Achtung! Bitte nicht zu Hause nachmachen!

Man sieht sie ja jetzt überall: quitschbunte Macarons bei deren Anblick man irgendwie an Alice im Wunderland oder Peter Pan denken muss. Und wenn man ein Blog hat, auf dem man Rezepte zeigt, dann verleitet dieser fotogene Süßkram natürlich dazu, dass man so ein Rezept mal ausprobiert.

Eigentlich hört sich das Rezept ziemlich einfach an, aber schon beim Schälen der Mandeln frage ich mich, ob ich das Ganze vielleicht ein bisschen unterschätzt habe.
Nachdem ich die Masse für die Macaronhälften angerührt habe, schmiere ich sie mit Michaels Hilfe in einen Gefrierbeutel in den ich ein Loch schneide. Los geht die Sauerei. Kleks für Kleks gebe ich mein Bestes. Im Rezept steht “für 30 Stück”, ich habe am Ende 120 schweinerosa Klekse, also 60 Macarons. Das wundert mich ein bisschen, weil größer sollten sie eigentlich nicht sein.
Nach kurzem Backen hole ich sie aus dem Ofen – die Dinosauriereier. Oder Seeigelpanzer. Das sieht nach allem Möglichen aus, aber nicht nach diesem Zuckerwatte-Märchen-Prinzessinen-Tralala, was es eigentlich hätte werden sollen.
Statt Ballerinarosa sind sie hautfarben und sie haben übeall Risse. Nachdem ich eines vom Blech ablöse, stelle ich mit Schrecken fest: hohl sind sie zudem auch noch!
Vielleicht wird alles gut, wenn erstmal die Creme drauf ist. Ich habe mich für eine Ganache entschieden, da ist hauptsächlich weiße Schokolade drin. Weil ich ja eigentlich ballerinarosa Hälften und eine brombeerrote Füllung wollte, habe ich wunderbar dunkelrotes Heidelbeerfruchtpulver gekauft. Mit freudiger Erwartung rühre ich dieses in die Ganache – warum wird die jetzt lila? Und nicht mal so richtig, eher grau, es sieht aus wie Beton.
Ich befinde mich bereits in einem Stadium großer Frustration als ich schließlich die Ganache auf eine Hälfte streiche und das Gegenstück darauf drücke. Ein Großteil der Füllung verschwindet in den Hohlräumen der Macaronhälften. Doch damit nicht genug – die Hälften gleiten sanft und geräuschlos auseinander. Ich lege also jedes zusammengepuzzelte Macaron in den Kühlschrank. Der Erfolg ist nicht besonders groß, aber wenigstens wird die Füllung etwas fester.
Ok, das hat jetzt alles nicht so gut geklappt, und sie sehen auch nicht besonders lecker aus, aber vielleicht sind sie es ja trotzdem? Ich habe noch nie Macarons gegessen, ich bin gespannt, was mich erwartet. Und los geht´s – es schmeckt klebrig, süß, einfach nur übertrieben süß! Ich denke sofort an Karies, Magenschmerzen und explosionsartige Gewichtszunahme. Und dafür die ganze Arbeit…
Da hätte ich die weiße Schokolade lieber so gegessen.
Das Zeug kann ich überhaupt nicht empfehlen, deshalb gibt es hier auch kein Rezept dazu. Ich will euch nicht dazu verleiten eure Geschmacksnerven zu misshandeln. Lernt aus meinen Fehlern!

Macarons mit Ganache Füllung

7 Kommentare

  1. @Fräulein Rucksack: ich bin auch kein Fan von Lebensmittelfarben, aber wenn du in Paris schon mal ein Macaron von Pierre Hermé probiert hättest, dann wüßtest du warum man dafür auch bereit ist ein kleines Vermögen auszugeben: die Konsistenz, der Geschmack, einfach großartig!
    @talie fee Ich habe auch schon seit längerem vor mich mal an einem Macarons-Rezept zu versuchen, auch wenn deine Erfahrungen nicht gerade motivieren, ich berichte dann sicherlich davon auf meinem Blog…

  2. Hi talie,
    danke für die Warnung! Ich habe nämlich schon soooo oft über diese hübschen, süssen Dinger nachgedacht. Aber jetzt kann ich mir die Mühe sparen – oder aber wenigstens nicht, ohne das Rezept nachhaltig zu verändern…
    Liebe Grüße

  3. die vorher-nachher-bilder sind schon echt extrem 😉
    aber irgendwie haben die was…
    sehr lustig ist, dass ich gerade welche gebacken habe, weil das tv-programm so schlecht war. zum glück komme ich mit dem rezept gut klar. also wenn du es noch einmal wagen möchtest… ich schicke dir dann den link…

    • Ich hab da wohl irgendwie mit dem Eischnee was falsch gemacht. Das Schlimmste an der ganzen Sache war aber, dass sie mir wirklich nicht geschmeckt haben. Soviel Zucker kann von meinen Geschmacksnerven wohl nicht als wohlschmeckend interpretiert werden…
      Hast du Bilder von deinen Macarons gemacht?

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!