Neuseeland // Ein pünktlicher Geysir und Höllenduft – Wei-O-Tapu

23. März 2013

Wir haben beschlossen, das Wai-O-Tapu auch noch zu besichtigen. Wenn man in Neuseeland ist, sollte man zumindest einen Geysir gesehen haben. Wir müssen zeitig los, da der “Lady Knox Geysir” schon um 10.15 Uhr ausbricht.
Ich frage mich, woher der Geysir weiß, dass er jeden Tag pünktlich zu dieser Zeit auszubrechen hat. Was, wenn er es mal nicht tut? Ein Geysir kann doch nicht so berechenbar sein. Oder?

Wir holen an der Kasse unsere Tickets und fahren dann zum wenige hundert Meter entfernten Geysir. Dort sind Bänke aufgebaut auf denen sich die Touristen brav niederlassen, um dem Spektakel beizuwohnen. Was, wenn die Lady jetzt schon spuckt, wo noch niemand die Kamera im Anschlag hat? Das wäre ja zu ärgerlich!
Ein Mitarbeiter des Parks stellt sich neben den Geysir. Ist der lebensmüde? Er erzählt, wie Lady Knox entdeckt wurde und dass der Geysir früher auf dem Gelände eines Gefängnises lag. Die Gefangenen kamen hierher, legten ihre Kleidung auf die Felsen ringsum, schütteten Seife in die Öffnung und ließen so von der launischen Lady ihre Wäsche waschen.
Inzwischen ist 10.15 Uhr. Der Mitarbeiter erzählt immer noch. Der hat sie doch nicht mehr alle. Gleich geht´s los und er wird gekocht!
10.20 Uhr. Ha! Wusst ich doch, dass die Lady nicht weiß, wann sie spucken soll!

Und tatsächlich: der lebensmüde Mitarbeiter erklärt gerade, dass der Geysir von Natur aus nur etwa alle 27 Stunden ausbricht und das sehr unzuverlässig. Und deshalb schüttet er jetzt ein ominöses Pulver in die Öffnung. Wenige Sekunden später geht es auch schon los.
Gut. Haben wir das jetzt auch mal gesehen.

IMG_7795 (252)

Lady Knox GeisyrDie Mudpools finde ich eigentlich interessanter als den Geysir. Wie das da vor sich hinblubbert, toll. Das erinnert mich an “Ein Land vor unserer Zeit”. Kennt ihr das noch?

Jetzt machen wir noch die Wanderung durch das “Thermal Wonderland” Wai-O-Tapu. Anscheinend wissen die meisten Touristen, dass sich das mehr lohnt als das Waimangu Valley, jedenfalls herrscht hier großer Andrang.
Das Stinkwasser ist hier tatsächlich bunter und aus den Löchern im Boden quilt ekelhafter Schwefelgestank empor. Ich bekomme eine Ahnung davon, wie es in der Hölle riechen muss.

Schwefel
Besonders gefällt mir der “Champaign Pool”. Der stinkt nicht so sehr und sieht richtig hübsch aus, mit dem orangen Rand.

Wai-O-Tapu

Champaign Pool

Wai-O-Tapu Champaign Pool orange

Wai-O-Tapu Champaign Pool 3

Wai-O-Tapu Champaign Pool 2

Wai-O-Tapu 2

Wai-O-Tapu 3

Wai-O-Tapu 4

Wai-O-Tapu 4_1Am Ende der Besichtigung ist unser Bedarf an Schwefelduft und Höllengeblubber gedeckt und wir fahren weiter nach Taupo. Es liegt etwa in der Mitte der Nordinsel und ist bekannt wegen seines Sees, dem größten Binnensees Neuseelands.
Etwas außerhalb besichtigen wir die Huka Falls. Wahnsinn, wie eisblau das Wasser aussieht.

Huka Falls
In Taupo halten wir uns nicht lange auf, nach einem Pflichtbad im See geht es weiter zum Tongariro National Park.

Lake Taupo
Während der Fahrt bemerken wir, wie sich die Landschaft immer mehr verändert. Die Palmen verschwinden und Nadelbäume säumen die Straße. Alles wird irgendwie nordischer. Heidekraut soweit das Auge reicht. Raue Felsen. Das gefällt mir besser als das Dschungelgewächs.

Tongariro
Gegen 5 Uhr erreichen wir den Nationalpark. Wir fahren am Chateau vorbei, wo die Darsteller von “Herr der Ringe” während des Drehs gewohnt haben. Denn hier im Nationalpark befindet sich der Schicksalsberg. Morgen werden wir ihn sehen. Wieder große Vorfreude!
Zunächst aber suchen wir uns einen Platz auf dem DOC, der hier 19 $ Dollar kostet. Das ist schweineteuer für einen DOC.
Als wir zur Toilette laufen, spricht uns die Frau vom Nachbarplatz an.
Vun wu seidn ihr? Monnemer Gegend?
Nee, eher Heidelberg.
Wu genau?
St.Leon
Des gibts jo net! Mir sin aus Wiesloch!

Die Welt ist echt ein Dorf. Wiesloch ist 10 Minuten von St. Leon entfernt, wir arbeiten beide dort. Man hört halt einfach, wo wir her kommen.
Echt witzig, solche Begegnungen.

Nachdem wir überraschenderweise eine Dose Ravioli gegessen haben, haben wir Baguettes belegt, für die Tour morgen. Bei solchen Aktionen habe ich aus unerfindlichen Gründen immer Angst zu verhungern, also bereiten wir sehr viel Proviant vor.

Und dann ab ins Bett, morgen müssen wir fit sein für die größte Wanderung unserer Reise.

Tongariro Sunset

12 Kommentare

  1. Wahnsinnig tolle Bilder, und auch passend zu meinem heutigen Fernweh Himmel. Die sind Dir wirklich gut gelungen. Könnte ich mir ewig anschauen.
    Schönes WE
    wünscht Katrin

  2. oh wie schön, die bilder sind einfach gigantisch toll.
    würde am liebsten sofort dorthin.
    komischerweise treffe ich im urlaub auch immer karlsruher 🙂
    liebe grüße
    armida

  3. Ich würde mich wohl nie in einen Flieger trauen – umso mehr freut es mich durch Deinen Blog zumindest virtuell mit auf Reisen zu gehen. Dein Post vom letzten Samstag hat hier schon die gesamte Familie beeindruckt, da uns die Film Triologie nur allzu bekannt ist.
    Auch die heutigen Bilder und Dein Bericht ist einfach fantastisch. Da kann man nur staunen 🙂

    Sonnige Wochenendgrüße & bis zum nächsten Mal,

    Sabine

  4. es ist so unfassbaR fantastisch!!
    und wie heRRlich bunt wasseR sein kann ….
    vielleicht sollte ich doch mal rübeRfliegen.
    habs wundeRbaR. käthe.

  5. Oh ja bei den Mudpools waren wir auch, fand ich auch viel spannender als den Geysir. Wir waren allerdings in dem Te Puia Park. Da gabs Geysire ohne Seife. Aber vor allem ein Kiwi-Haus. Und zu eonem Neuseelandurlaub gehört eine Kiwi-Bestaunung. 🙂 habt ihr auch einen gesehen?
    Danke für deinen lieben Kommentar, ich freu mich schon auf deinen Couchtisch-Post. Hab eine tolle Woche, eva

    • Wir haben leider keinen Kiwi gesehen weil ich keine eingesperrten Tiere anschauen kann. Mir tun die dann immer so leid, deshalb gehe ich auch nicht in den Zoo. Und in freier Wildbahn hat man ja keine Chance, dafür sind die ja viel zu scheu.

    • Ja da hast du Recht, vor allem weil den kleinen Kiwis tagsüber Nacht vorgegaukelt wird, damit die Besucher die nachtaktiven Tiere bestaunen können. Aber in diesem Fall war das ganze auch eine Aufzuchtstation ohne die es die kleinen Nationaltiere vielleicht nicht mehr geben würde. Ein ungutes Gefühl bleibt trotzdem.
      Viele liebe Grüße, Eva

  6. Wunderschöne Fotos, es kommt mir vor, als wäre man direkt ganz nah am Geschehen. 🙂 Pepper, schau mal in deine Mails, du hast bei mir gewonnen! <3

  7. schon wieder so tolle fotos meine liebe, und ich muss sagen manchmal – also jetzt – bin ich froh, dass der “duft” nicht mitübertragen wird 😉 viele liebe grüße julia

  8. Annette

    Huhu, gerade hab ich herausgefunden, dass ihr bei den Huka Falls unwissend an einem Hobbit-Drehort wart. Die Szene mit den Zwergen in den Fässern wurde hier (naja ein bisschen Flussabwärts) gedreht.

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!