Wohnen wo andere Pilgern

Eine sensationelle Neuigkeit habe ich heute für euch! Das Haus, dass wir gekauft haben, steht direkt an einem deutschen Jakobsweg! Also wirklich direkt. Wenn wir aus der Haustür gehen, stehen wir auf dem Jakobsweg.

Unser Haus-2

Unser Haus-3

Wir haben das erst erfahren, als ein kleiner Trupp Rucksacksenioren an unserem Haus vorbei tingelte und nach dem Jakobsweg fragte. Da wir aber diesbezüglich total ahnungslos waren, konnten wir nicht weiterhelfen. Also zerstrubbelte einer der Pilger die Hecke unseres Nachbarn gegenüber und fand das Jakobswegzeichen an einer Straßenlaterne.

Jakobsweg Mühlhausen

Diese Entdeckung finde ich außerordentlich faszinierend. Nicht nur deshalb, weil das bedeutet, dass an unserem Haus immer wieder Pilger vorbeikommen werden, denen die kleine Waldmöwe später mal Limonade schenken kann. Vielmehr wegen der Geschichte, die dahinter steckt.
Es ist nämlich so, dass dieser Wegabschnitt ein alter Fernweg, eine so genannte “Hohe Straße”, war, der Nürnberg mit Speyer und europaweit betrachtet, Prag mit Paris verbindet. Angeblich wurde der sogar schon in der Jungsteinzeit verwendet und später auf jeden Fall von den Kelten.
Und wenn ich jetzt diese Straße betrachte, die unsere Adresse ist, dann sehe ich allerlei fahrendes Volk und Männer mit dichten Bärten und schweren Stiefeln, die diesen Weg benutzen, um Ihre Ware zum Beispiel nach Prag zu bringen.

Die Leute die heute vorbeikommen, sind wahrscheinlich weit weniger interessant und sie werden wohl auch nicht so viel Aufregendes zu berichten haben, wie die Pilger, die man auf dem Abschnitt von Vézelay nach Santiago de Compostela trifft. Aber ich mag Menschen mit Rucksack und ich werde mich über jeden freuen, der an unserem Haus vorbeipilgert.
Und jetzt stellt euch mal vor, wir würden selbst mal diesen Jakobsweg pilgern – dann würden wir an unserem eigenen Haus vorbeikommen und könnten daheim übernachten! Ist das nicht großartig?

Seid ihr schon mal gepilgert? Also, wenn ihr mal bei uns vorbeigepilgert kommen solltet, dann klingelt doch einfach und kommt auf eine Tasse Kaffee rein und erzählt mir eine aufregende Pilgergeschichte!

5 Kommentare

  1. Meine Idee: An den Pilgerweg ein bisschen pilgeraufwärts zu ziehen. Dann können die Pilger, denen mein Mädchen Eier kocht Botschaften und Geschenke und Kürbissuppe zu Dir mitbringen. Muschelpost. Gruß!

    • Ich glaube, die Kürbissuppe würde nicht hier ankommen, da könnten die Pilger wohl kaum widerstehen…
      Aber witzig wär das, so eine Pilgerpoststrecke. Wir würden jeden Tag ausschau halten und die Pilger fragen, ob sie was für uns dabei haben.

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!