Nach dem Stillen wird gespuckt. Irgendwas ist ja immer.

Vielen Dank für eure lieben Kommentare zum Thema Stillen!
Es ist wirklich schön, zu hören, wie es anderen damit geht, welche Erfahrungen ihr gemacht habt und zu lernen, was man vielleicht anders machen kann.

Ich werde natürlich nicht mit dem Stillen aufhören, auch wenn mich dieses Auslaufen ab und an beinahe in den Wahnsinn treibt. Da hat sich seit dem letzten Artikel dazu leider überhaupt nichts getan, trotz literweise Pfefferminztee und inzwischen auch Globuli. Meine Hebamme meinte, ich soll das mal ausprobieren. Ich hab ja den unbestimmten Verdacht, dass die kleinen Wunderkügelchen alle aus ein und derselben Substanz bestehen: Zucker.
Und weil dieses Geheimnis nicht an die Öffentlichkeit geraten darf, arbeiten in Globulifabriken keine Menschen, nur Roboter und Klone. Und hinter all dem stecken die Freimaurer. Bestimmt.

Ein anderes Problem macht uns zur Zeit zu schaffen: das Spucken. Das hat sie irgendwie ab der zweiten Woche für sich entdeckt und jetzt hört das nicht mehr auf. Auch da haben wir schon verschiedene Sachen ausprobiert.
Während dem Stillen kurz unterbrechen um Aufzustoßen verursacht starkes Gequengel, zum Teil auch Geschrei und bringt nichts, da sie trotz Bäuerchen spuckt.
Sab Simplex hilft auch nicht. Es macht keinen Unterschied, ob sie es vor der Mahlzeit bekommen hat oder nicht. Genauso verhält es sich mit Globulizucker.
Nur eine Seite stillen, um Überfüttern zu vermeiden ist nicht machbar. Nachdem sie die erste Seite getrunken hat, wird sie gewickelt, dann bekommt sie die zweite. Ich habe schon versucht, ihr diese klammheimlich zu unterschlagen, aber wenn Mama nicht gleich die zweite Brust auspackt, wird das mit nachdrücklichem Gebrüll kommentiert. Ich habe auch schon versucht, sie nach der ersten Brust einfach schlafen zu lassen, aber nach einer Viertelstunde wacht sie auf und dann gibt es für mich kein Entkommen.
Nach dem Stillen kommt dann der richtig anstrengende Teil, vor allem nachts. Sie stößt zwar auf, aber wenig später spuckt sie trotzdem. Auf ihren Body, in meinen Auschnitt, auf den Boden… nichts ist vor ihr sicher. Und leider ist das nicht nur frische Milch, sondern auch geronnene. Und die stinkt und ist eklig. Ständig werden hier Spucktücher und Klamotten gewaschen.
Außerdem arbeitet sie daran, ihre Spucktuchflucht weiter zu verbessern. Man kann sich komplett mit Spucktüchern bedecken, sie schafft es trotzdem genau da hin zu spucken, wo das Tuch endet. In unbeobachteten Momenten wird natürlich bevorzugt gespuckt. Und weil Mama und Papa immer sensibler für blubbernde und gurgelnde Geräusche werden, wird auch hier an der Taktik gearbeitet um möglichst großflächige  Gebiete gründlichst zu verunreinigen.

waldmöwe mit spucktuch

Wir haben deswegen jetzt auch einen gebrauchten Kinderwagen gekauft. Eigentlich wollten wir sie hauptsächlich tragen, aber durch das Spucken macht das keinen Spaß. Kaum ist sie eingewickelt, spuckt sie einem auf die Brust, drückt ihr Gesicht hinein und wälzt sich hin und her bis sie von einem Ohr zum anderen mit ekliger Stinkemilch verschmiert ist.
Also wieder auspacken, Waldmöwe umziehen, sich selber umziehen, wieder einwickeln. Da hat man schon keine Lust mehr auf einen Spaziergang.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass gegen Spucken nichts hilft außer darauf zu hoffen, dass es bald vorbei ist. Wann auch immer das ist…

Wie war/ist das bei euch? Habt ihr vielleicht eine Idee, die helfen könnte? Selbstreinigende Spucktücher oder sowas?

waldmöwe mit spucktuch-2

8 Kommentare

  1. Singerka

    Auf dem Arm nehmen und spucken lassen 🙂 bei uns war auch alles nass aber so wie mit dem stillen, mit der Zeit wird es besser 😉
    kratzt sich die Kleine wirklich so doll? meine Kinder hatten ein paar Kratzer aber das war mir lieber als die Handschuhe/Socken anzuziehen – man soll alleine probieren und den ganzen Tag mit den Socken auf den Händen rennen 😉
    LG

    • Normalerweise hat sie dünne, weite Fäustlinge an, aber die sind grad mal wieder alle vollgespuckt.
      Das Problem ist, dass sie sich immer die Finger in die Augen drückt und reibt. Und sie hat halt richtig lange, spitze Nägel. Da wird mir ganz anders, wenn ich das seh…

  2. Halte durch, großartige Mami!
    Bei mir hat es vier Monate gedauert bis sich das alles von alleine reguliert hat. Ab da war es richtig großartig, auch wenn ich mich erst etwas nackt fühlte ohne Stilleinlagen. 🙂
    Schade dass das Tragen dadurch nicht klappt, aber was nicht ist wird vielleicht bald.
    Lieben Gruß!

  3. ich glaube, du hast recht, was das gegensspuckenhelfen betrifft. blöd, dass es euch das tragen verleidet, aber es WIRD besser werden, und dann eben dann. ständig tropfende milch – das hat bei mir wirklich lange gedauert. aber dann kam der umschwung ins gegenteil :: plötzlich zu wenig milch und DAS waren besch… zeiten, der kleine horror. daher würd ich aus meiner erfahrung sagen :: lieber nix tun gegen zu viel milch, das reguliert sich, auch wenns lästig ist, ewig stilleinlagen drinnenhaben zu müssen und selbst nachts einen still-bh zu brauchen (meine bevorzugte variante dann :: gar kein t-shirt und handtücher unterlegen beim schlafen). aber alles besser als zu wenig milch. nebst pfefferminze ist übrigens meines wissens auch petersilie so ein milchproduktionshemmer; falls du meinst, dennoch lieber ein bisschen bremsen zu wollen, gib bescheid, dann schau ich nach – es gibt da noch ein paar dinge (die mir der arzt damals, als die milch dann zu wenig war, zu meiden geraten hat). alles alles liebe euch und tapfer bleiben und vor allem nachgiebig mit dir selbst! manchmal sind die dinge einfach nicht so, wie man sie sich vorgestellt hätte, und trotzdem sind sie ok und gut. (das hab ich zwischenzeitlich manchmal vergessen, wodurch die lage mitunter leicht katastrophenhafte züge annahm …)

  4. Caroline

    Solange sie weiter zu- und nicht abnimmt, ist es zwar lästig, aber harmlos, denke ich. Hast du es mal mit einer anderen Stillposition probiert, also das Kind mehr in einer aufrechten Position stillen?

    vg
    Caroline

    • Mach ich sowieso, also die “Footballhaltung”. Der Kopf liegt immer erhöht auf einem Kissen.

  5. Solange die Maus weiterhin so wunderbar gedeiht, kannst Du davon ausgehen, dass deine Kleine trotz des Spuckens genügend Nahrung erhält und gedeiht und das Spucken zwar sehr unangenehm und lästig ist, jedoch noch nicht unmittelbar bedrohlich.
    Eine Ursache für das häufige Spucken kann ein gastroösophagaler Reflux, das Zurückfließen des Mageninhaltes in die Speiseröhre, sein.Nichts schlimmes, es ist normal.
    Manchmal trinken die Kleinen auch nur zu hastig. Einfach öfter absetzen zwischendurch. Und sonst abwarten bis das Mäuschen aus dem Spuckalter draußen ist 🙂

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!