Wohin damit? {Minimalismus}

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Bevor man an den Punkt kommt, nur noch das Nötigste zu besitzen und fortan minimalistischer zu leben, steht man vor der großen Aufgabe, all die Dinge loszuwerden, die einem keine Freude mehr bereiten, oder es vielleicht sogar niemals taten.
Das ist unter Umständen ein langwieriger Prozess, je nach der bisherigen Einstellung zum Konsum und der früheren Beziehung zu materiellen Dingen.
Zu meiner eigenen Verwunderung muss ich gestehen, dass ich in der Vergangenheit Vieles gedankenlos gekauft habe. Wenn ich die Dinge im Nachhinein genau betrachte, frage ich mich, warum ich sie eigentlich haben wollte. Aber nicht bei jedem Gegenstand ist das so einfach. Manches habe ich nur für Stylings gekauft und der Gedanke, die Dinge vielleicht für spätere Arbeiten doch noch einmal zu brauchen, ist nur schwer zu überwinden.
Da ich in diesem Prozess noch ganz am Anfang stehe, möchte ich noch nicht näher darauf eingehen, aber sobald ich auf diesem Gebiet mehr Erfahrung gesammelt habe und sich eventuell eine Art Anwendungsmuster ergibt, werde ich euch natürlich daran teilhaben lassen.

Bauernmarkt zeeland

Heute möchte ich euch ein paar Anregungen geben, was mit den Dingen geschehen kann, wenn man sich dann doch entschlossen hat, sie gehen zu lassen. Falls ihr noch Möglichkeiten kennt, die ich vergessen habe, oder selbst noch nicht kannte, sind eure Ideen natürlich herzlich willkommen.
Auf Instagram habe ich schon öfter fest gestellt, dass manche Menschen “ausmisten” mit “wegwerfen” gleich setzen und dann ganz entsetzte Kommentare schreiben, wenn man schreibt, dass man Bücher aussortiert hat. Dabei hat das Reduzieren des Besitzes zunächst eigentlich gar nichts mit Wegwerfen zu tun. Da gibt es vorher noch eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Das Wegwerfen steht auf meiner Liste an letzter Stelle, denn ich möchte auf meinem Weg zu weniger Besitz keine Müllspur hinter mir her ziehen.

Verschenken

Die wohl einfachste Möglichkeit, Dinge loszuwerden, ist, sie zu verschenken. Es lohnt sich, einfach mal im Bekanntenkreis nachzufragen, ob jemand ausrangierte Möbel brauchen kann und sei es nur für den Keller oder die Garage. Auf diese Art haben schon einige unserer Möbel ein neues Zuhause gefunden.
Auch auf ebay Kleinanzeigen lassen sich Möbel und Kleinkram leicht verschenken, wir haben selbst auch viele Dinge hier, die wir so geschenkt bekommen haben. Allerdings muss man dafür  Termine vereinbaren und in Kauf nehmen, dass manche Interessenten am Ende doch nicht auftauchen. Möchte man sich das ersparen, kann man auch bei der nächsten Charitas Stelle anfragen, ob sie die Sachen abholen. Kleinigkeiten kann man natürlich auch selbst hinbringen. In vielen Orten gibt es Sozialkaufhäuser, die gerne Sachspenden annehmen und diese günstig an Menschen mit geringem Einkommen verkaufen. Schaut einfach mal im Internet nach Angeboten in eurer Nähe.
Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, Dinge einfach an die Straße zu stellen, das mache ich auch oft. Allerdings ärgere ich mich in letzter Zeit immer öfter über das Verhalten der Leute. Da werden zum Beispiel alle Sachen einfach ausgeschüttet, nur, weil einer den Korb mitnehmen will, in dem sie sich befinden. Das hat mich vor kurzem so geärgert, weil ich dann die verstreuten Sachen, teilweise kaputt, wieder einsammeln musste. Deshalb werde ich das in Zukunft nicht mehr machen.
Bücher lassen sich ganz einfach in öffentlichen Bücherregalen unterbringen, ich habe ja selbst eins bei uns aufgestellt. Außerdem gibt es bei uns einen Buchclub, der “Lions Club” der einmal im Jahr einen riesigen Basar mit Buchspenden veranstaltet und den Erlös für einen guten Zweck einsetzt.

Tauschen

Früher die einzige Möglichkeit, an Güter zu kommen, die man selbst nicht erwirtschaftete, ist das Tauschen heutzutage eine eher unüblich. Es macht natürlich auch nur dann Sinn, wenn man tatsächlich Bedarf an etwas anderem hat und man jemanden findet, der eben dies anzubieten hat. Bei ebay Kleinanzeigen sehe ich oft Angebote, wo gegen Lebensmittel oder andere Verbrauchsgüter getauscht werden kann.
Eine schöne Möglichkeit, Kleidung zu tauschen, sind Tauschparties. Diese kann man selbst einfach im Freundeskreis organisieren und dabei Kleidungsstücke loswerden, die man selbst nicht mehr trägt und im Gegenzug etwas bekommen, das man gerade braucht. Dabei sollte man  natürlich das Ziel, am Ende weniger zu besitzen, nicht aus den Augen verlieren 😉

Verkaufen

Nicht bei allen Gegenständen bringt man es übers Herz, sie zu verschenken. Vor allem, wenn man weiß, was sie gekostet haben, oder wenn sie fast neu oder besonders wertvoll sind.
Ich verkaufe viele Dinge über meinen separaten Instagram-Account @heimatbaum_sale, weil es zum einen einfacher ist, als alles bei ebay einzustellen, zum anderen finde ich es schön, zu wissen, wo die Sachen hinkommen. Besonders, wenn meine Follower mir dann Bilder schicken, wie die Dinge in ihrem Zuhause aussehen.
Natürlich kann man das Aussortierte auch bei ebay oder ebay Kleinanzeigen anbieten. Kleinanzeigen finde ich persönlich bequemer, da man sich nicht durch ganz so viele Formulare arbeiten muss. Auch andere Dienste wie Quoka, Kleiderkreise oder Shpock und wie sie alle heißen, sind eine Möglichkeit.
Für Büchern und DVDs gibt es Plattformen, die die Bücher ankaufen und dann weiter verkaufen. Dafür scannt man den Barcode über eine App und bekommt dann angezeigt, welchen Betrag man für dieses Buch erhält. Da sich dieser aber in der Regel auf wenige Cent und ganz selten auf ein paar mickrige Euros beschränkt, kommt das für mich nicht in Frage. Das steht überhaupt nicht im Verhältnis zu dem Aufwand, die Bücher dort einzuschicken. Da verschenke ich sie dann lieber.
Ganz oldschool lassen sich eure Sachen natürlich auch auf einem Flohmarkt verkaufen. Allerdings hängt der Erfolg da auch immer von der Art der Dinge ab – Kleidung und alte Gläser lassen sich auf dem Flohmarkt kaum verkaufen. Wer allerdings viele richtig alte Sachen hat, kann da schon deutlich mehr Erfolg haben. Aber letztendlich muss man schon ein Flohmarkt-Fan sein, um sich stundenlang hinzusetzen und auf Kundschaft zu warten, denn meist stehen die Einnahmen nicht im Verhältnis zum Aufwand.
Meine aussortierten Kleidungsstücke bringe ich momentan zum Second Hand Shop, der zwar ziemlich viel Provision bekommt, aber dafür muss ich nichts verschicken und die Wahrscheinlichkeit, dass jemand in einem Laden Kleidung kauft, die er auch anprobieren kann, ist größer als die, dass jemand Sachen kauft, die mehr oder weniger gut fotografiert sind. Kleidung ansprechend zu fotografieren ist nicht einfach und erfordert sehr viel Zeit. ich habe mir vor Jahren extra eine Schneiderpuppe dafür gekauft, aber auch das ist nicht optimal.

Trödel im Werk 8

Upcycling

Das Weiterverwenden oder Umgestalten ausgedienter Dinge ist eine schöne Sache, ist allerdings eher nicht besonders zielführend, wenn man eigentlich so viel wie möglich loswerden will. Aber der ein oder andere Gegenstand wird beim Aussortieren zweifellos in einer Kiste für zukünftige DIY Projekte landen. Die dann wahrscheinlich nach einem Jahr noch unangetastet im Regal steht und letztendlich doch entsorgt wird. Aber vielleicht entsteht doch noch das ein oder andere selbstgemachte Stück, wer weiß? Jedenfalls gilt auch für solche Projekte, zu prüfen, ob das Resultat wirklich einen Sinn und Nutzen hat.

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So, jetzt bin ich gespannt auf eure Ideen und Erfahrungen!
Übrigens habe ich für das Thema Minimalismus nun auch eine eigene Blogkategorie eingerichtet, damit ihr alle Beiträge dazu einfacher findet.

3 Kommentare

  1. Hallo liebe Pepper,
    es ist wirklich mit ziemlich viel Aufwand verbunden, wenn man Dinge los werden will, ohne sie einfach wegzuwerfen. Klasse fand ich Deine Idee über Instagram, wäre ich nie drauf gekommen! Auch bei mir ist gerade Ausmisten angesagt. Ich habe da ein tolles Buch zur Motivation und als Begleiter in ein minimalistisches Leben. Vielleicht interessiert es Dich ja, dann lade ich Dich herzlich auf meinen Blog ein: http://freiraumarchitektur.net/10-wege-wie-du-effektiv-dein-zuhause-ausmistest/
    Liebe Grüße
    Birgit

  2. Ich finde es schön wenn ich solche Artikel finde, ich selbst bin vom Minimalismus weit entfernt, aber ich hab schon vor einiger Zeit begonnen wirklich aktiv zu überlegen, bevor ich mir etwas anschaffe und gebe regelmäßig Dingen ein neues Zuhause bei lieben Bekannten etc. Wir müssen einfach alle wieder lernen wie man Dinge wirklich besitzt und nicht nur Konsument ist. So ungewohnt das auch sein mag.

    Ich bin gespannt auf weitere Artikel.

    Ganz liebe Grüße,

    Rebecca

  3. Fräulein Rucksack

    Das ist manchmal echt verrückt wie viel Mühe es kostet etwas wieder loszuwerden (ohne es in die Tonne zu werfen). Also wie viel mehr als es zu bekommen, manchmal nichtmal freiwillig. Mich ärgert das manchmal richtig aber ich hab da auch oft hohe Ansprüche, dass es noch wirklich genutzt wird. Wir versteigern grad etwa ein/zweimal im Jahr angesammelte Sachen, froh was zu kriegen aber ohne Klamotten schön zu drapieren. Vielleicht probier ich hier mal so ne Kiste vor’s Haus zu stellen. Ne schäbige, damit das auch keiner auskippt…

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