Lange Autofahrten mit kleinen Kindern

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Tipps und Ratschläge rund um das Thema Kind sind ja immer so eine Sache – schließlich sind ja alle Kinder verschieden und das äußert sich eben auch in ihrem Verhalten während einer Autofahrt.
Ich muss sagen, dass wir mit unseren Kindern echt Glück haben, also zumindest bisher. Natürlich fallen ihnen lange Fahrten in den Urlaub auch nicht leicht, aber sie sind wirklich sehr tapfer und das Genörgel hält sich bisher sehr in Grenzen. Allerdings ist der Jedi ja noch nicht alt genug, um sich zu streiten, mal sehen, wie die Fahrten verlaufen, wenn die beiden sich mal ordentlich in die Haare bekommen können.

Wir fahren seit wir die Waldmöwe haben jedes Jahr nach Zeeland in den Niederlanden, das sind  etwa 5-6 Stunden Fahrt. Das ist schonmal von vorne herein eine Zeitspanne, die sich einigermaßen gut bewältigen lässt. Eine Fahrt wie die nach Norwegen 2014 von 45 Stunden ist natürlich ein ganz anderes Kaliber. Was da so alles passiert ist, könnt ihr in dem Artikel nachlesen, den ich euch verlinkt habe.

Eine entscheidende Rolle spielt natürlich das Auto, mit dem man reist. Wir haben uns kurz vor unserem diesjährigen Urlaub ein neues gekauft, einen Seat Alhambra und obwohl ich ziemlich skeptisch war, so viel Geld für ein Auto auszugeben, muss ich zugeben, dass die Fahrt in den Urlaub damit viel angenehmer war, als mit unserem Kombi. Der Alhambra ist nicht umsonst zum Familienauto des Jahres 2018 gewählt worden.
Eigentlich dachte ich immer, so ein richtiges Familienauto bräuchte man erst ab drei Kindern, damit die halt alle auf der Rückbank Platz haben. Aber kaum war der Jedi auf der Welt, musste ich plötzlich auch ständig auf der Rückbank sitzen, eingeklemmt zwischen zwei Kindersitzen, meist unangeschnallt und die Beine irgendwie rechts und links unter die Vordersitze gesteckt. Mit 176m ist das auf so einer Mittelpritsche wirklich unbequem, auch wenn man ziemlich dünn ist.
Was letztendlich aber den Ausschlag gegeben hat, ein neues Auto zu suchen, war die defekte Klimaanlage. Die war zwar schon länger kaputt, aber ihr habt diesen Sommer ja selbst miterlebt: ohne Klimaanlage bei 38° C sechs Stunden mit zwei Kindern? Undenkbar! Und überhaupt, jede Fahrt war diesen Sommer eine Qual und es war noch nicht mal August. Also ist mein Mann losgezogen, um uns ein neues Gefährt zu organisieren. Weit musste er gar nicht gehen, denn irgendwie fand er ziemlich schnell und ziemlich nah genau das, was er gesucht hat: einen Seat Alhambra beim Autohaus Kobia in Sinsheim. Und dann auch noch in Schwarz! Als er das letzte Mal unterwegs war, kam er nämlich mit einem roten Auto nach Hause. Davon war ich eher weniger begeistert.
Dank dem sehr guten Service bei Kobia ging alles ziemlich schnell – wir gaben unser altes Auto in Zahlung und mussten uns nicht mal selbst um dessen Verkauf kümmern, das neue Auto wurde für uns angemeldet und startklar gemacht. Rechtzeitig zum Urlaub hatten wir also einen Siebensitzer mit beidseitigen Schiebetüren, Touchdisplay, Rückfahrkamera und allem Pipapo. An diese technischen Bequemlichkeiten muss ich mich erstmal gewöhnen, bisher war ich eher der Typ Autobesitzer, der sich schon über elektrische Fensterheber gefreut hat. Aber die Schiebetüren – wie praktisch sind die denn bitte! Praise the Lord for Schiebetüren!
Aber ich schweife ab, ich wollte euch ja eigentlich ein paar Tipps für eure nächste Urlaubsfahrt geben. Wahrscheinlich kennt ihr sie eh alle schon, aber vielleicht eben auch nicht.

Viele Eltern schwören ja darauf, in der Nacht loszufahren, damit die Kinder müde sind und so viel wie möglich von der Fahrt verschlafen. Der Gedanke ist natürlich einleuchtend, bei uns aber nicht umsetzbar. Ich bin nämlich nachts auch müde. Und wenn ich mitten in der Nacht aufstehen, ohne vernünftiges Frühstück im Halbschlaf Kinder und vergessenes Zeug ins Auto packen muss, dann will niemand sechs Stunden mit mir in einem Auto eingesperrt sein. Außerdem hasse ich es, nachts Auto zu fahren, auch als Passagier. Ich bin nämlich so eine, die immer mit auf den Verkehr aufpasst. Und mit bremst. Ich kann einfach nicht anders. Zum Wohle aller stehen wir also genau so auf wie immer, wenn also die Kinder von alleine aufwachen, was ja immerhin auch schon gegen 6 Uhr ist. Dann frühstücken wir in Ruhe, richten uns was zu essen für unterwegs, spülen ab, packen die letzten Sachen ins Auto, steigen ein paar mal ein und wieder aus um Vergessenes zu holen und fahren dann irgendwann los. Ohne Stress. Das funktioniert bisher ganz gut, da muss halt jede Familie ihren Urlaubs-Start-Groove finden.

Die Kinder bei Laune zu halten ist bei stundenlangen Fahrten natürlich die größte Herausforderung. Was uns dabei hilft, sind zum Beispiel neue Unterhaltungsmedien. Egal, ob Bücher, CDs oder Tonie Figuren – wichtig ist, dass die Geschichten neu sind. Dafür muss man gar nicht mal etwas Neues kaufen, es reicht, sich einfach in der örtlichen Bücherei etwas zu leihen. Bücher werden in der Regel für vier Wochen verliehen, CDs für zwei Wochen. Das reicht in den meisten Fällen, um die Urlaubszeit zu überbrücken. Oft ist es auch so, dass die Büchereien über die Ferien geschlossen haben und man die Medien, die man vor den Ferien leiht also bis nach den Ferien behalten kann.
In unserer Bücherei gibt es seit kurzem sogar Tonie Figuren. Das ist richtig klasse, denn so kann man die Geschichten erstmal testen, bevor man sie sich eventuell selbst anschafft und man kann eben für eine Urlaubsfahrt eine neue Geschichte mitnehmen.

Manche Eltern werden beim folgenden Tipp empört aufschreien, aber manchmal hilft es, die Urlaubsfahrt auch mit besonderen Snacks zu einem kleinen Erlebnis zu machen, die es sonst eher nicht gibt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es für mich immer etwas Besonderes war, wenn meine Mama und bei Klassenfahrten Gummibärchen eingepackt hat. Die Waldmöwe isst zum Beispiel sehr sehr gerne Chips und normalerweise essen wir natürlich keine im Auto. Aber wenn es darum geht, die Kinder vom Quengeln abzuhalten, darf man auch mal eine Tüte Chips während der Fahrt essen. Jaja, Schande über mein Haupt…

Wer bei den Chips jetzt die Stirn gerunzelt hat, wird sich über diesen Tipp wahrscheinlich ganz besonders freuen: singen im Auto. Unser Seat Alroundtalent kann sich natürlich auch mühelos mit dem Smartphone und somit auch mit Spotify verbinden. Und damit lässt sich dann ganz einfach eine Runde Wünsch-dir-was-Karaoke starten. Als der Jedi auf der Fahrt nach Hamburg anfing zu quengeln habe ich ruckzuck Rolf Zukowski zur Hilfe geholt und sofort war die Stimmung besser, als im Musikantenstadl. Man darf sich als Eltern natürlich nicht zu schade sein, sich ordentlich zum Affen zu machen. Seit ich Mutter bin, könnte ich auf jedem Kreuzfahrtschiff als Animateur anheuern…

Je nachdem, wie alt die Kinder sind, kann man natürlich auch Spiele spielen. Wir haben immer nach den besten Nummernschildern geschaut und aus denen, die ein Wort ergaben eine Geschichte erfunden. Dazu müssen die Kinder natürlich erstmal lesen können.
Seit die Waldmöwe etwa drei ist, spielt sie gern “ich sehe was, was du nicht siehst”. Im Auto sind die Möglichkeiten natürlich etwas beschränkt, deshalb kann man auch einfach ein Wimmelbuch dafür benutzen. Am besten eins aus der Bücherei, das man noch nicht auswendig kennt. Darin kann man sich dann etwas aussuchen, dessen Farbe man nennt und der andere versucht es zu finden.
Was sie auch gern mag ist, Montagsmaler auf dem Rücken. Dafür beugt man sich nach vorne und bekommt mit dem Finger etwas auf den Rücken gemalt und muss raten, was es ist. Das ist gar nicht so leicht, aber man merkt mit der Zeit, wie schnell die Kinder lernen und wie gut das Vorstellungsvermögen trainiert wird.

Natürlich kann man auch einen Film auf dem Tablett anschauen, aber das ist für mich eher die allerletzte Notlösung. So lange ich hinten sitzen und die Kinder bespaßen kann, gebe ich mein Bestes, um ohne TV klar zu kommen. Im Altern von vier und eins geht das noch ganz gut, mal sehen, wie lange noch…

Habt ihr noch weitere Tipps für lange Autofahrten? Immer her damit, der nächste Urlaub kommt bestimmt!

3 Kommentare

  1. Es ist schön, dass Du dir so viel Mühe gibst! Und ich kann deine Überlegungen nur unterstützen. Unsere Mädels sind jetzt 11 und 8, und das Thema Dvd im Auto kam natürlich auch bei uns Eltern mal auf. Wir haben uns damals dagegen entschieden. Hörbücher, ein buch mit den Autokennzeichen und ein von mir selbstgemaltes Reisebingo (Bus, Kuh, Ampel, Traktor, Anhänger mit Boot…) sind bei langen Fahrten der Hit, besondere kulinarische Extras wie bei dir auch. – und als Belohnung für unsere Mühen haben wir jetzt eine sechstklässlerin, die in Sachen “Heimatkunde” (braune Schilder an der Autobahn, autokennzeichen…) extremst interessiert und in der Schule in Geographie recht fit ist. Gute Fahrt weiterhin!!!

    • Das mit dem Bingo ist eine super Idee, das muss ich mir merken!
      Super, dass sich das dann auch später mal bemerkbar macht, wenn man versucht, den Kindern spielerisch etwas beizubringen!

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!