Neuseeland // Wie ein Kaffee im Hobbitzelt unsere weitere Reise bestimmt

19. März 2013

Heute Nacht hat es geregnet und ich habe wie immer sehr schlecht geschlafen.
Das Wetter sorgt nicht gerade für Begeisterung. Es ist bewölkt und windig.
Wir werden trotzdem noch eine Nacht hierbleiben und heute ein bisschen faul sein. Bei einem Strandspaziergang kann ich meinen Sammeltrieb voll ausleben, denn hier gibt es viele große Muscheln. Ich könnte Kerzen daraus machen, oder kleine Schälchen. Vielleicht für Seife. Oder ich lege sie einfach irgendwo hin. Also für irgendwas brauche ich sie auf jeden Fall.
Nach dem Muschelsammeln laufen wir zu dem alten Bus, der auf dem Farmgeläne steht. Seit wir hier sind geht er mir nicht aus den Kopf. Ich will rein und ihn untersuchen, will mich auf den Fahrersitz setzen und Fotos davon machen.

der alte bus_2

alter bus am otama beachLeider vereitelt ein Zaun meine Pläne und wir werden von den Anwohnern aufmerksam und mißtrauisch beobachtet.

neugierige KüheMir bleibt also nur, ihn vom Weg aus zu bestaunen. Man könnte tolle Hochzeitsbilder darin machen, aber es ist leider kein Brautpaar in Sicht.

der alte bus_1Wir spaßen noch ein wenig auf dem Platz herum, entdecken eine Scheune und eine Schaukel. Eigentlich wollte ich noch Schnitzen, aber ich bin so kaputt, dass ich zu gar nichts Lust habe.

die alte scheuneAm Abend ist unser Wasserkanister leer und Michael macht sich auf den Weg zum Wasserhahn in der Mitte des Platzes. Es kommt aber kein Wasser raus. Er schleppt den Kanister von einem Wasserhahn zum nächsten, aber die Wasserknappheit des viel zu langen Sommers macht sich stark bemerkbar.
Er kommt mit dem anderen Camper darüber ins Gespräch und er lädt uns ein, heute Abend mit ihm einen Kaffee zu trinken. Ja! Kaffee!
Gegen sieben schlendern wir zu John hinüber und erleben eine echte Überraschung: John´s Zelt ist mit allem Möglichen Komfort ausgestattet. Es gibt zwei aufblasbare Sessel, Teppiche, Kissen, ein Bücherregal, voll mit Büchern und vieles mehr.

johns hobbit zelt 3

johns hobbit zelt 2John, der mich ein bisschen an Bruce Willis erinnert, erklärt uns, dass er 5 Wochen hier ist und das diese Art des Campens “Glamping” genant wird. Glamouros Camping.
Er kocht uns richtig guten Kaffee und bald kommen wir auf das Thema “Herr der Ringe”. Es stellt sich heraus, dass John auch ein großer Fan ist. Aus seinem Bücherregal zaubert er ein Making-Of Buch nach dem anderen und ich kann mich an den Skizzen zum Film gar nicht satt sehen. Die Bücher sind wunderschön und sehr hochwertig gedruckt und das kann nur eins bedeuten: dass sie auf einer Heidelberg Maschine gedruckt wurden. Wenn ich solche fantastischen Bildbände in der Hand halte, bin ich immer wahnsinnig stolz auf unsere Maschinen.
John erzählt uns begeistert von seinem Besuch in Hobbiton und überzeugt uns davon, unbedingt dorthin zu fahren. Wir hatten eigentlich ein bisschen gezweifelt, ob sich der relativ hohe Eintrittspreis lohnt, aber nach dem Gespräch mit John können wir es kaum erwarten.
Sein Zelt sieht übrigens auch ein bisschen aus wie eine Hobbithöhle, nicht wahr?
Das Zusammentreffen mit John beeinflußt den Verlauf unserer Reise maßgeblich. In seinem Atlas hat er sämtliche sehenswerte Orte Neuseelands markiert und mit Notizen versehen. Auch die Filmsets sind darin markiert.
Wir verabreden, uns morgen vor unserer Abreise nocheinmal zusammen zu setzen, damit wir die Karten abfotografieren können. Denn sie sind genau das, was uns gefehlt hat, um die Drehorte finden zu können. Zwar habe ich im Internet schon vor der Reise recherchiert, allerdings waren die Informationen sehr lückenhaft und ungenau.

johns karte
Auf unserer eigenen Karte markieren wir außerdem einige Orte, die uns John empfiehlt, darunter auch ein kleines Surferstädtchen namens Raglan, was mit der schönste Ort unserer Reise sein wird.
Überhaupt hat John so viel zu erzählen, von all den Menschen, die er unterwegs trifft und den Dingen, die er auf seinen vielen Touren schon erlebt hat. Er ist so freundlich und hilfsbereit und man merkt, dass es ihm Freude macht, von den Menschen zu lernen, die er trifft und seine eigenen Erfahrungen mit ihnen zu teilen. Einem jungen Paar hat er zum Beispiel seine Solardusche gegeben und mir ein Insektenspray, das mir die kommenden Nächte im Camper deutlich leichter macht.
Er erzählt begeistert, dass er einen berühmten Goldminenbesitzer aus Kanada getroffen hat, von dem er einiges über Edelsteine in Neuseeland erfuhr. Daraufhin hat sich John ein Buch dazu gekauft um selbst auf die Suche zu gehen.
Mit ihm zu sprechen ist eine Bereicherung und während unserer Reise denken wir oft an ihn.

johns hobbit zelt

Lieber John, wir danken dir so sehr für deine Hilfe und deine wertvollen Tipps!
Ohne das Zusammentreffen mit dir hätten wir einiges verpasst!

 

Da heute wieder Samstag ist, gibt es bei Katja wieder wunderschöne Himmelsbilder zu bestaunen.

3 Kommentare

  1. Das Foto vor der Wellblechwand ist sensationell. Wie aus einem stylischen Modemagazin. Editorial Shooting. 🙂
    Meine Frisur war gestern sehr ähnlich – die Kinder haben mir Gänsefedern in den Dutt gesteckt und mir einen Tomahawk gebastelt. Meine Seifenschale im Bad ist auch eine Muschel. 🙂

    Herzlich, Katja

    • Wow, vielen Dank! Das ist ein tolles Kompliment!
      Das passt ja gut zu deiner Zukunftsvorstellung vom Tippi, den wilden Tieren und den Lebensweisheiten 🙂

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!