Was ihr dieses Jahr unbedingt ausprobieren müsst: Krimi Dinner

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Von unserem neuen Hobby habe ich euch ja schon mal berichtet: Krimi Dinner. Da wir immer wieder feststellen, dass Freunde, denen wir davon erzählen, total interessiert sind, sich aber nicht so richtig vorstellen können, wie das genau abläuft.
Deshalb möchte ich euch heute so genau wie möglich beschreiben, wie ihr ein Krimi Dinner Zuhause veranstalten könnt.

Zunächst müsst ihr euch ein passendes Spiel aussuchen. Diese gibt es von verschiedenen Anbietern zu kaufen. Wir haben inzwischen alle Spiele von Culinario Mortale gemacht, da die Spielhefte übersichtlich gestaltet sind und alles sehr gut erklärt wird. Auch als absoluter Anfänger kann man dank der guten Anleitung der Spiele nichts falsch machen.
Jedes Spiel hat eine eigene Geschichte und findet in einem anderen Kontext statt. Mal passiert ein Mord im Theater, mal auf einem Schiff oder in einem Restaurant. Dadurch ist jedes Spiel automatisch wieder neu und besonders, auch, wenn man alle ausprobiert.

Als Gastgeber könnt ihr natürlich das Spiel auswählen, zudem ihr vielleicht spontan eine Deko-Idee oder eine Verkleidung parat habt. Es ist für den Spielverlauf natürlich nicht zwingend notwendig, Kostüme zu tragen, aber es macht das ganze Ereignis einfach so viel lustiger, dass ich euch unbedingt empfehle, eure Gäste zu verpflichten, sich der Rolle entsprechend zu kostümieren. Und das gilt natürlich auch für Männer, die eine Frauenrolle ziehen! Mein Bruder hatte bei einem unserer letzen Spiele die Rolle der Ehefrau des Opfers und er war so unglaublich gut verkleidet, dass man ihn auf den ersten Blick tatsächlich für eine Frau hätte halten können. Auch mein Vater musste schon als Frau kommen und es viel einem wirklich nicht leicht, ernst zu bleiben, wenn er mit Fieselstimme von seinem, beziehungsweise ihrem Buchladen erzählte.

Als Gastgeber versuche ich, die Deko ebenfalls auf das Thema abzustimmen, weil das das Reindenken in die Begebenheit noch ein bisschen erleichtert und das ganze Spiel auch einfach nochmal ein bisschen schöner macht.
Da man als Gastgeber außerdem auch noch kochen muss, sollte man sich etwas überlegen, das während dem Spielen nicht so viel Zeit braucht, da man ja sonst ständig unterbrechen muss. Was sich zum Beispiel gut eignet, sind Raclette und Fondue.

Der Gastgeber hat eine ganz normale Rolle und spielt die ganze Zeit mit. Er weiß über die Tat nicht mehr, als die anderen Spieler und kann sogar selbt der Mörder sein, was wirklich eine Herrausforderung ist. Sich um das Essen zu kümmern, durchs Spiel zu führen und dabei noch ein Lügenkonstrukt aufrecht zu erhalten, ist nicht ganz einfach.
Bei den Spielen “Mord nach Rezept” und “Expedition in den Tod” kann der Gastgeber sich die Rolle selbst aussuchen. Bei den anderen Spielen ist dem Gastgeber von vorneherein eine Rolle zugeordnet.

Wenn man ein Spiel ausgesucht hat, muss man sich natürlich noch überlegen, wen man einladen möchte. Wir haben bisher immer mit wechselnden Gästen gespielt, wobei mein Bruder quasi eine Dauerkarte hat, weil er mit seinem schauspielerischen Talent für jede Runde eine Bereichgerung ist. Bei “Expedition in den Tod” hat er während des gesamten Spiels mit spanischem Akzent gesprochen.
Die Gäste sollten etwa eine Woche vor dem Dinner ihre Spielhefte bekommen, damit sie Zeit haben, sich um eine Verkleidung zu kümmern und sich in die Rolle hinein zu versetzen. Jedes Spielheft enthält eine kurze Beschreibung der Situation, eine Übersicht der Charaktere und eine Beschreibung der eigenen Rolle. Die Sichtweise auf die anderen Rollen ist für jeden Spieler anders. So kann es passieren, dass man selbst Person X als rechthaberische Zicke sieht, während ein anderer Spieler dieselbe Person für eine tüchtige Geschäftsführerin hält. Das führt dazu, das die Charaktere ganz unterschiedlich interagieren und Diskussionen entstehen, die das ein oder andere Geheimnis ans Licht bringen. Denn nicht nur der Täter hat etwas zu verbergen, sondern fast alle Spieler. Ihre persönlichen Geheimnisse sollen die Spieler versuchen zu bewahren, allerdings dürfen sie nicht lühgen, wenn sie darauf angesprochen werden. Das darf nur der Täter. Der weiß von Anfang an, dass er der Täter ist, erfährt aber auch erst im Laufe des Spiels, wie er es getan hat und warum.

Ein Spiel besteht aus drei Runden, in denen nach und nach der Ablauf des Abends rekonstruiert wird. Nachdem sich jeder zu Beginn vorgestellt hat, liest der Gastgeber noch einmal für alle die Regeln und die Beschreibung der Situation vor, in der sich nun alle befinden. Dann öffnet jeder Spieler in seinem Heft den ersten versiegelten Abschnitt und liest still, was sich in den ersten Stunden des Abends aus seiner Sicht ereignet hat. Jedes Ereignis ist mit einer Uhrzeit versehen, sodass nun jeder schildern kann, was er zu einem bestimmten Zeitpunkt getan hat.
Der Gastgeber eröffnet das Gespräch und führt durch die Diskussion. Scheinen alle Informationen offen zu liegen und das Gespräch beginnt sich im Kreis zu drehen, ist es Zeit für die nächste Runde. Jeder liest wieder für sich, wie sich der Abend aus Sicht seiner Rolle weiter entickelt hat. Das gleiche gilt dann für die dritte Runde, in der sich dann der Tathergang herauskristalisiert. Inzwischen hat sich abgezeichnet, dass beinahe jeder ein Motiv hätte und die Anschuldigungen werden immer konkreter. Der Täter muss nun sehr aufpassen, dass sein Alibi nicht durchschaut wird. Am Ende dieser Runde äußert jeder Spieler reium seinen Verdacht. Die verdächtigte Person darf sich dann direkt rechtfertigen. Nachdem alle dran waren, wird abgestimmt, wer der Täter ist. Steht es unentschieden zwischen zwei Personen, dürfen beide noch einmal darlegen, dass sie unschuldig sind und anschließend wird erneut abgestimmt. Die Person, die letzendlich der Tat beschuldigt wird, behält aber ersmal für sich, ob die Anschuldigung wahr ist. Denn nun liest der Spielleiter eine Zusammenfassung des Abends vor, die alle Geheimnisse aufdeckt. Am Ende wird dann die Tat beschrieben und das Motiv erklärt.

Da viele Personen ein Motiv haben, ist es wirklich schwierig, den Täter zu überführen. Man muss die einzelnen Charaktere genau beobachten um herauszufinden, ob bei einem von ihnen zeitliche Lücken in der Schilderung des Abends auftauchen, oder widersprüchliche Aussagen gemacht werden. Wir habe es erst einmal geschafft, den Mörder zu entlarven!

Ein Spiel dauert insgesamt etwa 3-4 Stunden, mit dem Essen aber eher etwas länger. Man sollte auf jeden Fall keine Kinder dabei haben, damit man sich wirklich auf das Spiel konzentrieren kann. Ich wurde mal gefragt, ob ich denke, dass eine 14-Jährige mitspielen kann, aber ich würde das nicht empfehlen. Die Geheimnisse, die die meisten Personen haben, drehen sich um Affären, Drogensucht und finanzielle Probleme. Das ist meiner Meinung nach nichts, in das sich Kinder hineindenken können und sollten. Diese Krimi Dinner sind meiner Ansicht nach wirklich für Erwachsene, auch deshalb, weil man eine gewisse Fähigkeit haben sollte, erfolgreich zu argumentieren und gezielte Fragen zu stellen.

Ich empfehle euch ganz dringend, so ein Krimi Dinner auszuprobieren!Es macht so unglaublich viel Spaß und ihr werdet euch später so gern daran zurück erinnern! Und vergesst nicht, ein Gruppenfoto zu machen!

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für deinen Beitrag.
    Wir überlegen schon länger meine Cousinen mit Ihren Freunden einzuladen, nur weiss man nie so recht, wie man das Ganze aufbauen sollte: Essen, Getränke, eben alles neben dem Spiel. Vorallem, wenn man selbst noch nicht gespielt hat. Aber somit werde ich den Abend dann doch mal in die Tat umsetzen!
    Liebe Grüße, Kirsten

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!