Warum in die Ferne schweifen – Ein Wochenende im Schwarzwald

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Sicher habt ihr alle schon mal den an ein Gedicht Goethes angelehnten Spruch gehört: “Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?”
Tatsächlich wohnen wir gar nicht weit entfernt vom Schwarzwald und so haben wir zum Abschluss von Michaels letztem Elternzeitmonat ein Wochenende im historischen Landgasthaus zur Linde verbracht.
Das historische Gasthaus steht in Münstertal im Breisgau, nicht weit entfernt von Freiburg. Da wir im Urlaub normalerweise in Ferienhäusern wohnen, in denen wir uns selbst versorgen, war es für die Waldmöwe ziemlich aufregend, mal in einem Hotel zu sein. Auch Wochen später erzählt sie jedem davon, dass wir dort waren und sie zum Frühstück Nutella-Brötchen gegessen hat.

Wir fuhren freitags nach dem Frühstück los und legten in Freiburg einen kurzen Zwischenstopp ein. Ich war noch nie dort und da es auf dem Weg lag, wollte ich die Gelegenheit nutzen, mir die Stadt mal anzuschauen. Und dann waren da noch diese Waffeln. Vor kurzem hatte Dani Klein auf Instagram unverschämt gute Bubble-Waffeln gezeigt, ein Trend aus China, von dem ich bisher noch nie gehört hatte. Zufällig habe ich dann entdeckt, dass es in Freiburg ein kleines Café “Süßes Leben” gibt, das diese Waffeln verkauft.
Wir sind also durch die nasse Stadt geschlendert und haben dort zwei Waffeln bestellt – eine mit Erdbeeren und eine mit Schokolade. Das Zeug ist echt krass! Mega süß und man fühlt sich ein bisschen wie ein Kind, das im Traum mal so richtig eskaliert und alles Mögliche auf eine Waffel haut. Die Waldmöwe konnte ihr Glück kaum fassen: eine Waffel mit Nutella, Schokoeis, Kindercountry, Schokosoße und Schokostreuseln. Sie musste zwar mit ihrem Papa teilen, aber trotzdem war das der absolute Jackpot und der perfekte Start ins Familienwochenende!
Nach einem Kaffee im “Barista Davide” wo wir wahrscheinlich die Regenjacke der Waldmöwe vergessen haben, fuhren wir dann weiter ins Hotel.

Das Alter des Hotels Linde ist wirklich beeindruckend! Das Gasthaus blickt auf eine 370 jährige Geschichte zurück, das muss man sich mal vorstellen! Was damals für Leute hier übernachtet haben, angereist mit Pferden und Kutschen – sowas beeindruckt mich wirklich.
Die Einrichtung ist sehr gemütlich und ursprünglich, mit uralten Holzdielen und wunderschönen Weichholzkommoden und Schränken. Ich hätte ja gerne das ein oder andere Möbelstück mitgenommen, aber das wäre wohl aufgefallen. In unserem Zimmer gab es ein Doppelbett, ein Einzelbett und ein mobiles Babybettchen. Die Fenster gehen zum Bach hinaus, der direkt am Haus vorbei plätschert. Das ist nicht so ein schlammiges Rinnsal wie hinter unserem Garten, sondern so ein herrlich frischer Gebirgsbach, mit einem Bett aus Steinen und klarem Wasser und wenn man die Zimmerfenster öffnet, hört man das beruhigende Rauschen.

Direkt neben der Terrasse am Bach führt eine Holzbrücke auf die andere Seite und auf einen Wanderweg. Hier haben wir nach unserer Ankunft freitags gleich einen Spaziergang gemacht. Allerdings leider mit vom Hotel geliehenen Regenschirmen, denn mit dem Wetter hatten wir ein bisschen Pech. Im Zimmer meinte die Waldmöwe, sie wolle im Wald dann Haselnüsse sammeln. Ich hab mich gewundert, wie sie darauf kommt, wir haben noch nie Haselnüsse im Wald gefunden. Aber ich wollte ja, dass sie mitkommt ohne zu jammern, denn wandern ist eher nicht so ihr Ding. Also habe ich nur gemeint, dass wir Ausschau halten werden. Als wir dann auf dem Fußweg entlang schlenderten, rief die Waldmöwe plötzlich begeistert, dass sie eine Haselnuss gefunden habe. Und tatsächlich! So ein Zufall, dachte ich und war mir ziemlich sicher, dass es bei dieser einen Nuss bleiben würde. Aber ich lag total daneben, denn alle paar Meter lagen nun Nüsse auf dem Weg und wir kamen vor lauter sammeln gar nicht vorwärts. Was ja aber auch nicht schlimm war, es regnete ja und wir wollten einfach nur ein bisschen an die frische Luft. Trotz Regen und nasser Füße war der Spaziergang für die Waldmöwe also ein voller Erfolg, erstaunlicherweise war ja genau das passiert, was sie sich vorgenommen hatte. Und das Grab von Jesus haben wir sogar auch gefunden – die Waldmöwe war hin und weg. Dass das Grab nur ein versperrter Tunneleingang war, wollte sie mir nicht glauben.

Am Abend bekamen wir in der guten Stube ein hervorragendes Essen serviert. Ich habe lange nachgedacht und mir sind nur sehr wenige Gelegenheiten eingefallen, bei denen ich so gut gegessen habe!
Zuerst gab es frisches Brot mit Schwarzwaldcreme und dann eine Mangosuppe, die die Waldmöwe zum Glück nicht essen wollte. Ich war also quasi gezwungen, zwei zu essen.
Ich habe anschließend das “Linden Pfännle” mit Spätzle und Michael das Hacksteak mit Pommes ausgesucht und die Waldmöwe war wie immer glücklich mit Pommes ohne irgendetwas. Als das Essen serviert wurde, fiel mir gleich das schöne Geschirr auf. Wie auch bei der Schwarzwaldcreme, die in einem Schälchen aus der Hessian Serie von Broste Copenhagen serviert wurde, war mein Tipp beim Hauptgang ebenfalls richtig: Surface von Serax. Das liebevoll angerichtete Essen sah auf dem tollen Geschirr gleich nochmal besser aus, das muss ich mir merken, wenn unseres mal kaputt geht.
Zum Nachtisch gab es für uns Fruchtsorbet und für die Kinder Vanilleeis. Die Waldmöwe konnte ihr Glück kaum fassen, erst mittags diese Waffel und jetzt noch Eis mit Smarties!
Am Samstag haben wir dann die Forelle aus dem Schwarzwald probiert, die ebenfalls sehr, sehr gut war!

Das Frühstück findet in einem separaten Raum statt, der wie der Rest des Hotels sehr authentisch mit alten Bauernmöbeln eingerichtet ist. Es gab verschiedene Brötchen und Brote, Croissants, verschiedene Wurstsorten, Käse aus dem Münstertal, Forellenfilet, Rührei, Obstsalat, Joghurt und und und. Da blieben wirklich keine Wünsche mehr offen! Auch der Cappuccino war ausgezeichnet und die Waldmöwe bekam warmen Kaba.

Das Wetter war auch am Samstag nicht viel besser, aber wir haben natürlich trotzdem etwas unternommen. Zuerst sind wir ins nahegelegene Staufen gefahren und haben uns die sehr hübsche Altstadt angeschaut. Wir waren in einem Spielzeug Second Hand und in einem wunderbaren Conceptstore namens Faust & Gretchen, indem ich mit der Verkäuferin ein bisschen über skandinavische Marken gefachsimpelt habe. Die hatten dort richtig tolle Sachen und ich durfte ein paar Instagram-Stories davon machen. Es gab neben nordischen Kleinmöbeln und Wohnaccessoires auch ganz tollen Schmuck, aber ich konnte mich leider nicht für ein Stück entscheiden, weil alles so schön war. Deshalb habe ich dann nur ein Notizbuch mit Leineneinband gekauft.
Die Verkäuferin hatte einen tollen Tipp für guten Kaffe, nämlich die Kaffeerösterei hinter der Kirche. Von außen erkennt man gar nicht sofort, dass sich in dem Häuschen ein Café befindet, aber drinnen ist es richtig schnuckelig eingerichtet.

Von Staufen aus sind wir dann nach Weil am Rhein zum Vitra Design Museum gefahren. Das sind zwar noch mal gute 45 Minuten, aber ich will da schon so lange hin und wenn wir schonmal in der Richtung unterwegs waren, wollte ich die Gelegenheit nutzen. Über den Besuch schreibe ich aber noch einen extra Artikel, sonst wird das hier zu viel. Der Besuch dort war echt ein Erlebnis und hat nicht nur mir gefallen, sondern auch den Kindern. Wir waren dort, bis sie uns rausgeschmissen haben.

Sonntags sind wir dann nach dem Frühstück noch mal den Fußweg hinter dem Haus weiter hoch gelaufen, es hat endlich aufgehört zu regnen. Die Waldmöwe war dem Räuber Hotzenplotz auf der Spur, allerdings haben wir ihn zum Glück nicht gefunden!
Weit sind wir leider nicht gekommen, aber die Aussicht war auch relativ weit unten schon schön.

Und dann ging es auch leider schon wieder nach Hause!
Das Wochenende war wirklich super schön und wir haben uns im Landgasthaus Linde sehr wohl gefühlt. Das Personal war so freundlich und zuvorkommend und alles war irgendwie familiär. Als wäre man bei einer alten Tante zu Besuch oder so. Und wie gesagt, das Essen war einfach hervorragend – wenn man dann auch noch vom Tisch aufstehen kann, ohne das Geschirr machen zu müssen, fühlt sich das schon sehr nach Urlaub an! Ich denke, wir müssen irgendwann mal wieder kommen, denn es gibt da noch eine Ziegenfarm, ein Labyrinth, eine Burg und vieles mehr, was man mit den Kindern entdecken kann.
Wenn ihr mal vor habt in den Schwarzwald zu fahren, kann ich euch die Linde sehr, sehr empfehlen!

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!