Wine & Cheese mit Aussicht

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Es gibt Dinge im Leben, die gehören einfach zusammen: Lagerfeuer und Stockbrot, Batman und Robin, Pepper und ihre kurzen Haare und natürlich: Wein und Käse! Dass ich nun über Letzteres einen Bericht auf dem Blog meiner Schwester schreiben darf, freut mich ganz besonders. Denn irgendwie hat sich diese Wine & Cheese-Sache zu einem echten Highlight in unserem Familien- und Freundeskreis entwickelt.

Angefangen hat eigentlich alles mit einem urigen Holzbrett, das unsere Mutter aus irgendeinem Urlaub mitgeschleift hat und fortan als Käseplatte verwendete. Als dann allmählich Wein cooler als Cola wurde und sich für mich zu einer echten Passion entwickelte, war die Idee zu gemeinsamen Wine & Cheese-Abenden geboren, die sich mittlerweile fest in unseren Terminkalendern etabliert haben. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Jeder bringt einen Käse seiner Wahl und eine weitere Beilage mit. So entsteht eine riesige Tafel – ein Traum! Am Anfang waren wir noch im engsten Kreis der Familie, recht schnell kamen dann aber immer mehr Freunde von uns dazu, sodass wir mittlerweile eine richtig große Runde geworden sind.

Als ich dann dieses Frühjahr durch die wunderschönen Weinberge meines neuen Heimatortes spazierte und ich mich inspiriert durch die warmen Sonnenstrahlen nach den ersten lauen Sommerabenden sehnte, war für mich gedanklich schon ein Open Air-Wine & Cheese gesetzt.

Zu dieser Zeit habe ich auch Daniel vom Weingut Hummel kennengelernt. Vollgepackt mit Ideen kam er als junger Master-Student aus Geisenheim (quasi das Harvard der Weinszene) in den beschaulichen Kraichgau, um nach der Master-Thesis in Önologie als Kellermeister beim damaligen Besitzer Bernd Hummel einzusteigen. Schnell war dem Mastermind Bernd klar, dass er mit Daniel ein echtes Talent ins Haus geholt hat, der die Philosophie und den Stil des Hauses sofort verinnerlicht hat. Klingt vielleicht etwas hoch gestochen, ist aber ungemein wichtig. Denn Wein ist nicht gleich Wein. Die Hanglage, der Boden (das sogenannte Terroir), das Klima, Zeitpunkt der Lese, und, und, und – So ziemlich alles im Weinbau hat eine Auswirkung darauf, ob der Tropfen im Glas ein Gaumenschmeichler wird oder im Abfluss landet.

Als der Großmeister Hummel schließlich auf der Suche nach einem adäquaten Nachfolger für sein Weingut war, lag die Entscheidung auf der Hand: Nach kurzer Zeit als Kellermeister trat Daniel schließlich die Thronfolge am Letzenberg an, aus dem er jedes Potential herauszukitzeln weiß. Dass er neben dem Weinbau auch Verkauf, Marketing und lästigen Bürokram quasi in einer One-Man-Show unter einen Hut bringt, beeindruckt mich immer wieder – Chapeau Daniel!

Als ich mal wieder meinen Weinkeller aufstocken musste und im Weingut vorbeischaute, kam ich mit Daniel über unsere Wine & Cheese-Abende ins Gespräch. Spontan schlug ich vor “Hey, warum nicht so einen Abend auf dem Weinberg machen?”. Um ehrlich zu sein, hätte ich mich zu diesem Zeitpunkt mit einem Stück Weinberg, ein paar Bierbänken, bisschen Käse paar Schlückchen Wein zufriedengegeben. Doch Daniel sollte uns mit den feinen Käse-Spezialitäten aus dem Hause Schneidewind-Gueth eines Besseren belehren. Denn auch oder besser gesagt gerade bei der Kombination aus Käse und Wein ist Vorsicht geboten und mit Bedacht zu wählen. Der kräftige Rotwein zur Käseplatte ist nämlich in den seltensten Fällen eine gute Wahl (ein Irrglaube, der sich übrigens auch sehr hartnäckig in der Wine & Cheese-Gemeinde lange gehalten hat). Zu grob geht er mit den oft feinen, süßlichen oder kräftigen Aromen der Käsesorten um.

Was schließlich folgte, war ein wahres Gourmet-Feuerwerk, dass Daniel auf seinem Weinberg in Mitten von Cabernet Sauvignon und Spätburgunder abfackelte: Pinot Meunier mit Brillat Savarin, Muskateller mit Cranberries und Honig (davon träumen wir noch heute!), Sauvignon Blanc Reserve mit Gruyére de Savoire, um nur ein Auszug des Line-Ups zu nennen. Das große Finale und absolute Krönung des Abends: Ein Gewürztraminer Eiswein Jahrgang 2001 aus der hauseigenen Schatzkammer in Kombination mit einem süßlichen Roquefort. Diese Weine dürfen nur bei mindestens -7 Grad gelesen werden, sodass sich durch den Frost der Fruchtzucker in der Traube konzentriert. Das macht diese Weine extrem lagerfähig und zu einer wahren Rarität, zumal es bei uns mittlerweile gar nicht mehr so kalt wird. Tatsächlich war das eine der letzten Flaschen Eiswein, die der Letzenberg hervorgebracht hat.

Dass wir an dem Abend dazu noch absolutes Traumwetter mit herrlichem Sonnenuntergang und spektakulären Wolkenformationen hatten, ist am Letzenberg übrigens gar nicht so unüblich. Dieser wirkt nämlich zwischen Rheinebene und Kraichgau wie eine Art Wetterscheide, sodass der Weinberg häufig von grobem Unwetter verschont bleibt. Im September hatte ich die Gelegenheit, beim Herbsten zu unterstützen und ich war dann auch zufällig kurz in einem kleinen Bericht über den Weinberg am Letzenberg im SWR zu sehen.

Und so ging schließlich ein denkwürdiger Abend nach insgesamt acht Gängen, sehr vielen Flaschen Wein dem Ende entgegen. Denkwürdig vor allem auch, weil Daniel sich bereit erklärte, diesen Abend mit seiner Familie und uns auf dem Weinberg zu verbringen und uns wahnsinnig viele interessante Einblicke in die Arbeit eines Winzers gab.
Aufgrund des hohen logistischen Aufwands und des nicht unerheblichen Risikofaktors Wetter, lässt sich ein solches Event normalerweise nur im Hof des Weinguts umsetzen. Unabhängig davon sind Daniels hervorragende Weine und die außergewöhnlichen Käsevariationen aus dem Hause Schneidewind-Gueth die Hauptdarsteller eines solchen Pairings. Wenn ihr Interesse daran habt, ein professionelles Wine & Cheese bei Daniel zu machen, dann schreibt ihn einfach mal an und er wird euch dann mit allen Infos darüber versorgen. Alle, die dafür zu weit entfernt wohnen, können Daniels ausgezeichnete Weine natürlich auch online bestellen.
Ihr erreicht Daniel ganz einfach über die Homepage des Weingut Hummel.

Pepper und ich hatten ein paar Tage nach dem Wine & Cheese außerdem noch die Gelegenheit, bei der Fassprobe im Weinkeller dabei zu sein. Ich glaube, ich habe noch nie in so kurzer Zeit so viel über Wein gelernt! Es ist einfach toll, wenn man die Möglichkeit hat, direkt mitzuerleben, woher der Wein kommt, den man gerne trinkt und den ganzen Prozess näher kennen zu lernen.

Vielen Dank an Daniel, seine Familie und seine Mitarbeiter, für die tollen Erlebnisse und den fantastischen Wein!

1 Kommentare

  1. Anonymous

    Ja der Abend war super , hat alles perfekt zusammen gepasst . Das Brett hab ich vom Pfadfindercamp geretett sons wäre es versägt und verbaut worden

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!