Ein paar Gedanken zu “Magic Cleaning” von Marie Kondo

{Dieser Artikel enthält Werbung in Form einer Buch Rezension}

Die Bücher von Marie Kondo kennt wahrscheinlich jeder, der sich mit dem Thema Aufräumen beschäftigt.
Da bei der Minimalisierung des Haushaltes natürlich auch das Aussortieren und Ordnen eine große Rolle spielt, habe ich mir zwei ihrer Bücher durchgelesen und möchte hier kurz meine Gedanken darüber zusammen fassen, für alle, die auf der Suche nach Literatur zu dem Thema sind. Natürlich repräsentiert dieser Artikel nur meine eigene persönliche Meinung.

Gleich vorneweg – die Bücher zielen hauptsächlich auf das Thema Ordnung ab und weniger auf Minimalismus im Allgemeinen. Außerdem sind Frau Kondos Ideen für optimale Stauräume auf japanische Wohnverhältnisse ausgelegt. Während in Japan und Amerika Einbauschränke in fast jedem Haushalt zu finden sind, sind diese bei uns heutzutage eher selten.

Mit einem der Grundsätze aus dem Buch `Magic Cleaning` stimme ich absolut überein: dass alles im Haus einen festen Platz haben sollte und Unordnung nur dann entsteht, wenn man nicht weiß, wo man etwas unterbringen soll. Auch, dass alle Dinge der selben Art am gleichen Platz aufbewahrt werden sollten und nicht überall verteilt, erkläre ich meinem Mann schon seit Jahren. Ich hasse es, wenn Dinge der gleichen Kategorie an verschiedenen Stellen aufbewahrt werden. Leider passiert so etwas sehr schnell. Nehmen wir das Beispiel Klebeband. Eigentlich sollte es im Büro sein, aber häufig benutze ich es in der Küche. Also gibt es an beiden Orten eine Rolle. Wenn das mit vielen Gegenständen passiert, verliert man den Überblick.

Die meisten Ideen und Grundsätze von Marie Kondo finde ich leider irgendwie merkwürdig beziehungsweise nicht alltagstauglich, zumindest für das Leben in Deutschland. So sagt sie zum Beispiel, man solle jeden Tag nach Betreten des Hauses die Handtasche komplett ausräumen, den Inhalt an seinen festen Platz räumen und dann die Tasche in einem Staubbeutel in den Schrank stellen. Dabei solle man sich bei jedem Gegenstand bedanken.
Sie behauptet, das dauere nur fünf Minuten und rechtfertigt diese Handlungen damit, dass sie am nächsten Tag vielleicht eine andere Tasche benutzt und dann beim Umpacken etwas vergisst. Außerdem ist sie der Ansicht, dass die Tasche sich ausruhen muss.
Mein Ziel ist, mehr Zeit für wichtige Dinge zu haben, deshalb will ich meinen Besitz reduzieren. Solche Vorgehensweisen, wie diese sind in meinen Augen aber eher Verkomplizierungen. Ich verwende für die Arbeit jeden Tag die gleiche Tasche, ob sie perfekt zum Outfit passt, oder nicht. Die Anforderungen an die Tasche sind jeden Tag gleich, also wähle ich eine Tasche aus, die diese Anforderungen erfüllt und zu möglichst allem passt. Das macht in meinen Augen wirklich Sinn. Ich habe natürlich mehr als eine Tasche, da sich je nach Vorhaben die Anforderungen ändern. Aber ich habe für jede Aktivität eine Tasche. Eine für die Arbeit, eine zum Einkaufen, eine zum Ausgehen. Die Zeit zum Ausräumen am Nachmittag und Einräumen am Morgen nutze ich lieber für etwas Sinnvolleres. Noch dazu, weil ich zum Aufräumen der Tasche in den zweiten Stock hochlaufen müsste.
Zwar betont sie einerseits, dass man nicht mehr besitzen solle, als das was man braucht und mag, aber andererseits entwickelt sie Aufbewahrungstechniken um möglichst viele Handtaschen zu verstauen.
Gegenständen eine derart große Bedeutung einzuräumen, dass man mit ihnen spricht, ist in meinem Augen auch fragwürdig. Denn genau das möchte ich mit der Reduktion ja vermeiden – die zu starke Verbundenheit zu materiellen Dingen. Natürlich schätze ich die Dinge, die ich besitze und bin dankbar für sie. Aber diese Dankbarkeit gebührt nicht den Gegenständen selbst. Wertschätzung und Achtsamkeit im Umgang mit Dingen ist natürlich wichtig, aber man sollte Gegenstände in meinen Augen nicht dermaßen überbewerten.

Was ich auch nicht wirklich praktikabel finde, ist die Idee, Kleidung nicht liegend aufzubewahren, sondern aneinander gereiht. Da ich mir nicht vorstellen konnte, wie das funktionieren soll, habe ich es mal ausprobiert und es funktioniert wie erwartet nur bei Hosen. Alle weichen Textilien bleiben nicht stehen und über kurz oder lang hat man einfach einen wilden Haufen im Schrank. Zwar kann ich die klein zusammen gefalteten T-Shirts dicht an dicht in eine Schachtel stecken, so dass sie sich gegenseitig stützen. Aber wenn ich ein paar davon entnehme, um sie zu tragen, fällt alles in sich zusammen. Ihr Argument, dass man auf diese Weise nicht so viel unterbringen kann und damit nicht verleitet ist, zu viel anzuhäufen, ist im Grunde nicht schlecht. Aber die Umsetzung ist in deutschen Kleiderschränken nicht möglich. Da würde ich lieber alles auf Bügel hängen und an einer Kleiderstange aufbewahren, als die von ihr vorgeschlagene Methode anzuwenden.
Außerdem ist mir meine Zeit zu schade, um jedes T-Shirt in einer aufwändigen Falttechnik zu einem möglichst kleinen Paket werden zu lassen. Das geht in meinem Augen auch wieder total an der Vereinfachung alltäglicher Arbeiten vorbei. Ich mag Ordnung ja auch, aber das hat für mich schon leicht zwanghafte Züge.

Das Thema “Ordnung halten als Familie” wird kurz gestreift, allerdings konnte ich beim Lesen ein starkes Stirnrunzeln nicht unterdrücken. Sie berichtet von einer Klientin mit einer dreijährigen Tochter, die, nachdem sie einen festen Bereich für ihre Spielsachen zugeteilt bekam, plötzlich großen Spaß am Aufräumen hatte. Ich habe auch eine dreijährige Tochter, deren Spielsachen im Wohnzimmer ebenfalls einen festen Platz haben. Aber Aufräumen liegt einfach nicht in der Natur normaler Kinder. Oder liege ich da falsch? Die Waldmöwe ist nicht unordentlich, ich habe sie von Anfang an dazu angehalten, die Spielsachen aufzuräumen, wenn sie etwas Neues beginnt. Aber ich kann doch von einer Dreijährigen nicht erwarten, dass sie nur in dem dafür vorgesehenen Bereich spielt und ihre Sachen akribisch ordnet.
In einem Ratgeber zum Thema “Ordnung halten” ein japanisches Musterbeispiel von Kind heranzuziehen, dient in meinen Augen nicht unbedingt dazu, dass sich die Leser damit identifizieren können und Anregungen erhalten, wie sie das Chaos im Kinderzimmer in Schach halten können. Vielmehr lässt es den Gedanken aufkommen, dass es bei anderen funktioniert, nur bei einem selbst nicht.

Richtig seltsam finde ich ihren Ratschlag, Etiketten und Werbeaufkleber von Produkten zu entfernen, damit sie beim Öffnen der Schubladen und Schränke nicht so “laut” sind und uns mit ihren aufdringlichen Botschaften nicht belasten. Das klingt schon sehr nach esoterischem Hokuspokus und mal ehrlich – wer möchte denn seine Zeit damit verschwenden, Etiketten von seinen Einkäufen zu kratzen? Das ist in meinen Augen wirklich der aller größte Blödsinn! Angebrochene Lebensmittel fülle ich zwar auch in Einmachgläser um aber nur deshalb, weil sie so luftdicht verschlossen sind. Ich würde nie auf die Idee kommen, das Etikett eines Nutella-Glases abzukratzen.

Ihr merkt schon, ich kann mit den Ratschlägen von Marie Kondo nicht wirklich viel anfangen. Es gibt wenige Tipps, die wirklich umsetzbar sind, wie zum Beispiel, kleine Kartons als Unterteilung in großen Schubladen zu verwenden. Aber im Großen und Ganzen habe ich das Gefühl, dass die Autorin einfach nur versucht, mit irgendwelchen revolutionären Ideen zu beeindrucken und daraus Kapital zu schlagen. Wirklich handfeste, innovative Ratschläge für ganz normale Menschen, liefert das Buch meiner Meinung nach nicht. Man kann ja auch selbst ein wenig nachdenken, wenn man vorhat, auszumisten. Darauf, dass man die Dinge entsorgt, die man nicht braucht oder mag und die behält, die einem wichtig sind, dürfte so ziemlich jeder von selbst kommen.
Was aber noch viel schlimmer ist, ist dass im ganzen Buch der Hang zum Perfektionismus durchklingt und der Leser unterschwellig das Gefühl vermittelt bekommt, er könne nur durch die perfekte Ordnung glücklich werden. Marie Kondo setzt den Leser unter Druck und vermittelt ein Gefühl der Unzulänglichkeit. Denn seien wir ehrlich – der ideale Ordnungszustand in einem Haushalt mit Kind ist nahezu unmöglich.
Dass sie immer wieder betont, dass jede andere Art des Aufräumens falsch ist (das sagt sie wirklich genau so) und nur ihre Methode zum Erfolg führt, ist mir ziemlich unsympathisch. Jeder Mensch lebt anders, hat unterschiedliche Umstände und Schwerpunkte, deshalb kann auch das Aufräumen individuell verschieden sein. Frau Kondo lehnt dies aber vehement ab und viele Seiten des Buches sind mit Lobhudeleien für sie selbst gefüllt.

Natürlich empfindet das jeder Leser anders und bestimmt gibt es einige, die aus dem Buch weit mehr Anregungen heraus ziehen können, als ich, sonst wäre sie nicht so erfolgreich. Ob man die Vorgehensweise, die die Autorin “KonMari” nennt, als sinnvoll empfindet, muss jeder selbst herausfinden, deshalb will ich auch niemandem abraten, das Buch zu lesen. Aber man sollte sich davon auf jeden Fall nicht zu viel erhoffen.
Da ich immer wieder gefragt werde, welche Bücher ich zum Thema “Minimalismus” empfehlen kann und viele schon mal irgendwo von diesem Buch gehört haben, wollte ich euch einfach mal meinen Eindruck davon schildern.

Habt ihr das Buch schon gelesen? Was ist eure Meinung dazu?

17 Kommentare

  1. Hallo liebe Pepper, dein Beitrag hat mir aus der Seele gesprochen! Obwohl ich ein ordnungsliebender Mensch bin, habe ich dennoch das obige Buch gelesen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich es mir nicht gekauft, sondern nur geliehen habe. Manche Passagen kamen mir vor wie “nicht von dieser Welt”. So finde ich auch das Falten von Shirts etc. völlig unsinnig. Ebenso ist es nicht mein “Ding”, alles, aber auch wirklich alles in den Kleiderschrank zu packen, denn Frau Kondo möchte, dass man dort auch Schmuck und jegliche Accessoires unterbringt. Meinen Schmuck habe ich jedoch ganz woanders, er wird nie im Kleiderschrank landen. Ich denke, das Buch ist eine “Geldmaschine”, aber so richtigen Nutzen kann man – bzw. ich – nicht daraus ziehen. Ich verlasse mich lieber auf meinen Ordnungssinn und komme damit gut klar. Sich von Dingen zu trennen – das muss man mit sich ausmachen, da hilft mir keine Frau Kondo. In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Artikel von dir zum Thema Minimalismus, was ich sehr inspirierend finde. Liebe Grüße, Heidi

  2. Super Pepper! So ein ehrlicher, toller Bericht! Weltfremde “Methoden” in einem Haushalt mit fünf Kindern unterzubringen …. – ich sage dir…., das ist ein Ding der Unmöglichkeit!
    Und bezüglich diverser “Tipps und Tricks”, da glaube ich gibt’s insgesamt schon jede Menge im Netz (Martha Stuart – teilweise suuuper Anregungen…) und natürlich auch in Form von Büchern und sowieso, wenn man zum Beispiel Aufmerksam durchs gelb-blaue Möbelimperium streift sozusagen…

    Die Sache mit den Dingen derselben Kategorie an einem Ort war für mich auch immer so wichtig, und ich “hasse” es eigentlich auch, wenn es nicht so ist, aber irgendwie lässt sich vieles nicht vermeiden (-wie du schon mit dem Klebeband berichtest,… – es hilft mir ja auch nix, wenn ich dann immer durchs halbe Haus streifen muss…) Außerdem braucht bei uns jedes Kind seine eigenen Scheren, Klebstoffe, Stifte usw… da wirds echt schwierig….
    Und zum Beispiel mit der Wolle gings mir immer so… – ich habe SEHR VIEL Handarbeits- und Bastelmaterial (da ich es einfach lieieiebe solche Sachen zu machen…)
    Jetzt wurden aber durch die Menge und durch meine “Sortiermethoden” (zB nach Farbe) viele Dinge für die Kinder schwer zugänglich… Jetzt wollte jemand dies, jemand anderer das machen und immer sollte (-musste…) ich dann die entsprechenden Dinge holen.
    Nun hab ich das stetig geändert und “arbeite” mehr und mehr mit der “Körbchenmethode” (-Montessori, Eltern vom Mars zB), sodass die Utensilien für eine Gewisse Tätigkeit in einem Körbchen beinander sind. Somit gibt es naturgemäß mehrere Plätze, an denen sich Scheren, kleine Wollknäuel, sogar Nadeln, Knetmasse (in Schnappverschlussgläsern) mit verschiedenen Sachen dazu…usw usw befinden und trotzdem ist alles einfacher zu handeln und übersichtlicher und schneller wieder in Ordnung gebracht. (Wobei ich sagen muss, es hat gedauert bei mir, bis ich das so gemacht habe…)

    Du hast jedenfalls für mich ein super super Wohlfühlhaus! Ich arbeite noch stark in diese Richtung!! (-viel zu viele “Kruschtelecken” für viel zu wenig Zeit…)

    Alles Liebe euch!
    Katrin

  3. Ich habe vor kurzem das Hörbuch dazu gehört und ich muss sagen, ich mag es sehr. An einigen Stellen hatte ich auch den Eindruck, dass ihre Sichtweise doch etwas sehr japanisch anmutet, ich würde meine Tasche beispielsweise auch nicht jeden Tag aus- und einräumen. Allerdings bedanke ich mich tatsächlich auch ab und an bei Gegenständen, oder spreche mit ihnen. Nicht immer, aber ab und an wenn mir danach ist. Das verbreitet irgendwie positive Schwingungen, ich mag das 😉 Genauso geht es mir mit den Etiketten und bedruckten Verpackungen. Das liegt aber vielleicht auch an meinem Beruf (Grafikdesigner). Der Alltag ist so überladen mit Informationen, bunten Etiketten und Aufschriften, dass ich Zuhause gerne “ruhe” davor habe. Früher habe ich im Laden dann zu Produkten gegriffen, die einigermaßen ansehnlich verpackt waren. Da mir die Qualität aber wichtiger ist, gehe ich jetzt dazu über, den Inhalt einfach in meine einheitlich etikettierten Mason Jars zu füllen. Das mache ich nach jedem Einkauf, und dauert meiner Meinung nach nicht länger, als die Verpackung in den Schrank zu stellen. Im Gebrauch erleichtert es mir sogar einiges, so zerfällt mir keine halbleere Pappschachtel und ich habe nirgendwo Krümel rumfliegen. Zudem sieht es ordentlich aus, und ich werde nicht an irgendwelche Firmen erinnert, sondern sehe direkt das Produkt. Ich mag Zuhause keine Werbung haben, als Kind haben mich schon Kleidungsstücke gestört, auf denen der Name gedruckt war.
    Mir gefällt auch die Methode, die Kleidung “aufzustellen”. Ich habe eine Kommode mit Schubladen für meine Kleidung, und seitdem ich diese dort aufstelle, finde ich viel leichter das Teil, welches ich gern tragen möchte und muss dafür keinen Stapel zerwühlen. Jacken etc habe ich auch auf einem Kleiderbügel hängen. Pullover und Hosen fallen dabei sowieso nicht um, und hinter den T-Shirts habe ich einen Yogablock aus Kork stehen, welche ich dann weiter nach vorn schiebe, wenn der Stapel kleiner wird. Das hat sich bei mir sehr bewährt.

    Beste Grüße, Nora

    • Hallo Nora, danke für deine positive Sicht des Buches! Die Sachen umfüllen mache ich auch, sobald sie angebrochen sind, weil man sie sonst nicht gut luftdicht verpacken kann. Aber da die Lebensmittel alle in Schränken und Schubladen stehen, sehe ich sie ja nicht und deshalb stören mich auch die Etiketten nicht. Ich würde aber nie einen Saftbeutel oder ein Nutellaglas umfüllen, nur damit er nicht so aufdringlich aussieht. Da würde ich dann auch eher etwas kaufen, was von vorneherein schlichter aussieht. Vielleicht kommt das ja mal irgendwann bei den Herstellern an, dass Verbraucher eher schlichtes Design wünschen.
      Das mit den Kleidern hat bei mir wie gesagt überhaupt nicht geklappt, da ich einen Vitrinenschrank dafür habe und alles einfach in alle Richtungen davon gerutscht ist, nicht nur seitlich, sondern auch nach vorne.
      Aber das ist eben der Unterschied bei den Gegebenheiten, bei manchen funktioniert es, bei anderen überhaupt nicht.

  4. Hallo Pepper!
    Ich gehöre auch zu denen die das Buch Magic Cleaning sehr hilfreich fanden!
    Seit Mai 2016 bin ich in Elternzeit und wenn man plötzlich so viel Zeit zu Hause verbringt
    fallen einem einige Dinge auf die einen stören oder die man ständig wegräumen muss.
    Kurz gesagt ich wollte nicht mehr so viel Zeit mit aufräumen verbringen und einfach komplett
    ausmisten. Mir fiel ein dass ich mal was über Magic Cleaning gelesen habe und war neugierig
    ob dieses Buch ein Leitfaden für mich sein kann. Mit den Kategorien zu beginnen war für mich sehr
    hilfreich weil ich so wusste wie ich anfangen muss. Auch mich zu fragen welche meiner Sachen machen mich glücklich und wann hab ich diese Dinge das letzte Mal getragen oder benutzt war für
    mich ein guter Ansatz zum ausmisten. Auch die Sache mit den Bedienungsanleitungen und
    Verpackungen wegzuschmeißen hat mich befreit. Meine Handtasche (ich habe nur eine die ich regelmäßig benutze) räume ich seit ich das Buch gelesen habe auch meistens aus, weil sich jedes Mal
    wenn man unterwegs ist, sich immer Dinge drin befinden die da nicht drin sein müsse ( Tempos, Kassenzettel, Einkaufzettel, Krümel….) so ist die Tasche für den nächsten Gebrauch wieder bereit.
    Marie Kondo`s Einstellung dass sich die Tasche ausruhen muss finde ich auch etwas seltsam und die Falttechniken für den Kleiderschrank ist für einen kreativ, chaotischen Mensch wie mich nicht umsetztbar und ich hab da auch mein eigenes System wie dieser eingeräumt ist. Es sind noch einige andere Dinge die nicht so umsetztbar für mich sind, aber das muss es ja nicht!
    Also im großen und ganzen hat mir dieses Buch den Antrieb und Leitfaden gegeben den ich gebraucht
    habe. Auch das alles seinen festen Platz hat funktioniert bei uns super!

    Liebe Grüße
    Chrissi

  5. Hallo Pepper,
    ich stimme dir in vielen Punkten zu. Die Art, wie ich bei mir zuhause “Ordnung” umsetze, passt nicht mit der von Marie Kondo zusammen. Sie hat eine spezielle Philosophie und ist sehr rituell. Aber ich denke, man darf sie auch nicht so ganz wörtlich nehmen. Sie schreibt ja auch, dass das Ordnen für sie schon immer eine Ersatzhandlung aus Einsamkeit war und das im Hinterkopf habe ich vor allem folgende Anregung übernommen:
    Aufräumen nach Kategorie, nicht nach Raum. Alles (alles!) raussuchen und an einer Stelle sammeln und durchsehen. Erinnerungsstücke zum Schluss. Besser habe ich nie aussortiert 🙂 und ich finde es, gerade, wenn man viel aussortiert, tatsächlich auch gut, sich bei den Gegenständen kurz zu “bedanken” bzw. eine kurze Erinnerung daran zuzulassen, was dieser Gegenstand mir bedeutet hat, was ich mit ihm verbinde. Kurz! wohlgemerkt. Dann klappt das loslassen besser und man macht sich vielleicht auch noch einmal klar, dass die Erinnerung in dir vorhanden ist und nicht allein an den Gegenstand geknüpft ist.
    Kennst du Masaru Emoto? Dankbarkeit bewirkt etwas 🙂
    Viele Grüße
    Lisanne

    • Ich sehe es ja grundsätzlich auch so, dass Dankbarkeit unheimlich wichtig ist, aber eben nicht gegenüber Gegenständen. Ich möchte den Stellenwert von Dingen nicht zu groß werden lassen.
      Wie ich im Artikel auch geschrieben habe, manche Ansätze finde ich ganz nützlich, aber im Großen und Ganzen macht alles einen sehr perfektionistischen, zwanghaften Eindruck. Auch diese extreme Selbstüberzeugung finde ich irgendwie schwierig. Indem sie immer wieder betont, dass jeder, der ihre Methode anwendet, nie mehr Unordnung haben wird, baut sie einen enormen Leistungsdruck auf.

  6. Hallooo,
    ich habe eine Leseprobe gelesen und mir den Rest danach erspart… Allerdings fand ich Videos auf Youtube zur Konmari Methode sehr hilfreich beim Ausmisten und habe mir quasi dort die creme de la creme ihrer Tipps von anderen Usern angehört.
    Das Falten finde ich im Gegensatz zu dir extrem praktisch, da ich allerdings alle meine Kleider auf einer Stange und in zwei Schubladen verstaue, lässt es sich da auch prima anwenden. In besagten Videos habe ich festegestellt, dass die Leute in anderen Ländern (v.a. den englischsprachigen) wohl hauptsächlich in Kommoden – sprich in Schubladen – ihre Shirts, Hosen etc aufbewahren. Da funktioniert das vertikale Aufstellen wunderbar, weil man immer den Überblick bewahrt und bei mir kippt da nichts… Ich falte auch nicht akribisch, sondern ruckizucki, da ist also ein Teil mal breiter als das andere gefaltet und es passt trotzdem wunderbar 🙂 Für Schubladen, dicke Pullis und Jeans wirklich ideal!
    Und sehr erfrischend, mal eine so gemischte Review zu diesem überhypten Buch mit den schrecklichen kurzen komischen Sätzen zu lesen 😉
    Viele Grüße!

  7. Andrea van den Berg

    Ich falte meine T-shirts so und habe seitdem einen aufgeräumten Schrank.. Bei irgendwelchen Gegenständen bedanke ich mich ganz sicher nicht. Als Christ kann ich das auch nicht mit gutem Gewissen unterstützen. Aber, ich finde es hilfreich alles nach Kategorie zu sortieren und aus zu misten..

  8. Liebe Pepper,

    seit einer halben Ewigkeit schlummert schon ein angefangener, aber irgendwie nie zu Ende gebrachter Artikel zum Thema KonMari in meinem Entwurf-Ordner.
    Ich habe mich mit einigen Punkten wirklich schwer getan und sehe ähnliche Kritikstellen wie du: Spiritismus, der aus meiner Sicht wenig nachvollziehbar ist (vielleicht ist das der kulturellen Unterschiedlichkeit zuzuschreiben?), schon ans Manische grenzender Ordnungsfanatismus und merkwürdige Angewohnheiten, die in mir ebenfalls einen schalen Beigeschmack und einen nicht besonders sympathischen Eindruck von Marie Kondo hinterlassen haben.
    (Achtung – da kommt noch mehr, das Kommentarfeld lässt bei dir irgendwie keine Monster-Kommentare zu… 😉 )

    • Abgesehen von diesen teilweise detaillierten Mängeln, die mir sauer aufgestoßen sind, finde ich das Buch allerdings doch eine Lesestunde wert, denn es vermittelt – im Großen und Ganzen für mich jedenfalls – eine große Portion Motivation, endlich anzufangen und etwas zu verändern. Für Menschen, die sich bisher noch nicht überwinden konnten, sich ihrem Chaos zu stellen, mag das eine sehr gute In-den-Hinter-Tret-Methode sein, die sicherlich auch oft zum Erfolg führt.
      Einige der Hauptpunkte erachte ich ebenfalls für hilfreich: Alles auf einen Haufen werfen und dann aussortieren, nach dem Liebe-ich-das-Ding-Aspekt aussortieren und solche Dinge…für mich haben sie (als ich schon mehrfach aussoriert hatte) noch einmal den Anstoß gegeben, alles wiederholt zu prüfen – und siehe da: Da kann ja noch so einiges mehr die Wohnung verlassen!

    • (Nr. 3)
      Ich denke, generell ist das Buch ein zweischneidiges Schwert: Kondo vermittelt nicht unbedingt bahnbrechende Neuerungen, die einem jeden selbst, der sich ernsthaft mit der Materie auseinandersetzt, nicht vielleicht früher oder später auch eingefallen wären. Aber sie spricht die Dinge, die vielleicht im Kopf umherwabern und keine Struktur erhalten, direkt an. Und vielleicht macht das ihren Erfolg aus.

      Liebe Grüße
      Jenni

  9. Ich bin da voll deiner Meinung. Mir ist dieser ganze Hype um die Marie Condo etwas suspekt. Es gibt ein paar Ideen, die man für sich anpassen kann, aber das meiste ist für mein Geschmack zu “religiös”.

  10. Hallo Pepper,
    Ich liebe dieses Buch!, im Ernst für einen Minimalisten ist es sicherlich nichts da es keine Bahnbrechenden Äusserungen gibt wenn man eben schon loslassen kann. ABER ich habe 25 Jahre lang nicht ausgemistet und hatte noch Altlasten meiner Eltern, konnte mich kaum von etwas trennen alla ich könnte es noch mal gebrauchen… Und jetzt bin ich auf dem Weg zum Minimalist, ich brauche weniger, kaufe durchdachter und weiss was ich brauchen kann und was nicht.
    Ich konnte mich durch dieses weniger im Kopf mehr mit dem Herzen vorgehen und “fühlen” ob ich den Gegenstand noch brauche statt “hat viel gekostet, habe ich Geschenkt bekommen, man könnte noch…, aber ich brauche das vielleicht noch irgendwann…” viel Leichter von den Dingen trennen, ist ja nicht so als ob ich es in den vorangegangenen Jahren nicht auch schon versucht hätte.

    Aber ich gebe dir auch Recht gewisse Sachen sind hier nicht umsetzbar, auch ich packe meine Tasche nicht jeden Abend aus aber ich bin Achtsamer geworden und lasse nicht mehr so viel rein (Zettel, Flyer etc…) und räume Sachen die ich nicht täglich brauche regelmässig auf. Meine Shirts und Hosen stehen super und ich benötige je Shirt nur einen Handgriff mehr als Früher, die Hosen vom Junior stehen auch bei kaum gefüllter Schublade super! Es kommt ein bisschen auf die Technik an ;D. Nur Socken die sind beim Junior immer noch Knäuel ich habe definitiv weder Zeit noch Lust andauernd die Socken zusammen zu suchen *lol*.

    Mein Sohn 5 räumt mittlerweile auch sehr gerne und leicht auf aber das liegt nicht nur an Kondo sondern eher daran das er 1. Nur noch Lieblingssachen hat und alles jetzt brauchen kann (nichts zu kleines zu grosses…) 2. Alle Boxen klar beschriftet sind (Fotos) 3. wir uns zusammen eine Art des Versorgens überlegt haben (was gehört wohin was ist für ihn! logisch) 4. jede Box maximal zur Hälfte befüllt ist (so macht Wühlen auch Spass und die Kiste wird nicht nur ausgeleert) 5. grosse Themen lieber nochmals unterteil sind (es macht keinen Spass wenn das Kind die Kiste mit dem Duplozug und Schienen über den Boden verteilt nur weil er gerade Männchen xy sucht das natürlich nicht in dieser Box war…) und ich denke es kommt auch mit dem Alter mit 3 hat er auch nicht sehr gerne aufgeräumt.

    Und ich finde auch sie widerholt sich sehr oft und die Beispiele sind manchmal überflüssig, aber ich kann auch verstehen wieso es so sehr hilft beim loslassen und empfehle es gerne im Freundeskreis weiter, man muss nicht alle Ratschläge umsetzen sondern kann sich wie in jedem Buch einfach das rausnehmen was man brauchen kann und den Rest habe ich sowieso schnell wieder vergessen %).

    Und trotz Kind geht aufräumen schneller weil man eben weiss was wohin gehört, man weniger unwichtige Dinge hat die auch noch rausgerissen werden können (potentielle Chaosverursacher), ich suche viel weniger bis kaum noch irgend etwas das ist sehr entspannend! früher gab es kaum einen Tag an dem ich nicht irgendetwas gesucht habe, einfach schrecklich! Und ein Grössenwechsel beim Kind geht nun auch fix weil ich weiss was wir neu brauchen, wohin ich das Alte gehen kann und so kommt es gar nicht zum lagern oder rumfliegen der Dinge auch das ist sehr praktisch. Komplette Ordnung mit Kind definitiv nicht möglich aber auf jeden Fall zum besseren Optimierbar und das reicht hier vollkommen wir haben mehr Zeit gemeinsam und ich bin wesentlich entspannter.

    Ganz liebe Grüsse
    Manu

  11. Hallo…und danke für deine humorvolle Rezension.

    Ein paar Erfahrungen von mir.
    Ich hab das Buch von Marie Kondo gelesen, die meine Autokorrektur zu Marie Konto verwandelt, was sicher auch nicht ganz verkehrt ist, da ich schätze, dass das durchaus auch ein gewinnbringendes Business ist – bei all den Menschen, die sich schwer tun, Gerümpel loszulassen und gute Strukturen zu finden.

    Was ich mag
    DANK – Ich mag das Danken. Auch wenn ich es etwas schräg finde, sich bei Socken zu bedanken, habe ich ihren Impuls, einen Moment dankbar innezuhalten, bevor ich etwas entsorge, in mein Leben integriert. Ich bin tatsächlich dankbar für die Socken, die meine Füße gewärmt haben. Die Kleidung oder Bücher, die mich eine Weile begleitet haben. Dankbar auch im Vergleich zu den Menschen, die weniger haben als ich.

    BEUTEL IN TASCHEN – Nee. Handtasche täglich ausräumen wäre auch nicht meines. Meine große Tasche, in die der Laptop passt, den ich als Autorin fast überall mit hin schleppe, ist fast ständig in Gebrauch. Ich hab in die Tasche zwei Beutel: Einen mit Kosmetik, den anderen mit Ladekabel und Ersatzakku. Der Hauptakku ist bei meinem Laufband eingesteckt auf dem ich die meisten längeren Texte schreibe – nicht im Rennen sondern im gemütlichen Lauftempo.

    DINGE NACH KATEGORIEN ENTRÜMPELN: Als ich das gemacht habe, habe ich vier (!!!) Orte gefunden, an denen ich in meiner Wohnung Stifte sammle. Jetzt gibt es nur noch eine Sammelstelle, da sind alle Vorräte, aber mehrere Einsatzorte, da ich an verschiedenen Stellen Stifte brauche. ich mache das nicht konsequent. Aktuell mach ich Entrümpeln nach Zahlen – ich hab mir im September das Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres 2000 Gegenstände weniger an Bord zu haben. An Bord im durchaus wörtlichen Sinne. Ich lebe auf einem alten Marineschiff, das ich mit vielen Freunden zum Hausboot umgebaut habe. Aktuell (Ende November) bin. Aktuell bin ich bei 1272 Stück!

    Ich hab frei nach dem Motto “prüft alles, behaltet das Gute”, einiges von ihr aufgegriffen, viel Eigenes dazu gemischt und daraus ein Ebook mit den für mich aktuell hilfreichsten Aufräumtipps gemacht. Wenn du magst, schau´s dir mal an und sag mir, ob du das lieber magst als Marie Konto , äh, Kondo. Wenn ja. Wunderbar.
    Wenn nein, würde ich supergern hören, was du verändern, verbessern, weglassen oder verändern würdest.

    https://free.down-to-earth.de/aufgeraeumt/
    Lieben Gruß von Bord – Kerstin

  12. Oh, fast hätte ich das Wichtigste vergessen. Die ganzen Aufräumtipps und Tricks nützen nichts, wenn die inneren Blockaden, die den Prozess torpedieren, nicht gelöst sind.
    Sätze wie:
    – “Ich könnte es ja noch brauchen!” (und die innere ANGST)
    oder
    – “Jemand könnte es noch gebrauchen!”
    Mir hat kürzlich ein alter Herr geschrieben, dass er nicht vorankommt, seine Schrankwand mit ca. 85 Stehsammlern zu reduzieren, weil er niemanden findet, der sie noch brauchen kann.
    Ich hab ihn dabei unterstützt, den alten Satz “Ich darf Dinge nicht weggeben, die jemand anders VIELLEICHT noch gebrauchen kann!” und den damit verbundenen Stress (“Ich bin böse, wenn ich so was tue!” aufzulösen…was gar nicht so leicht ist, weil solche Sahen so tief sitzen.

    Aber wenn die alten, nicht hilfreichen Überzeugungen und die damit verbundenen Gefühle erst mal in der Tiefe gelöst sind, kann man die ganzen guten Aufräum-Tipps und Tricks viel besser umsetzen.

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