Zeig mir dein Regal und ich sag dir, wer du bist!

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Im Jahr 2014 entstand in den Social Media Kanälen ein neuer Trend, der sich bis heute hält: die Shelfies. Dabei fotografieren User ihre Regale und taggen sie mit dem Hashtag #shelfie.
Das Wort besteht aus den englischen Begriffen “Selfie”, was ein mit dem Smartphone aufgenommenes Selbstportrait darstellt und dem Wort “Shelf”, zu Deutsch “Regal”. Würde man das Wort “Shelfie” ins Deutsche übersetzen, würde es wohl so etwas wie “Regalportrait” bedeuten.
Der Begriff ist aber weit mehr, als nur eine Wortspielerei, denn es gibt tatsächlich auch eine tiefgründige Bedeutung, denn wir zeigen mit den Fotos unserer Regale auch ein Stück unseres Selbst.
Ein Regal wird in der Regal dafür genutzt, Dinge, die man besitzt visuell zugänglich zu machen. Würden wir vermeiden wollen, dass andere unsere Besitztümer betrachten, würden wir alles in geschlossenen Schränken verstauen. Aber da wir uns, früher wie heute, oft über unseren materiellen Besitz definieren, möchten wir uns selbst und andere immer wieder mit dessen Anblick erfreuen. Zu Omas Zeiten war es das gute Porzellangeschirr, dann gab es Setzkästen und heute tummeln sich vintage Keramik und Wohnaccessoires namhafter Designer in unseren Regalen.

Nicht nur der Inhalt eines Regals sagt viel über unsere Persönlichkeit aus, auch die grundsätzliche Art, wie wir es bestücken lässt auf unseren Charakter schließen.
Sind die Regalböden nur mit wenigen Gegenständen besetzt, alles auf den ersten Blick zu erfassen? Befinden sich nur Bücher darin und wie sind diese sortiert? Steht alles einfach wahllos darin herum oder ist ein System erkennbar?

Seit wir das String Regal von Connox über dem Sofa angebracht haben, habe ich viel herum probiert. Um ehrlich zu sein habe ich fast täglich den Inhalt aus und anders wieder eingeräumt. Habe Bücher aus dem ersten Stock herunter getragen, sie hineingestellt und zwei Tage später wieder hoch getragen. Habe alles minimalistisch verteilt, wie in einem schönen Laden. Wenige Tage später hat es mich gelangweilt und ich habe alles wieder verworfen.
Ein Regal einzuräumen kann einfach sein, wenn man Sachen hineinstellt und gut. Irgendwann im Findungsprozess meinte ich zu meinem Mann, dass das Regal zu unordentlich und wirr sei. Er meinte daraufhin nur, er sieht ein Regal und auf jedem Brett steht etwas. Mehr könne er dazu nicht sagen. Ich wollte aber, dass das Regal dem Betrachter einen Eindruck von der Person vermittelt, die es eingeräumt hat.
Ich mag Regale nicht, die einfach nur eine Ansammlung von Dingen enthalten, die man halt gerade hat, weil sie im Trend sind und die mit jedem neuen Hype ausgetauscht werden. Kupferkerzenständer, geometrische Vasen, kitschige Lebensweisheiten – ich muss gestehen, so eine Phase hatte ich auch mal, aber im Laufe der Zeit hat sich da viel geändert. Ich möchte, dass in meinem Regal Dinge aufbewahrt werden, die benutzt werden, Dinge, die eine Geschichte erzählen und Dinge, die zeitlos schön sind, wie zum Beispiel die Wooden Dolls von Vitra oder der Vogel “L´Oiseau“, der sich übrigens auch auf der Kommode im Schlafzimmer super macht. Ich möchte außerdem, dass man mit den Augen auf Entdeckungsreise gehen kann.

Als ich mir überlegt habe, diesen Artikel mit Tipps zur Gestaltung eines Regals zu schreiben, habe ich eben diese Gestaltung viel einfacher vorgestellt, als sie dann tatsächlich war und irgendwie habe ich mich mit dem Thema dann zwangsläufig viel intensiver auseinander gesetzt, als ursprünglich geplant.

Letztendlich gibt es so etwas wie einen Leitfaden zur Gestaltung ja gar nicht, da eben jedes Regal eine ganz individuelle Geschichte erzählt. Oder zumindest sollte das in meinen Augen das Ziel sein. Deshalb beschreibe ich euch einfach ein bisschen, was für mich persönlich zu einem ansprechenden Regal dazu gehört und was man beachten kann, aber natürlich keinesfalls muss.

Genauso wie die Wahl des Inhaltes ist natürlich auch die Wahl des Regals an sich und dessen Stand- oder Hängeort eine Frage der persönlichen Vorlieben und Möglichkeiten. Standfläche ist bei uns eher Mangelware, wegen der vielen Fenster. Deshalb habe ich mich für die hängende Variante von String entschieden. Ich mag das String System, weil es so unglaublich flexibel ist. Was die Farbe angeht habe ich lange überlegt und mich letztendlich für graue Leitern, die zu Wand und Sofa passen entschieden und Böden in Esche, die mit dem warmen Ton zum Boden und den Möbeln passen. Ich wollte nicht, dass das Regal so verloren an der Wand schwebt, deshalb habe ich es der Länge des Sofas angepasst.
Seit es dort hängt, habe ich unendlich viele Anordnungen der Böden ausprobiert und bin momentan bei einer sehr ruhigen Variante geblieben.

Was für mich unbedingt in ein Wohnzimmerregal gehört, sind Bücher. Ich habe nach und nach sehr viele Interior Bücher angesammelt, die ich immer wieder durchblättere und die habe ich natürlich auch gerne direkt im Wohnzimmer. Am schönsten sehen natürlich weiße Bücher aus, aber das ist noch nicht bis zu allen Gestaltern durchgedrungen und so finden sich im Regal Buchrücken in vielen Farben. Eine zeitlang habe ich weiße Bücher gesammelt, einfach nur, weil sie im Regal gut aussahen, gelesen habe ich sie allerdings nicht. Das ist natürlich totaler Blödsinn und inzwischen besitze ich nur noch Bücher, die ich auch inhaltlich mag. Damit das Regal nicht drückt, befinden sich die massiven Buchreihen immer im untersten Regal, nach oben hin wird es dann luftiger. Da die Bücher nicht alle die ganze Tiefe eines Regalbodens in Anspruch nehmen, stelle ich davor gern Kleinigkeiten ab, damit das Auge ein bisschen auf Safari gehen kann.
Unsere Fotobücher befinden sich auch in dem Regal, damit man sie immer gleich zur Hand hat, wenn man jemandem etwas zeigen möchte. Gerade jetzt wo immer mal wieder jemand sagt: “Der Jedi sieht der Waldmöwe ja gerade total ähnlich!” oder “Wann konnte die Waldmöwe eigentlich laufen?” und all solche Sachen.
Zuerst hatte ich immer zwei Bücherstapel pro Regalboden platziert, aber da bekommt man nicht wirklich was unter, das ist eher eine Sache für´s Auge und war mir dann doch irgendwie zu aufgesetzt.

Ich sammle ja alles Mögliche und momentan stecke ich die Sachen gern in Gläser. Die Muscheln im großen Glas sind aus Neuseeland, den Malediven und den Niederlanden. In den kleinen Gläschen, die nicht auf den ersten Blick zu sehen sind, befinden sich unter anderem bunte Federn, die die Waldmöwe im Tierpark aufgesammelt hat.
Die meisten Dinge, die ihr im Regal seht, sind vom Flohmarkt, manche Souvenirs von Reisen. Ich achte bei der Auswahl der Dinge darauf, dass sie farblich harmonieren, damit das Regal trotz seiner Größe eher ruhig wirkt. In verschiedenen Holzdosen befinden sich Kleinigkeiten wie Geld oder Holzkreisel. Die sammle ich nämlich auch, welche Überraschung! Wenn ich dafür mal ein Glas finde, wäre das vielleicht auch ganz hübsch…
Jedenfalls mag ich gerade sehr, wie das Holz der Regalböden mit dem L´Oiseau, der japanischen Schale, der Kokeshi und dem Vitra Kissen harmoniert.
Die verschiedenen roten Farbakzente werden von der Vitra Doll No. 12 perfekt aufgegriffen und No. 20 passt perfekt zu den Naturfarben im Regal.
Ich mag die Accessoires von Vitra sehr, da sie eine gewisse klassische Eleganz haben, aber auch verspielt und fröhlich sind. Das sind wirklich Stücke, die ein Interior aufwerten und besondere Akzente setzen. Überhaupt mag ich Vitra sehr gern, vor allem auch deshalb, weil man mit den Produkten so Vieles machen kann. Man kann sich ganz in gedeckten Farben einrichten oder knallige Akzente setzen und die Produkte sind einfach immer zeitlos. Außerdem mag ich die Stylings aus den Katalogen so gern. Die sind so lebendig und gemütlich, als würde dort tatsächlich jemand wohnen.

Was ich sehr hübsch finde, ist wenn auf einem Regalboden nur ein entsprechend großer Gegenstand steht, der den Platz proportional sinnvoll ausfüllt, wie hier die kleine Variante des berühmten Eames Elefantes. Das Weiß hat genau den richtigen Farbton, um zu den Büchern und der Porzellanbüste von Prinzessin Leia zu passen.
In meinem Regal müssen unbedingt auch alte Sachen stehen. Ich bin eine leidenschaftliche Flohmarktgängerin und liebe Gegenstände mit Geschichte und Patina und so finden sich neben der Holzschatulle (sie beinhaltet Papiertaschentücher. Ich muss bei jedem Film heulen, sogar bei Rambo.) zum Beispiel ein Dino aus Speckstein, den ich meinem Mann geschenkt habe, ein alter Baseball, ein Stirnschmuck aus Knochen vom Sepik und der Astronaut Buzz Aldrin.

Um die Farben eines Regals im Wohnzimmer wieder aufzugreifen, eignen sich Kissen sehr gut, da es diese in allen erdenklichen Farben gibt. Da das Farbschema meines Regals momentan creme, schwarz, grau, braun und rot/rosa ist, bin ich total begeistert davon, wie die Gegenstände mit dem Kissen von Vitra und Hay harmonieren. Ich glaube, ich werde auch noch eine “Dot” Kissensammlung anfangen. Das ist einfach so ein tolles Kissen! Fragt mal meine Tochter, wie gut es sich als Wand einer Räuberhöhle eignet! Das Vitra Kissen ist allerdings tabu, das bleibt auf dem Sofa.

Der Couchtisch ist momentan meist leer, weil die Waldmöwe ihn ständig zum Bauen von Höhlen benutzt, deshalb muss ich mit meinen Blumen oder Magazinen manchmal auf den Wiggle Hocker ausweichen. Normalerweise steht er ja hinter der Couch, wo er als Beistelltisch für den Lautsprecher dient. Das schöne Tablett ist übrigens von applicata.

Mit Sicherheit wird sich das Regal noch weiter verändern. Tatsächlich sieht es zwei Tage nach dem Shooting schon wieder ein klitzekleines Bisschen anders aus. Aber das spiegelt eben auch meine Persönlichkeit wieder – ein bisschen sprunghaft bin ich nämlich schon. Aber so wie es jetzt ist, eine Kombination aus schönen Dingen und Gebrauchsgegenständen, gefällt es mir gerade sehr gut. Und wenn ich es doch mal wieder anders mag, hab ich Dank des flexiblen String Systems wieder zahlreiche Möglichkeiten!

Yea, ein Kommentar! Ich freu mich!