Elfenlichtertanz am Rhein

Am 25. April ist Vollmond, sogar mit partieller Mondfinsternis. Wir nehmen das zum Anlass, die wenigen Kilometer zum Rheinufer zu fahren, um den Speyrer Dom bei Nacht zu fotografieren (bei Katja findet ihr noch andere Mondfotografen.)
Ich trage meinen Tintenmantel, nicht weil das Wetter so kalt, sondern weil der Mantel so schön ist.
Leider will der Dom nicht  richtig still stehen, deshalb werden die Bilder nicht richtig scharf.

Speyer Dom

Speyer Rhein
Glücklicherweise führt der Rhein gerade Hochwasser und die Wälder am Ufer stehen teilweise im Wasser. Ich liebe Bäume, die im Wasser stehen.
Wir spazieren also an einem anderen Platz durch den Wald, zum Ufer hin. Der bleiche Mond lässt das Flußwasser silbern schimmern, während es um die Bäume streichelt.

Am Rhein
Plötzlich sehe ich aus dem Augenwinkel etwas Weißes zwischen den Bäumen, aber als ich mich dem Wald zuwende und genauer hinsehe, ist es verschwunden. Bestimmt nur das Scheinwerferlicht eines vorbeifahrenden Autos.
Ich will mich gerade wieder auf die Schönheit des Mondes konzentrieren, als das weiße Licht wieder zu sehen ist. Es springt zwischen den Bäumen umher.

Elfe 1
Wir ducken uns hinter ein Gebüsch. Was kann das sein? Ist noch jemand hier, um die Vorstellung des Mondes zu sehen? Aber wie kann sich ein Mensch so schnell und lautlos im dunklen Wald bewegen?
Plötzlich taucht schemenhaft ein zweites Licht ganz in der Nähe auf.  Ist das etwa…? Das sieht ja aus wie…
Wir verschmelzen mit dem Gestrüpp und halten den Atem an.
Sie ist so nah, wir könnten sie berühren und ich muss mich zwingen, es nicht zu tun. Ob man sie wohl anfassen kann? Oder würde man ins Leere greifen? Wie sie aussehen, wenn sie still stehen würde ich gerne wissen. Aber das tun sie nie.
Während wir gebannt in den Wald starren, tauchen immer mehr Lichter zwischen den Bäumen auf. Man sagt zwar, dass es in deutschen Wäldern schon lange keine Elfen mehr gibt, aber in dieser Vollmondnacht werden wir eines Besseren belehrt.
Sie haben uns immer noch nicht bemerkt. Im Glauben unter sich zu sein, tanzen sie umher, kichern leise und summen unbekannte Melodien zu den Flötenklängen, die nun behutsam durch die kalte Nachtluft tänzeln.

Elfe 4
Elfe 2

Elfe 3
Die ganze Nacht könnte ich ihnen zusehen, aber leider bekomme ich langsam taube Beine, bewege mich, es knistert in unserem Gebüsch.
Die Elfen horchen auf und sind mit einem Wimpernschlag verschwunden. Was für ein Schauspiel!

Dass die Elfen auf manchen Bildern eine verblüffende Ähnlichkeit mit mir haben, ist natürlich reiner Zufall. Oder glaubt ihr etwa, ich würde in einem weißen Kleid, wild mit der Taschenlampe fuchtelnd, wie das Rumpelstielzchen durch den Wald springen?

 

9 Kommentare

    • Pepper

      Liebe Petra, liebe Elke,

      ich danke euch!

  1. welch wundersamer elfentanz 🙂
    ganz herrliche fotos – das letzte mondbild wie eine schneedecke.
    liebe grüße von ulma

    • Pepper

      Du hast Recht, es sieht tatsächlich ein bisschen aus wie Schnee.
      Es ist immer wieder interessant, wie Menschen Bilder auf unterschiedliche Weise betrachten.

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!