Ein Sichtschutz für die Terrasse {DIY}

{Dieser Artikel enthält Werbung}

Die Terrasse ist eigentlich einer der Hauptgründe, warum wir das Haus vor 5 Jahren gekauft haben. Sie ist 50 qm groß und hat den ganzen Tag Sonne. Sie liegt ein Stockwerk höher, als der Garten, da sie das Dach der Garage ist. Als wir das Haus damals besichtigt haben, hat uns die Terrasse echt überrascht und wir hatten gar nicht primär vor, viel daran zu ändern. Als dann aber der Holzbelag erneuert werden musste {alle Infos darüber findet ihr im Artikel “Ein Sonnendeck mit Sitzbank“} sah der Boden so wunderschön hell aus und die alten Sichtschutze wirkten plötzlich ziemlich alt und dunkel. Das hat mich wirklich jahrelang gestört. Und da sie nach und nach immer mehr Beschädigungen durch die Witterung bekamen, haben wir sie nun endlich, endlich ausgetauscht.

Anfangs wollten wir an zwei Seitenpfosten viele schmale Latten anschrauben. Aber dann fanden wir bei ebay Kleinanzeigen einen Sichtschutz zum Verschenken, der unser Denken ganz neu inspiriert hat. Wir konnten die Bretter dann zwar leider doch nicht für den Sichtschutz verwenden, dafür aber für das Dach. Das System haben wir ein bisschen abgewandelt und wir sind bisher sehr zufrieden mit dieser Lösung. Wie sich das dann im Laufe der Jahre verhält mit der Witterung und so weiter, kann ich im Moment natürlich noch nicht sagen.

Da wir die geschenkten Bretter nicht verwenden konnten, haben wir bei toom neue gekauft. Aber nicht die teuren Latten, wie ursprünglich geplant, sondern günstige Nut und Feder Bretter. Sie sind aus Nadelhölzern gefertigt und haben Astlöcher, aber das finden wir eher charmant als störend und die Kinder freuen sich über die Gucklöcher.
Da die Metallpfosten der alten Sichtschutze noch einwandfrei funktionieren und auch sehr gut befestigt sind, haben wir sie behalten und die neuen Sichtschutzelemente daran angepasst. Die Höhe und Breite war also vorgegeben.

Die einzelnen Elemente funktionieren so: Jedes Element hat zwei Seitenteile, die mit den Metallpfosten verschraubt sind. Diese Seitenteile sind selbst gebaute U-Schienen, die man ganz einfach zusammenschraubt. Die Maße kann man dabei beliebig wählen, je nach Pfostenstärke und der Stärke der Bretter, die hinein geschoben werden. Wenn die beiden Seitenteile am Pfosten angeschraubt sind, schiebt man nämlich einfach die Nut und Feder Bretter, die man zuvor auf die passende Länge zugeschnitten hat, von oben in die beiden U-Schienen. So müssen sie nicht festgeschraubt werden und das Holz reißt nicht. Da die Bretter in den Schienen etwas Luft haben, können sie sich bei Feuchtigkeit noch etwas ausdehnen.
Behandelt habe ich das Holz komplett mit Lauge und Seife, wie auch damals den Terrassenboden und vor fünf Jahren den Boden im ganzen Haus. Als ich die Methode auf der Terrasse ausprobiert habe, wusste ich noch nicht, ob das auch im Außenbereich funktionieren würde, da ich nirgends einen Erfahrungsbericht dazu fand. Aber es funktioniert bisher sehr gut und deshalb habe ich nun auch den Sichtschutz so behandelt. Er passt nun hervorragend zur Terrasse.

Inzwischen haben wir 30qm der Terrasse überdacht, da in den letzten Jahren die Sommer so heiß waren, dass man sich tagsüber kaum auf der Terrasse aufhalten konnte, ohne gegrillt zu werden. Die Bretter, die wir dafür verwendet haben, sind die alten Bankirai-Dielen und die geschenkten Sichtschutz-Bretter von ebay Kleinanzeigen. Diese muss ich noch weiß lackieren und leider müssen wir auch die Trägerbalken nochmal neu streichen, da wir damals den falschen Lack hatten.
Die Sonnensegel sind übrigens gar keine, sondern Tischdecken, die mit Klips an einer Drahtleine befestigt sind.

Da das Dach komplett mit Bitumen belegt ist, spendet es nicht nur Schatten, sondern auch Schutz vor Regen. Bisher war es nämlich immer so, dass wir abends alle Möbel unter die schmale Überdachung durch den Balkon stellen mussten. Das sah dann aus, wie im Möbellager und keiner hatte Lust, das immer wieder aufzubauen. Jetzt kann alles draußen stehen bleiben, sogar der Teppich liegt dort dauerhaft, genau wie die Polster. Besagte Möbel sind übrigens alle Fundstücke aus ebay Kleinanzeigen!

In der Ecke neben der Terrassentür haben wir auch endlich das Regal gebaut, dass ich mir schon so lange wünsche. Eigentlich nichts Besonderes, aber so nützlich! Im Sommer sind darin Polster und Kissen verstaut, im Winter Brennholz. An der Außenseite haben wir abgesägte Stücke eines Besenstils als Haken angeschraubt, wo die Werkzeuge, die wir auf der Terrasse öfter brauchen und die Hängesessel aufgehängt sind.

Die Pflanzkübel waren allesamt schon hier, als wir eingezogen sind. Da sie inzwischen schon ziemlich in die Jahre gekommen sind, habe ich sie neu lackiert, passend zum Spielhaus. Bepflanzt habe ich sie mit verschiedenen Gräsern von toom und damit das ganze mehr nach Dünen und Strand aussieht, habe ich eine Schicht Filtersand (normalerweise für Pool-Filteranlagen) über die Erde gehäuft.
Die Gräser tragen einen ganz entscheidenden Teil dazu bei, dass die Terrasse nun aussieht, wie ein chilliger Beachclub. Und weil ein Beachclub auch einen coolen Namen braucht, habe ich mir Gedanken gemacht, was zu unserer neuen Lounge passen könnte. Was ist charakteristisch für diesen Ort? Da fielen mir die vielen Eidechsen ein, die hier überall herumkrabbeln. Sie sind wirklich überall, vor kurzem war sogar eine im Haus im ersten Stock. Also habe ich spontan nachgeschaut, was Eidechse auf Maori heißt, das ist die Sprache der Ureinwohner Neuseelands. Es gab eigentlich gar keinen speziellen Grund, warum ich ausgerechnet sofort an Maori gedacht habe. Aber jetzt, wo ich diesen Artikel schreibe und die Bilder zusammen sehe, fällt es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen! Den Ort, den ich hier geschaffen habe, habe ich schon einmal gesehen! Wir waren vor 5 Jahren in Neuseeland und haben dort einen wunderbaren Ort namens Raglan kennen gelernt, wo ich den bisher besten Burger meines Lebens gegessen habe. Im “the Shack” hingen Lampions an der Decke, ein Surfbrett an der Wand, es gab eine große grüne Tafel… Und auch bei der Hochzeit unserer Freunde in Beachlands haben wir in der Location Unmengen von diesen Lampions aufgehängt. Die Muscheln, aus denen ich vor zwei Jahren das Mobile gebastelt habe, habe ich von dort mitgebracht.
Das Wort für Eidechse also lautet auf Maori “Mokomoko”! Wie cool klingt das denn bitte! Für den Fall, dass es eine solche Lounge mit dem Namen Mokomoko irgendwo auf der Welt schon gibt, habe ich das Wort getrennt geschrieben, damit mich nicht am Ende noch jemand verklagt. Und so heißt unsere Terrasse also jetzt “moko-moko Lounge”. Wenn das mal nicht der perfekte Name ist!

Die Terrasse ist jetzt so schön und gemütlich, dass ich jeden Morgen dort meinen Kaffee trinke und mich darüber freue. Auch den Rest des Tages verbringen wir fast nur noch auf der Terrasse. Obwohl dort mit Essbereich, Sitzecke und Feuerstelle schon relativ viele Möbel stehen, ist immer noch genug Platz, damit beide Kids mit den Rutschautos herumdüsen können.

Wie sagt man auf Englisch so schön: this is my happy place!

8 Kommentare

  1. Wunderschön…liebe Pepper,da kann man sich wirklich wohlfühlen!
    Sehr einladend, schade du wohnst zu weit weg😄👍🏻👋🏻👋🏻

  2. Oh mein G… Soooooooo schön! Kannst du mich bitte adoptieren? Ich hab jetzt nur Bildchen geguckt. Werde, wenn ich mehr Zeit habe, auch lesen 😉 Unsere Terrasse ist auch bald dran. Vielen Dank für die tolle Inspiration 🙂
    Ganz liebe Grüße
    Melanie

  3. Hallo, sehr tolles Terrassen-Projekt! Wirklich gelungen umgesetzt!
    Ganz besonders gefällt mir auch auch der noch nicht fertig lackierte Teil 🙂 Wie ist dieser Shabby-Look der Balken entstanden? Falscher Lack verwendet und anschließend stellenweise abgeschliffen? Welcher Lack wurde dabei verwendet?
    Vielen Dank für ein Feedback!
    LG, Hannes

    • Hallo Hannes,

      der Lack ist nicht witterungsbeständig und blättert deshalb ab, das ist alles. Und das ist auch absolut nicht nachahmenswert…

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!