Traumhaus adé…

Vor etwa 1 1/2 Jahren haben wir unser Traumhaus gefunden.
Ein Reihenendhaus aus den 70er Jahren, mit drei ausgebauten Stockwerken, Kamin im Wohnzimmer mit Panoramafensterfront, Balkon, überdachter Terrasse und großem Garten.
Weil die beiden Schwestern, die es geerbt hatten sich aber nicht einigen konnten, wurde eine Zwangsversteigerung angestrebt. Wir wurden ein ums andere mal vertröstet, eine Frist folgte auf die nächste und gute und schlechte Nachrichten gaben sich die Klinke in die Hand. Aber wir hielten daran fest, dieses Haus kaufen zu wollen. Man hört ja oft, dass man es spürt, wenn man das richtige Haus gefunden hat. Dass man sich sofort angekommen und zu Hause fühlt. Das klingt unglaublich kitschig, aber genau das empfanden wir beide, als wir das Haus zum ersten Mal besichtigten. Wir waren selbst überrascht von der schlagartigen Erkenntnis, dass wir unser Traumhaus gefunden hatten.Spazografiergang Blumen-9Spazografiergang Blumen-8Dass hier sehr viel Arbeit auf uns wartete, war uns bewusst. Die typischen braunen Fließen, die einem hier überall die Tränen in die Augen trieben, müssten mühselig weggeklopft werden, Leitungen und Fenster müssen getauscht und das Dach isoliert werden. Aber für die Aussicht, morgens mit einer Tasse Kaffee in der Hand diesen Ausblick genießen zu können, waren wir gern bereit dies auf uns zu nehmen.

Hinterm Herrschaftshaus

Spazografiergang Blumen-6
Natürlich haben wir während der Wartezeit einige andere Häuser besichtigt. Aber keines konnte mit unserem Favoriten mithalten. Das “Das-hier-ist-unser-Zuhause-Gefühl” stellte sich bei keinem anderen Objekt ein. Es waren zwar einige dabei, die deutlich weniger Zeit-und Geldinvestition erfordert hätten, aber keines davon lag am Ortsrand, keines hatte 10 Zimmer und keines hatte ein Panoramafenster im Wohnzimmer.
Wir haben sehr darauf gehofft, dass die Schwestern sich einigen und unser Angebot annehmen, oder, dass wir es bei einer Versteigerung günstig erstehen können.Spazografiergang Blumen-7Spazografiergang Blumen-12Am Mittwoch wurde das Haus verkauft. Ohne jede Vorwarnung. An jemanden, der nicht  1 1/2 Jahren darauf gehofft hat, dort seine Kinder großzuziehen. An jemanden, der mehr dafür zahlen kann, als es laut gerichtlichem Gutachten wert ist.Spazografiergang Blumen-2Spazografiergang Blumen-10Spazografiergang BlumenUnd wir fangen wieder von vorne an. Der Gedanke an unser Traumhaus im Grünen, in dem jetzt jemand anderes wohnt, wird uns so schnell nicht loslassen. Die Aussicht, hier in St.Leon ein gleichwertiges Objekt zu finden, das wir uns leisten können, ohne deswegen verhungern zu müssen, ist gleich null.

Shit happens.Spazografiergang Blumen-3

18 Kommentare

  1. Oh Gott, wie heftig ist das denn??? Und was haben die sich bloß dabei gedacht? Ihr Armen!!!! Am besten Umdenken, sich einen dicken Kuss geben und weiter geht’s! Liebste Grüße

  2. o liebste peppeR. das tut miR leid. ganz und sehR.
    ich wünsche euch von heRzen, dass ein ebenbüRtiges übeR den weg läuft. denn wenn dies nicht füR euch bestimmt waR, dann muss ein besseRes iRgendwo schlummeR.
    heRzlich. käthe.

    • ich schließe mich frau kathe an. auch wenn ich eure trauer gut nachvollziehen kann. wir haben ähnliches erlebt. noch haben wir kein haus gefunden, in dem wir ähnliche angekommenseingefühle verspürt hätten. die trauer wird weniger. und damit die hoffnung größer, dass es irgendwo auf uns wartet, das richtige, unseres. der sommer hat uns gezeigt, dass es für was gut war, denn es war ein ruhiger, toller, unhektischer, genussreicher – mit umzug wäre er so nicht möglich gewesen.
      lieben gruß
      dania

    • Genau,so sieht es aus.Ihr findet noch euer Traumhaus,wer weiß was dieses
      Haus für Probleme mit sich gebracht hätte, wenn schon vor dem Verkauf so ein hin und her. Die Bilder lassen einen weiter träumen vom perfekten Heim….

  3. Stimmt schon, für irgendwas ist es bestimmt gut und vielleicht kommt ja was Besseres. Aber im Moment nervt´s einfach nur. Schließlich waren wir 1 1/2 Jahre lang so ziemlich die einzigen Interessenten und wir hatten uns schon gefreut, bald aus der kleinen Wohnung auszuziehen…

  4. Oh, das tut mir soo leid! Ich bin grade ganz traurig geworden beim Lesen.
    Haben die euch nichtmal gefragt, ob ihr euer Angebot erhöhen wollt/könnt?

    Ich drück euch ganz fest die Daumen, dass bald euer wirkliches Traumhaus auftaucht, dass ihr dann auch ganz ohne Probleme bekommen könnt.

  5. That’s life – es gibt sehr viele Menschen, die nur auf’s Geld schauen.
    Wir haben das sehr große Elternhaus meines Mannes an ein Ehepaar mit 4 Kids verkauft, obwohl sie weniger boten als die stark rauchende andere Interessentin. Meine Schwiegermutter, mein Mann und ich waren allesamt der Meinung, dass Lebendigkeit, Liebe, Kinderlärm und lachende, sich freuende und dankbare Menschen in das Haus müssen.
    Bei der kinderreichen Familie hatten wir beim ersten Besichtigungstermin spontan das Gefühl, dass das Haus richtig für diese Familie ist. Es war zu schön: wir 4 Erwachsenen saßen mit der 3-jährigen im OG auf dem Fußboden im Flur und verhandelten über den Preis. Trotz Verzögerungen mit der Finanzierung, trotz Warten auf die Zahlung des Kaufpreises und einiger anderer Situationen, die uns bei anderen Käufern – zu denen wir nicht so viel Vertrauen hatten – in Rage gebracht hätten, wir waren immer zufrieden mit unserer Entscheidung, gerade dieser Familie das Haus zu verkaufen. Das war auch deren Traumhaus!

    Dir und deinem Mann wünsche ich ein anderes Haus in dem ihr eure Träume erfüllen könnt! Und genau wie “Fräulein Rucksack” sagt: es kommt besser. Bitte vertraut da drauf, dass ihr beide das bekommt was ihr wirklich braucht!
    Wer weiss, für was es gut ist, dass ihr das Haus nicht bekommen habt…?

    Ganz liebe und herzliche Grüße und
    “Hald de Kopp owwe, wenn a doin Hals dreggisch is!”
    Christina

  6. Ohnein! Wie schrecklich, das tut mir unendlich leid. Dieses Gefühl, dass eigentlich etwas unbedingt anders gehört, soundso gehört, und so ist es aber nicht… kenn ich. Da gibt es dann zwei Möglichkeiten: Entweder denke ich, ok, das Timing war wieder scheiße, das soll trotzdem unbedingt sein und ich muss noch ein paar Jahre warten, oder ich denke, ok, vermutlich hätte ich mir damit irgendwas schlimmes anderes Schicksalsmäßiges eingeheimst, so nach dem Motto: Alles ist immer für irgendwas gut. Mit der zweiten Entscheidung lebt es sich weitaus leichter, weil man einfacher nach vorne blicken kann.
    Ich wünsch Euch bald ein Zuhause.

  7. ach mensch, das tut mir sehr leid. und ich kenne das. unser traumhaus wurde uns auch vor der nase weggeschnappt. allerdings haben wir nicht so lange darauf gehofft. insgesamt haben wir fast 5 jahre gesucht – und sind am ende belohnt worden. wir haben unser haus gefunden und es noch mehr zu unserem gemacht. nicht aufgeben! wer weiß, wofür das gut war! habt geduld, auch wenn’s schwer fällt, jetzt wieder von vorne anfangen zu müssen.
    herzliche grüße
    die frau s.

  8. Ach Mensch. Auch wenn das vermutlich jetzt noch kein Trost ist: Ich hatte vor zwei Jahren die Zusage für meine Traumwohnung, in meiner Lieblingsgegend, 2 Minuten vom Rhein entfernt. Eine Woche später kam eine Absage. Heute bin ich aus verschiedenen Gründen froh, dass es nicht geklappt hat – und sehr glücklich mit meiner neuen Wohnung! Ich drücke Euch die Daumen …

  9. Was für ein Drama! Auch das fatale Schlussbild! Vorhang! applaus. Ende!
    Nächster Versuch.
    Viel Glück, ich kenne das…!
    Liebe Grüße
    Sandra

  10. Ich hab beim Lesen richtig den Atmen angehalten und so sehr auf ein Happy End gehofft!

    Ohhhh Maaaaaann 🙁 Ich wollte schon zu dieser traumhaften Mohnblumenwiese gratulieren!

    Wer auch immer in Eurem Traumhaus wohnen wird, ich bin dabei, wenn Ihr ihn verhauen wollt <3

  11. Oh das tut mir so leid. Ich weiß wie es ist, von einem bestimmten Haus zu träumen und wie man sich bestohlen fühlt, wenn ein anderer einzieht.
    Vor vielen Jahren gab es einen leerstehenden kleinen Bauernhof mit Obstbaumwiese, für den ich jeden Tag auf dem Weg zu meiner Arbeit einen Umweg fuhr. Nur um dort zu sein und um die Hoffnung aufrechtzuerhalten, ich könnte dort eines Tages wohnen. Jahre später wurde eine Hochspannungsleitung direkt daneben gebaut udn er wurde verramscht. Damit war er für mich verbrannt. Trotzdem fahre ich immer noch ab und zu dort vorbei…

    Herzlich, Katja

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