Fliesenspiegel in der Küche – mit selbst gemachten Fliesen

{Dieser Artikel enthält unbeauftragte Werbung}

Ich kann gar nicht genau sagen, warum ich auf die Idee gekommen bin, Fliesen herzustellen. Vor ein paar Jahren haben Michael und ich einen Töpferkurs besucht, das hatte er mir zum Geburtstag geschenkt, weil ich schon immer gern mit Ton gearbeitet habe. Bisher konnte ich die Skulpturen, die ich zuhause modelliert habe aber nicht brennen.
2018 habe ich dann durch Zufall einen Töpferkurs bei der VHS gefunden und dort alles Mögliche ausprobiert. Nachdem ich einige Figuren hergestellt hatte, wollte ich mal etwas wirklich Nützliches machen und da wir in der Küche bisher keine Fliesen hatten, kam mir irgendwie die Idee, ein paar Fliesen zu machen. Als ich ausgerechnet hatte, dass ich etwa 140 Fliesen brauche, konnte ich mir noch nicht so richtig vorstellen, was das genau an Arbeitsaufwand bedeuten würde. Wie sich herausgestellt hat, ist es sehr viel Arbeit 😉

Für den Fall, dass irgendwer auch mal zu viel Zeit und Zugang zu einem Brennofen hat (und nein, Ton wird NICHT im Backofen gebrannt!), erzähle ich euch, wie ich die Fliesen gemacht habe.

Ich habe mir zunächst eine Schablone aus Karton gezeichnet, ich wollte ja eine besondere Form und die gibt es nicht als Ausstechform. Dann habe ich Plattenton ausgerollt und die Schablone auf den Ton gelegt. Mit einem Messer habe ich jede einzelne Fliese geschnitten und zum Trocknen auf ein Brett gelegt. Nach dem Durchtrocknen kamen sie dann in den Rohbrand. Anschließend habe ich sie mit einer transparenten Glasur von Botz glasiert (zweimal aufgetragen). Dann kam der Glasurbrand. Da ich ja keinen eigenen Ofen habe, konnte ich immer nur von Woche zu Woche und von Kurs zu Kurs arbeiten. Deshalb hat sich das ganze Projekt über ein Jahr gezogen.

Vor allem an der Steckdose hatte ich dann noch eine ziemliche Fuzzelei, weil die Fliesen recht empfindlich sind, kann man sie nicht wie normale Fliesen schneiden. Ich habe also für jede Fliese um die Steckdose eine neue Schablone angefertigt und diese Fliesen dann genau passend geschnitten. Das Selbe gilt für die halben Fliesen an den Rändern.

Als dann endlich alle Fliesen fertig gebrannt waren, habe ich sie mit Fliesenkleber angebracht und mit weißer Fugenmaße verfugt. Das Ankleben war wie Puzzeln, da jede Fliese trotz der Schablone eine eigene, leicht abweichende Form hat und ich deshalb immer schauen musste, welche am besten zusammen passen. Ich habe vorher schon mal alle auf dem Boden ausgelegt, aber an der Wand war es dann doch nochmal ein bisschen anders.

Und so sieht nun also unser Fliesenspiegel aus. Die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt, aber meinen ursprünglichen Plan, auch noch welche für das Bad herzustellen, habe ich doch irgendwann verworfen. Da hab ich jetzt was anderes ausprobiert, das ich erst noch ein bisschen testen muss, bevor ich es euch zeigen kann. Das Messerbrett ist übrigens auch selbst gemacht, aber das ist eine andere Geschichte…

Was meint ihr, gefallen euch die Fliesen?

3 Kommentare

  1. So ein tolles DIY. Das sieht einmalig schön aus. Vielen Dank für ‘s Teilen.

    LG Daniela

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!