Vintageliebe

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So schlicht und aufgeräumt ich es an meinem PC-Arbeitsplatz mag, für meinen Kreativplatz funktioniert das gar nicht. Da passt Minimalismus irgendwie nicht so richtig hin.
Wenn ich kreativ sein will, brauche ich Dinge um mich herum, die mir Geschichten erzählen und mich auf Gedanken bringen. Keine speziellen, einfach irgendwelche.
Alles schwarz-weiß und perfekt aufgereiht ist schön zum Anschauen, aber arbeiten kann ich so nicht. Ich mag es viel lieber, wenn noch Farbreste an den Materialien dran sind, wenn Karten mit Mischversuchen herumliegen, die mich beim nächsten Projekt vielleicht auf ganz neue Gedanken bringen. Ich mag abgegriffene Stiftstummel, mit Kreide verschmierte Papierfetzen auf denen Ideen flüchtig hingekritzelt wurden und Federn, überall Federn.

Neue, modische Wohnaccessoires und Werkzeuge sind zum künstlerischen Arbeiten für mich unbrauchbar, weil sie irgendwie langweilig sind. Sie beflügeln meine Fantasie überhaupt nicht. Sie mögen zwar ihren funktionalen Zweck erfüllen, aber in kreativitätserzeugender Hinsicht sind sie tot.
Deshalb ist mein kleiner Kreativplatz eine Sammelstelle für alle möglichen Vintageschätze, die ich auf Flohmärkten und bei ebay finde. Hin und wieder sitze ich einfach nur da und denke darüber nach, welchen Zweck die Gegenstände wohl früher erfüllt haben, wer sie benutzt hat und wie alt sie wohl sind.
Den Zirkel hat mein Vater schon in der Schule benutzt, die Holzkisten hat mein Mann von der Arbeit mitgebracht. Da ich selbst den Beruf der Technischen Zeichnerin gelernt habe, kann ich mir ungefähr zusammen reimen, wofür sie benutzt wurden. Ich mag es, mir vorzustellen, wie Menschen diese Sachen benutzt haben. Sie haben den gleichen Beruf, wie ich, haben in der gleichen Firma gearbeitet. Vielleicht sind sie sogar noch dort.
Das dreieckige Lineal habe ich auf einem Bauernmarkt in Zeeland gekauft und ich vermute, dass es aus einer Schule stammt. Die Keramikgefäße habe ich bei unserem Töpferkurs selbst gemacht und nachdem ich in der Küche lange nichts damit anzufangen wusste, kam mir die Idee, dass sie zum Malen perfekt geeignet sind – als Wasserbehälter, zum Mischen oder als Pinselhalter.

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Die Lampe von JØLG {Kooperation} ist der Eyecatcher an meinem kleinen Werkeltisch. Nicht nur, weil sie so groß ist – sie ist orange. Ich glaube, im ganzen Haus gibt es sonst nichts, was orange ist. Aber diese Lampe hat´s mir angetan. Ich hätte auch eine Schwarze, Weiße oder Graue nehmen können, das gibt es nämlich auch alles. Wäre diese orangene Lampe nicht im Shop gewesen, hätte ich das mit Sicherheit auch getan. Aber an diesem Vintage-Traum bin ich einfach nicht vorbei gekommen. Und ich kann gar nicht so richtig erklären, warum. Es ist nämlich so, dass Orange tatsächlich die Farbe ist, die ich am allerwenigsten mag. Aber in Kombination mit diesem Graublau darunter, dem rostigen Metall und der perfekten Form, war das Orange dann irgendwie doch schön. Und bei solchen Schätzen aus der Vergangenheit ist es ja nun mal so, dass es nur dieses eine Stück gibt und nicht noch zehn andere in unterschiedlichen Farben. Das macht solche Sachen ja gerade so besonders. Wäre das jetzt eine Lampe von irgendeinem aktuellen Trendlabel, hätte ich mir niemals Orange ausgesucht. Aber in diesem Fall ist die Farbe auch ein Stück weit Teil der Persönlichkeit der Lampe. Irgendjemand hat sie mal aus einem bestimmten Grund so angestrichen. Wer das wohl war? Und was hatte er gegen Graublau?

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Die Lampe macht sich im Arbeitszimmer auf jeden Fall sehr gut und daran ist die Farbe sicher nicht ganz unschuldig. Denn zwischen all dem weiß und Holz ist die Lampe wirklich etwas Besonderes. Für das Textilkabel habe ich extra “Canvas Natur” gewählt, damit die Farbe der Lampe der Mittelpunkt bleibt. Theoretisch wäre auch jede andere Farbe möglich gewesen und auch die Länge kann man sich individuell anpassen lassen.

Bei JØLG gibt es außerdem auch gleich die passenden Leuchtmittel, unter anderem auch die angesagten vintage Glühbirnen im Edison-Look. Die sind besonders schön, wenn man sanftes, sehr warmes Licht möchte und sie sehen auch ausgeschaltet toll aus. Seit einiger Zeit sind ja bunte Lampenfassungen ohne Schirm, nur mit Glühbirne sehr gefragt und die sehen mit solchen Vintage-Birnen besonders gut aus.
In meiner Lampe habe ich gerade eine so genannte Globe-Birne aus Opalglas drin. Diese Energiesparlampe macht ein warmes, aber sehr helles Licht, das ideal zum Arbeiten geeignet ist.
Eigentlich wollte ich die Lampe mit einem Porzellan-Baldachin aufhängen, nicht mit einem gewöhnlichen Kunststoffdeckel, aber mein Mann hat diese Plastikdose bei der Montage der alten Lampe an die Decke geklebt. Also haben wir sie eben oben gelassen, nicht, dass der ganze Putz noch mit abbröckelt.
Der Baldachin eignet sich aber auch hervorragend als Schnurspender. Zumindest so lange, bis wir mal wieder eine Lampe aufhängen müssen 😉
Ich wusste gar nicht, dass es sowas noch gibt, ich kenne diese Baldachine aus Porzellan nur von Altbauten. Aber bei JØLG kann man sie noch kaufen und das sieht viel hochwertiger aus, als diese Plastikdosen. Hätte ich das mal vorher gewusst, es gäbe keine einzige Plastikdose hier im Haus!

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Romina und Johannes haben einen echten Traumjob! In ganz Europa nach coolen Vintage-Schätzen suchen sie aufarbeiten und dann verkaufen, das wäre auch mein Ding. Das Verkaufen allerdings nicht so. Ich habe vor ein paar Jahren mal versucht, einen kleinen Shop mit tollen Vintage-Sachen zu führen, aber der ist dann ziemlich schnell daran gescheitert, dass ich mich von den Sachen nicht trennen konnte. Aber der Gedanke, Gebrauchsgegenstände mit Geschichte ein neues Leben zu schenken, finde ich immer noch grandios. Nachdem ich mir vor ein paar Wochen das Buch “Nordisch wohnen im Industrial Style” gekauft habe, würde ich am liebsten nur noch solche fantastischen Industrie Gegenstände umfunktionieren.
In unseren Werkbank-Couchtisch bin ich ja auch ganz verliebt, obwohl ich eigentlich vom Stil her gar nicht so sehr im Industrial-Bereich Zuhause bin. Aber solche Sachen wie die Lampe passen ja eigentlich überall rein und ein bisschen Metall zwischen all dem Holz schafft mal ein wenig Abwechslung.

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Mein Plan für das kommende Jahr ist unter anderem, wieder mehr Zeit mit kreativem Arbeiten zu verbringen. Zu malen, auch wenn ich gerade kein Bild für die Wand brauche. Jeden Tag was kleines zeichnen. Das nehme ich mir jedes Jahr vor, aber es hält nicht wirklich lange an, weil immer so viel Arbeit dazwischen kommt. Und mehr Zeit mit analoger Kreativität heißt auch automatisch, weniger Zeit für digitale Kreativität hier auf dem Blog. Ich hoffe, ihr verzeiht mir 🙂

6 Kommentare

  1. Ich bin eigentlich überhaupt kein Fan von Orange, aber bei dir mit dem vielen Weiß finde ichs richtig schick!

  2. Ich finde deinen Kreativplatz und die Vintage-Lampe wunderschön. Habe mal in den Shop von JØLG geschaut und gleich auch was für uns Zuhause gefunden. Danke für den Tipp!

  3. DU hast ein wunderschönen Arbeitsplatz, so einen hätte ich auch gerne. DIe Vintage Lampe finde ich super, sie sieht echt klasse aus.

  4. Das Graublau unter der orangenen Farbschicht wird die Grundierung der Lampe sein, wäre zumindest eine typische Farbe.

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!