Gute Nacht!

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Wenn man ein Kind bekommt, bekommt das Thema Schlafen plötzlich einen ganz neuen Stellenwert. Alle erkundigen sich nach dem Schlafverhalten des Kindes und die meistgestellte Frage in den ersten Monaten ist: “schläft sie schon durch?”. Verneint man dies, bekommt man sofort ungefragt jede Menge Ratschläge, wobei die Kinderlosen natürlich am besten Bescheid wissen.

Wie wir als Familie schlafen wollen, oder wann das Baby wie und wo schlafen soll, darüber habe ich mir vor der Geburt nie wirklich Gedanken gemacht. Und als die Waldmöwe dann da war auch nicht so richtig.
Als die Krankenschwester die Waldmöwe am ersten Abend nach dem Wiegen neben mich ins Bett gelegt hat, war ich kurz ein bisschen verwirrt. Soll sie da jetzt bleiben, neben mir in dem kleinen Bett? Und wenn ich auf sie drauf rolle? Oder meine Decke sie erstickt? Das hat mir sehr zu schaffen gemacht, weshalb ich nicht richtig schlafen konnte. Das war so ungewohnt. Vielleicht hätte ich mit einer Katze üben sollen.
Als wir dann daheim waren, schlief die Kleine in einem Beistellbett neben mir, mit ihrer Matratze direkt an meiner. Das Bett hatte ich gekauft, weil es so schön war, nicht weil ich dachte, dass es die beste Lösung sei.
Morgens nach dem Stillen ließ ich die Waldmöwe zwischen uns liegen, einfach, weil es schön war, sie bei uns zu haben. Und wenn das morgens ging, warum dann nicht auch nachts?
Als wir dann ins Haus umzogen war die Waldmöwe 5 Monate alt und unser Bett hatte eine Lieferzeit von 20 Wochen. Wir mussten also auf Matratzen auf dem Boden schlafen. Und da wir im neuen Schlafzimmer reichlich Platz haben, richteten wir uns ein Lager aus drei Matratzen ein, die Waldmöwe in der Mitte.
Ich konnte sie nachts stillen, ohne sie irgendwo herausnehmen zu müssen, wir wickelten sie direkt im Bett und Michael konnte mich besser unterstützen, als wenn die Kleine auf meiner Seite lag.
Das funktionierte so gut, dass wir es beibehielten, als endlich das Bett ankam. Den Begriff “Familienbett” hatte ich bisher nur hier und da mal gehört, aber mich nie genauer damit beschäftigt. Erst als andere Mütter im Bekanntenkreis erstaunt die Augenbrauen in die Höhe zogen, wenn ich darüber sprach, dass die Waldmöwe bei uns im Bett schlief, begann ich, mich mit dem Thema auseinander zu setzen. Mir schien diese Art des Schlafens eigentlich ganz natürlich. Es ist so einfach – ich kann bis heute nicht begreifen, warum Eltern freiwillig mehrmals in der Nacht aufstehen und durchs kalte Haus schlurfen, wenn das Baby schreit. Klar, wenn das Kind nicht bei den Eltern schlafen möchte, kann man es nicht zwingen. Aber mir scheint, dass der Gedanke, dass das Kind möglichst schnell selbstständig schlafen muss, in unserer Gesellschaft die Norm darstellt. Das Kind soll im eigenen Bett, im eigenen Zimmer und am besten noch alleine und von selbst einschlafen. Selbst wenn ich intensiv das Für und Wider abwäge, kann ich mich mit diesem Gedanken nicht anfreunden.

Selbst jetzt, wo die Waldmöwe schon ziemlich viel Platz braucht, schläft sie fast jede Nacht bei uns. Wir legen sie zwar abends in ihr eigenes Zimmer, aber wenn sie aufwacht und nach oben möchte, nehmen wir sie mit. Manchmal schläft sie auch die ganze Nacht in ihrem Zimmer ohne aufzuwachen, aber das klappt immer nur phasenweise. Und das ist auch absolut ok so.
Interessant ist, dass viele meinen, dass ein Familienbett von den Eltern einfach um des Kindes Willen geduldet wird, man aber die ganze Zeit nach einer Lösung sucht, um das Kind endlich los zu werden. Wenn ich mich mit anderen Müttern unterhalte, kommen immer wieder Ratschläge, was ich “dagegen” tun könnte. Das irritiert mich dann immer ein wenig. Ich finde es schön, dass die Waldmöwe bei uns schläft und sie im Schlaf meine Hand hält. Ich mag es, wie sich mich morgens weckt. Vor ein paar Monaten hat sie mal vorsichtig mit dem Finger auf meine geschlossenen Augenlider getippt. Ein andermal hat sie mit aller Kraft an meiner Schulter gedrückt, sodass ich von der Seite auf den Rücken gerollt bin. Aktuell weckt sie mich meist mit dem Ruf: “Ich muss Piiipiii!”. Vor ein paar Tagen hat sie sich aber etwas ganz besonders liebevolles ausgedacht, da hat sie mir nämlich “Maaaamaaaa! Ich will Würschtel essen!” ins Ohr gebrüllt.

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Als sie noch kleiner war, war der Spalt zwischen unseren Matratzen kein Problem, weil wir sie einfach daneben legen konnten. Inzwischen geht das aber nicht mehr, weshalb ich umso glücklicher mit der neuen Matratze von eve {Werbung} bin. Ich habe euch ja schon vor einigen Wochen davon erzählt, dass wir jetzt diese große Matratze ohne Spalt haben und wir merken jetzt erst, wie schlimm das vorher eigentlich war. Manchmal vergesse ich, dass die Liegefläche jetzt durchgängig ist, wenn ich die Waldmöwe im Bett zurecht lege und wenn es mir dann wieder einfällt, fühlt es sich an, als wenn der Wecker klingelt und einem dann einfällt, dass Samstag ist und man weiter schlafen darf.
Wir schlafen alle drei wirklich sehr gut auf der Matratze und ich habe sogar mal eine Nacht ohne Kopfkissen geschlafen, um zu testen, wie gut der Kopf in den Viskoschaum einsinkt. Es ist an sich wirklich sehr bequem, da die Schultern und der Hals auch komplett auf der Matratze aufliegen, aber da ich ein Bauchschläfer bin und die Hände immer unters Kissen stecke, kann ich auf Dauer nicht so schlafen. Obwohl es wahrscheinlich deutlich gesunder für den Rücken wäre.
Die Eignung der Matratze als Trampolin ist übrigens auch hervorragend, die Waldmöwe hat das speziell für euch getestet. Täglich…

11 Kommentare

  1. Wir haben gerade Kind No. 4, das mit nun 3 Jahren fast jede Nacht in unser Bett kommt. No. 2 und 3 schlafen zusammen in einem Zimmer und No. 1 freut sich, mit nun 13 Jahren, ein eigenes Zimmer zu haben. Jeder nach seinen Bedürfnissen, alles zu seiner Zeit.
    Warum dürfen Eltern sich in den dunklen, kalten Nächten ein Bett teilen und die Kinder sollen alleine schlafen? Klingt absolut unlogisch, oder?

  2. Hallo Pepper,
    da ich z.Z. krank bin hab ich gestern mal in einem Rutsch fast deinen ganze Blog durchgelesen….sehr toll, informativ, kreativ und unterhaltsam!
    Bei uns hat sich das Familienbett erst beim dritten Kind durchgesetzt…lach…da war ich einfach zu müde, um ständig nachts durchs Haus zu wandern. Mit zwei Schulkindern, die ja morgens pünktlich raus mussten eigentlich auch kein Wunder. Leider gab es vor 19 Jahren noch keine so tollen Betten, die man angeklemmt hat – schade!
    Jeder sollte das machen, wie es für die Familie am angenehmsten ist. Unsere Jüngste ist auch immer zuerst in ihr eigenes Bett und kam dann nach Bedarf….bis sie 7 war. Dann brauchte sie das offensichtlich nicht mehr ;o))!
    ….nächste Woche zieht sie mit ihrem Freund zusammen nach Jena, die beiden wollen dort studieren ;o))….so schnell vergeht die Zeit!
    Puh, das war ein langer Kommentar!
    Liebe Grüße
    Beate

  3. Für mich ist das auch die logischste und natürlichste Sache der Welt, dass ein Baby und Kleinkind (-…und etwas größeres Kind??) im Bett bei Mama und Papa schlafen darf!
    Und gar keine Frage wieieieie praktisch beim Stillen!!
    Einzig und allein, wenn mehrere zugleich ins Bett kommen wollen ist nicht mehr ganz so angenehm…
    Aber, wie bereits im oberen Kommentar erwähnt – alles zu seiner Zeit! Und meist freuen sich die großen dann sowieso übers eigene Bett (Zimmer).
    Außerdem ist sowieso jedes Kind anders… (- nicht nur beim Schlafen…, das checkt man als Vielfachmama recht bald…!)
    Also: Auf viele gute Nächte!
    Ganz liebe Grüße
    Katrin

  4. Hallo Pepper,

    so tolle Bilder und schön und wahr geschrieben der Text.
    Mein Mann und ich hatten mal eine durchgehende Matratze, aber da er schwerer ist als ich,
    bin ich immer hinüber gekugelt zu ihm 😉 Daher haben wir seit Jahren getrennte Matratzen, bräuchten aber auch mal wieder neue…
    Über das Schlafen von und mit Kindern muss man gar nicht diskutieren. Das darf doch jeder so halten, wie er mag! Leider gibt es immer wieder diese Augenbrauenhochzieher und Ratgeber, die sagen wollen, was und wie richtig ist… So, wie es für jeden persönlich passt, ist es richtig! Basta! 😉

    Liebste Grüße
    Julia

  5. Wir üben grade mit zwei Katzen und ich mag auch, wie ich morgens geweckt werde. Meistens schmeißt sich Christel mit Vollkaracho in mein Gesicht und will beschmust werden. Dann kuscheln wir eine Runde und stehen gut gelaunt auf. Sogar wenn der Wecker mich aus meinem geliebten Schlaf reißt, habe ich spätestens dann wieder ein Lächeln im Gesicht. Zusammen als Familie nächtigen fühlt sich für mich gut und richtig an, und wenn mal irgendwann richtiger Nachwuchs da ist, brauchen wir hoffentlich eine größere Matratze – und das ist gut so 🙂

    Beste Grüße, Nora

  6. Hallo,
    Wir haben 2 Jungs, fast 5 und 1, die beide recht früh ins eigene Bett und Zimmer gezogen sind und wunderbar schlafen!
    Beide schlafen alleine in ihren Kuschelbetten ein (nach dem Vorlesen und Kuscheln) und beide schlafen auch meistens die Nacht durch. Die beiden haben immer einen Platz bei uns im Bett, wenn sie mal schlecht träumen oder krank sind oder oder oder! Wir fühlen uns so wohl und ich denke, unsere Kinder auch!
    Wie man es macht, macht man es ja sowieso verkehrt und es gibt immer einen, der es besser weiß. Aber ich sehe uns nicht als Rabeneltern und würde mir, wie bei so vielen Kinderthemen, wünschen, dass man das alles ein wenig entspannter sieht und nicht nur schwarz/weiß!
    Liebe Grüße, Martina

    • Solange nach den Bedürfnissen der Kinder gehandelt wird, ist jede Art des Schlafens gut und richtig. Ich verstehe nur die Eltern nicht, die ihre Kinder mit allen Mitteln daran “gewöhnen” alleine zu schlafen.

  7. Ich liebe deinen Blog ja eh, aber jetzt liebe ich ihn noch mehr. Ein schöner Artikel! Wir sind ja auch Familienbetter, aber bei uns ist es nicht einfach so passiert, sondern es war quasi geplant. 😉 Natürlich soll jede Familie so schlafen, wie es für alle am besten ist. Wie auch immer das dann aussieht. Aber wenn sich Leute wundern, warum ich gerade nachts meinen lieben Kleinen nicht möglichst weit von mir weg, sondern in Kuschelnähe bei mir haben möchte, finde ich das schon komisch. Ich selber schlafe jedenfalls gar nicht gern alleine, warum erwarten das dann viele von ihren Kindern?
    Und ja, wir werden auch ständig gefragt, ob er denn schon durchschläft. Naja, da ich ihn immer sofort beruhigen oder wieder in den (Tief-)Schlaf stillen kann und das auch mehrmals nachts mache, wacht er nie wirklich auf. Also ja, er schläft durch. ;)))
    Liebe Grüße
    Karina

  8. Ich habe nach wie vor jede Nacht mindestens ein Kind im Bett. Wenn das Große (12) kommt, freue ich mich besonders. Wir haben seinerzeit als Nummer drei auf die Welt kam, “angebaut”. Auf einer Seite war eine Vergrößerung des Bettes um 90 cm und auf der anderen Seite stand das Babybay. So konnte niemand rauspurzeln. Momentan denke ich über diese Lösung wieder nach, dann hätten alle viel Platz. Unsere Jüngsten schlafen übrigens gemeinsam auf einer Matratze im Kinderzimmer. Das Hochbett hat eigentlich nur die Funktion des Zwischenlagerplatzes der Carrerabahn 🙂 Schöner Beitrag, Pepper. Schaue jetzt öfters hier vorbei. 🙂 <3

  9. Hallo Pepper, ich habe gestern Deinen Blog entdeckt und stöbere mich gerade durch die Beiträge. Toller Stil und sehr spannend geschrieben! Da bei uns der Nachwuchs ansteht habe ich mir in letzter Zeit Gedanken um das Thema Schlafen gemacht und fand Deinen Artikel zu Eve sehr interessant!
    Ich hätte aber noch eine Frage: Wo habt Ihr denn das schöne Bett her?

    • Vielen Dank für dein Lob!
      Mit der Firma, von der das Bett stammt, haben wir leider keine besonders guten Erfahrungen gemacht, deshalb möchte ich sie nicht weiterempfehlen, tut mir leid!

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!