anbieten 🙂

    Liebe Grüße

    Sabine

  4. Ich bein ein absoluter Fan vom Auenland! Wie gerne würde ich in so einem Häuschen mit so einem wunderschönen Garten wohnen ! ( natürlich ohne schwarze Reiter , Nazguls … 😉 )
    Liebe Grüße Ursula

  5. Hey, wie lustig, in Okareka waren wir auch und mussten auch ewig suchen. Die DOC-Campingplätze sind immer gut versteckt. Dafür schläft man dann auch idyllisch und sehr günstig. 🙂 Deine Fotos sind toll, durch die intensiven Farben wirken sie wie Filmbilder. Ich bin schon gespannt auf deinen nächsten Neuseeland-Post.
    Liebste Grüße, Eva

  6. Drehorte können sehr interessant sein. Ich war mal mit ‘nem Kumpel in Wilmington, USA auf den Spuren von Dawson’s Creek. 🙂
    Hobbiton werden wir uns im Januar auf jeden Fall auch anschauen, sieht echt beeindruckend aus.

  7. Wunderschöne Bilder!
    Ich muss mich jetzt leider outen: Ich habe keinen einzigen Herr-der-Ringe-Film geguckt. Ist nicht so meins, aber bei den Bildern überlege ich mir das fast sogar noch. 😉

  8. Beeindruckendes Filmset. Sehr surreal durch die Fotobearbeitung, aber das passt zum Thema. Wo ich gerne mal stehen würde ist der Turm, in dem “der Highlander” mit seiner “Blume” wohnt… Schottland eben.

    Herzlich, Katja

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!