Eine alte Flügeltür als Raumteiler – ein Traum wird wahr!

In dem Artikel über unsere selbstgebaute Trennwand bin ich ja schon auf die Vorteile von getrennten Räumen eingegangen. Eigentlich hätte mir die Schließung der kleinen Lücke zwischen Pfosten und Wand ja schon gereicht, weil damit das Ziel, ein größeres Sofa im Wohnzimmer unterbringen zu können ja schon erreicht war. Aber dann ergab sich ganz unvorhergesehen etwas, was nochmal alles verändert hat!

Ich habe euch ja schon zweimal von Masblanche erzählt, ein Ladencafé im Nachbarort. Da ich für Nicole immer mal wieder Bilder gemacht habe und ihre Social Media Kanäle betreut habe, hatte ich regelmäßig die Gelegenheit, mich lange im Laden aufzuhalten. Genau aus diesem Grund hatte ich den Job auch angenommen, ich liebte nämlich das Ambiente des Cafés. Ihr merkt vielleicht schon, ich schreibe in der Vergangenheitsform – das Masblanche gibt es nämlich leider nicht mehr. Da sich Nicole beruflich ein wenig umorientiert hat, hatte sie im Herbst letzten Jahres entschieden, den Laden zu schließen.

Am letzten Tag war ich nochmal dort und meinte – halb im Scherz – zu Nicole, wenn sie aus dem Laden wieder eine Garage machen sollte, dann würde ich ihr die Eingangstür abkaufen.  Die hatte ich nämlich schon immer bewundert und bei jedem Besuch fotografiert, bevor ich den Laden betrat. Ein paar Wochen später schrieb sie mir, dass sie die Tür tatsächlich verkaufen wird und ich sagte sofort zu! Ohne irgendetwas auszumessen oder einen genauen Plan zu haben, ob sie wirklich in einem Innenraum montierbar war.

An einem kalten und nassen Samstag holten wir die Tür dann ab. Schon Tage vorher konnte ich an nichts anderes mehr denken, als daran, wie toll die Tür im Wohnzimmer aussehen würde.
Der Ausbau war leider nicht ganz so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte, sowas passiert mir irgendwie öfter…
Da sie scheinbar ohne Berücksichtigung auf einen Abbau dort eingebaut worden war, hatte Michael mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Irgendwann waren dann aber doch alle Teile ausgebaut und die Tür konnte die Fahrt in ihr neues Zuhause antreten.

Kurze Zeit später machten sich mein Mann und mein Schwiegervater an den Einbau bei uns im Wohnzimmer. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder die Befürchtung, dass es doch nicht passt, aber die beiden sind mit allen Problemen fertig geworden. So mussten zum Beispiel alle Elemente gekürzt werden, damit sich die Türen unter dem Durchgang noch öffnen lassen.  Außerdem musste die Glasplatte unter dem Ofen ausgespart werden und zum Schluss musste alles so befestigt werden, dass die beiden Türflügel nirgends schleifen.

Nach zwei Tagen war es dann soweit: ich konnte mit hingebungsvollem Putzen und lasieren beginnen. Ich musste mich während der Aufbauarbeiten immer sehr zurück halten, um nicht immer wieder daran herumzustreicheln. Ich nehme nur deshalb einen Lappen in die Hand, damit es nach seriösem Putzen aussieht, aber eigentlich will ich sie einfach nur streicheln.
Jetzt ist der Moment gekommen, an dem ihr alle mal kurz vor Begeisterung ausrasten dürft, denn hier ist das Ergebnis!

Auf der Wohnzimmerseite sieht man nun das, was früher die Außenansicht des Ladens war.
Von der Küche aus sieht man also die etwas schlichtere Innenseite, die deutlich kleiner wirkt, da aus diesem Blickwinkel die vierteilige Tür durch den Pfosten unterbrochen wird und ein Teil hinter der Esszimmerwand steht.
Der Schrank mit den Schubladen passt zum Glück auch an den Pfosten, da dieser genauso breit ist, wie die Wand zwischen Esszimmer und Ofen, an der er vorher stand.
Der Abstand zwischen Tür und Ofen erfüllt gerade noch so den Sicherheitsabstand des Herstellers, der zu brennbaren Flächen 20-25cm betragen muss. Zum Glück wird unser Ofen von Skantherm hinten kaum warm, somit erhitzt sich die Tür nicht. Man kann den Ofen sogar hinten anfassen, wenn er an ist.

Ich liebe die Blümchenfolie, die schon an der Tür dran war, wie ihr auf dem Bild vom Laden sehen könnt. Ich freu mich schon so auf Weihnachten, wenn ich die Tür mit Zweigen und Tannenzapfen dekorieren kann. Das wird so schön aussehen!

Natürlich ist es jetzt im Wohnzimmer schneller warm, als in der Küche, da die Ofenwärme von der Tür abgehalten wird, aber wenn beide Türflügel geöffnet sind, wird es auch in der Küche ähnlich warm, wie vorher. Was gerade mit dem Baby jetzt ein großer Vorteil der Tür ist, ist, dass man den Raum komplett trennen kann. Natürlich ist er dann nicht komplett schalldicht, aber ich kann kochen und mit der Waldmöwe am Esstisch malen, während der Jedi auf dem Sofa schläft.

Zwischen Pfosten und Abstellkammer, dort wo vorher – für kurze Zeit – die große Tafelwand war, blieb eine Lücke, die Michael durch kürzen der Tafelwand geschlossen hat. Es passt also alles perfekt: wir haben die Tür und noch dazu eine Tafel. Besser könnte es eigentlich nicht sein.

Noch vor wenigen Monaten hätte ich nicht einmal zu träumen gewagt, eine solche Tür in unserem Haus zu haben und nun steht sie da und ist so wunderschön! Ich musste meinem Mann versprechen, dass sie für immer drin bleibt, was kein Problem ist, ich kann mir nämlich eh nicht vorstellen, sie jemals wieder ausbauen zu wollen.
Jedes Mal, wenn ich sie anschaue, muss ich an Zeeland denken, oder an die coolen Cafés in Antwerpen und Amsterdam. Ich mag ja alte Sachen im Allgemeinen, aber für schöne Türen habe ich eine besondere Schwäche. Immer, wenn ich irgendwo eine sehe, muss ich sie fotografieren. Und nun habe ich selbst so ein Prachtexemplar zu Hause!

Ein paar Kleinigkeiten sind noch zu erledigen, die zum Beispiel mit Wandfarbe zu tun haben, aber da müsst ihr euch noch ein wenig gedulden. Das Gesamtergebnis wird auf jeden Fall der Knaller und ich freu mich schon total drauf!

So und jetzt sagt mal, wie findet ihr´s?

20 Kommentare

  1. Super,super schön und etwas ganz Besonderes! Und dazu noch das grosse Glück , die begabten Handwerker in der Familie zu haben! Gratulation dazu und zu dem immer noch schöner und individueller werdenem Zuhause!!!

  2. Wirklich, wirklich ein Grund zum Ausrasten wor Begeisterung, sie ist wunderschön und schon durch den PC würde ich nur zu gern mal darüber streichen…
    Liebste Grüße und grandioses, lebenslanges Genießen…
    Elisabeth

  3. WOW einfach nur WOW! Es sieht so wahnsinnig schön aus und ich freue mich für dich, dass du wieder einmal ein Projekt so erfolgreich realisieren konntest! Glückwunsch zur neuen Tür, deinem tollen Mann und deinem unbeschreiblich tollen Zuhause! Wäre ich reich, würde ich dich als meine Innenarchitektin für unsere Wohnung engagieren und dir einfach blind freie Hand lassen🙊 Danke, für all die Inspiration und Einblicke, das musste mal gesagt werden❤️

  4. Beate Kadatz

    Sieht sehr, sehr schön aus….und passt zu dir/euch.
    Liebe Grüße und einen schönen, sonnigen, kalten Sonntag

  5. Mensch Pepper, das ist ja ein Traum. Ich wäre auch ausgeflippt vor Freude. Die Tür sieht soooo toll bei Euch zu Hause aus und es ist perfekt mit der schmaleren Tafel daneben. So ein warmes, individuelles Zuhause – traumhaft! Ich bin sehr neidisch, dass du so einen handwerklich begabten Mann und Schwiegerpapi hast. Und musste sehr Schmunzeln wegen des Versprechens, das Michael von dir wollte. Ich hoffe er wird die Tür auch lieben, wenn erstmal der Schmerz der Anstrengung bei ihm verflogen ist. 😉 Ganz liebe Grüße! Sandra

  6. Meike wagner

    Oh man, wie hammerschön ist das denn bitte? Ich möchte kommen und auch die Tür streicheln 😉!

  7. Mir wurde fast schwindelig als ich die Bilder hier in deinem Blog gesehen habe. Wie schön ist dass Bitte ♡ ich würde wahrscheinlich die ganze Zeit vom Sofa aus diese Türe bewundern und grinsen. Wunderwunder schön.

  8. Liebe Pepper, die Tür sieht wunderschön bei euch aus. Ich wusste, dass sie bei der richtigen Person gelandet ist. 😉 Ihr habt ihr einen tollen neuen Platz gegeben, hier kann sie weiter strahlen und wird in Ehren gehalten. Die Kombi aus romantischem Blümchenprint auf der Scheibe und dem natürlichen Holz ist unschlagbar! ♡

  9. Das ist so toll geworden. Mir kam letztens auch die Idee das bei uns im OG umzusetzen. Jetzt muss unser Neubau nur irgendwann mal fertig werden. Und die richtige Tür vor meine Füße fallen 🙂 Wikrlich toll. Genießt den Anblick nun Tag für Tag.

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!